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Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Titel: Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Markus Heitz
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brüsk. »Was sollen wir mit Fremdgeborenen? Damit sie elend sterben wie ich und die vielen anderen, weil ihnen die magische Strahlung zu sehr zusetzt?«
    »Gut. Lassen wir einmal Tark Draan außen vor«, schwenkte ihr Sohn unverzüglich um. »Unsere Späher berichteten von einem Damm, den Shôtoràs errichten lässt, und einem Kanal, der geradewegs auf den Tronjor und ein großes Tal zuführt«, sagte er. Auf Irïanoras Miene entstand bei seinen Worten Erstaunen. Sie hatte offenbar keine Ahnung gehabt, wie gut man informiert war. »Wir könnten die Gelegenheit nutzen und versuchen, Einblicke in seine Pläne zu erhalten. Der Kaiser wäre für uns die beste Ablenkung, weil alle annehmen würden, dass er auf der Suche nach seinem Speer die Zimmer durchsuchte. Der Regent würde keinen Verdacht gegen Elhàtor schöpfen. Und wenn er seine Waffe mitnimmt, wird sie dem Alten nicht nützen.«
    Oh, das klingt doch nach Kriegsvorbereitungen in Dâkiòn. Aiphatòn musste sich beherrschen, nicht breit zu grinsen. Er hatte den Herrscherinnensohn richtig eingeschätzt. Mir wird schon einfallen, wie ich es nutze.
    Leïóva sah zu Modôia, die beiden tauschten sich dieses Mal ohne Worte aus.
    Aiphatòn konnte erkennen, wie deutlich die Ablehnung für diesen wagemutigen Plan in den Augen der schwarzhaarigen Vertrauten stand. Ihr Wort ist gewichtiger als das des Sohnes. Bekam er Leïóva nicht überzeugt, redete er gegen eine Wand. »Zudem«, fügte er schnell an, »hält der Regent noch einen armen Kerl gefangen, den ich gerne befreien würde.«
    »Woher solch Großmut, Kaiser?« Leïóva sah ihn verächtlich an – und er fühlte die gleiche Irritation bei ihr wie bei ihrer Tochter. Sie besaßen die gleiche abschreckende Ausstrahlung. »Ist er einer Eurer Freunde?«
    »Um offen zu sprechen: Ich fand ihn erst in Ishím Voróo.«
    Leïóva wirkte erstaunt. »Könnte Euch das Schicksal eines unbekannten Albs nicht einerlei sein?«
    »Durchaus. Doch ich rettete sein Leben vor einer Bande von Räubern, die ihn in einem Sarkophag durch die Gegend trugen. Das soll nicht vergebens gewesen sein«, berichtete er und sah eine erste Regung in Modôias und Leïóvas Gesicht. »Ihn umgibt ein Geheimnis, das unter Umständen auch Elhàtor betrifft. Dazu bräuchte ich eure Einschätzung.« Aiphatòn fütterte sie mit weiteren Einzelheiten. »Ich fand ihn gefesselt, gebunden mit magischen Klammern, die ich lösen konnte. Nur nicht die Halbmaske vor seinem Gesicht, die ebenso mit Runen versehen ist. Wir mussten Früchte zu Mus quetschen, um ihn überhaupt zu ernähren.«
    Nach seinem letzten Satz blieb es verdächtig still am Tisch.
    Die Albae aus Elhàtor sahen sich reihum an, Irïanora hatte die Stirn gerunzelt.
    »Das kann nicht sein«, stieß Ôdaiòn schließlich fassungslos aus und fuhr sich durch die braunen Haare. »Wie fand er ihn?«
    »Ich hätte Cushròk glauben sollen, als er mir davon berichtete«, wisperte die Herrscherin erbleichend. »Nun ist es geschehen!«
    » Was ist geschehen?« Irïanora verstand ebenso wenig wie Aiphatòn und brachte ihre Verwunderung laut zum Ausdruck. So sparte er sich die Frage. »Wer ist dieser Gefangene?«
    »Es ist geschehen, was ich in all den Teilen der Unendlichkeit fürchtete, seit ich auf Elhàtor ankam«, sprach Modôia und blickte Hilfe suchend zu Leïóva. Ihre Vertraute senkte ganz langsam den Kopf und schien damit dem zuzustimmen, was sie aussprechen wollte. »Ich muss den Krieg gegen Dâkiòn befehlen.«
    »Was?« Irïanora sprang entsetzt auf. »Aber mein Oheim tat nichts, was das rechtfertigen würde!«
    Eine einzige Erzählung reichte aus? Aiphatòn musste den Jubelschrei zurückhalten; zugleich bemerkte er, dass die Aufregung der Geisel recht ungelenk gespielt war. Auch sie freut sich über die bevorstehende Auseinandersetzung. Wie interessant. »Nun, ich fühle mich geehrt, dass du deine Meinung über meine Unterstützung geändert hast. Aber ob man deswegen gleich ein Heer auf den Weg sendet?«, sprach er, um den Anschein zu wecken, beschwichtigend zu wirken.
    Leïóva richtete ihren Blick auf ihn. »Trägt er die Maske noch?«, verlangte sie zu wissen.
    »Ja. Ich bekam den Schutzzauber nicht gelöst.« Aiphatòn grinste. »Der Cîanoi, der das passende Wissen zu besitzen schien, allerdings auch nicht mehr: Er starb durch meine Hand.« Hätte ich das verschweigen sollen?, dachte er sogleich beunruhigt. Nicht, dass die Gefahr nun gebannt ist.
    »Gut. Also bleibt uns Zeit, die Flotte

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