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Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Titel: Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Markus Heitz
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am Tisch vergessen haben sollte«, entgegnete sie und genoss es, Wichtiges beisteuern zu können. »Binnen vierzig oder fünfzig Momenten könnte man auf bestimmten Pfaden durch den natürlichen Sperrgürtel gelangen.« Horgôra sah zwischen ihnen hin und her. »Was nützt eine gewonnene Schlacht, wenn der Krieg damit nicht entschieden wird oder eine zweite entbrennt?«
    Shôtoràs’ Miene verfinsterte sich. »Du zerstörst meinen Plan. Bis eben mochte ich dich noch.«
    »Ich weise dir seinen Schwachpunkt, bevor es Scheusale oder Modôia tun. Sei mir dankbar, Regent.« Sie lachte fröhlich. »Schau nicht so verbittert. Denke weiter, wie ich es bereits tat.«
    »Eine beständige Zuleitung«, antwortete er nach kurzem Nachdenken.
    »Ein Rinnsal, das den Sumpf nass genug hält. Grandios!« Pasôlor war perplex. »Manchmal kommt man nicht auf die einfachsten Lösungen.«
    »Ich helfe gern«, sagte sie lachend und trank von ihrem Saft. »Nicht schlecht für eine Gewandschneiderin, oder?«
    Pasôlor verbeugte sich vor ihr. »Ich werde nie Tharc gegen dich spielen.«
    »Ich wusste, weswegen ich euch anhörte.« Shôtoràs zog den Stock zurück, um sich erneut darauf zu stützen. Seine Zuversicht und Zufriedenheit waren zurückgekehrt. »Dann machen wir es genau nach dieser Vorgehensweise.«
    » Du machst es so, Regent. Wir sind lediglich geehrt, dir und unserer Heimat geholfen haben zu dürfen.« Horgôra verneigte sich vor ihm, Pasôlor tat es ihr nach.
    Shôtoràs nahm die Huldigung hin, weil er wusste, dass sie durchaus neckend gemeint war. »Ja, ja«, grummelte er. »Macht euch nur lustig.«
    »Das würde ich niemals wagen.« Die Albin zwinkerte ihm zu. »Und als deine Oberste Gewandschneiderin kann ich dir sagen: Du hast abgenommen, Regent. Komm vorbei und lass dir die Kleidung enger nähen. Du könntest es tragen.«
    Pasôlor schaute noch immer auf die Karte, zog versonnen die Wasserlinien nach. »Ich glaube auch, dass es keine andere plausible Möglichkeit gibt.«
    Die gab es wohl. Doch der Herrscher mochte sie nicht in Betracht ziehen.
    Ich würde unsere angehenden Cîani ungern in die Wildnis aussenden, um sich gegen die Schiffe der Herrscherin zu stellen. Shôtoràs wusste, dass die Stadt etwa hundert Begabte unterrichtete.
    Dreißig von ihnen würde man im Kampf einsetzen können, da sie ihre Zauber gut genug beherrschten, um sie unter größter Belastung zu sprechen. Anfänger würden angesichts heranjagender Pfeilschauer oder geschwungener Klingen ins Stammeln geraten oder verlören die Konzentration. Nein, sie bleiben. Sie sind unsere Unterstützung, falls die Elhàtorianer doch bis vor die Steilklippen kommen.
    »Man mag mir diesen Hinweis übel nehmen, aber ich hoffe eine Sache noch am meisten«, unterbrach Pasôlor Shôtoràs’ Gedanken. Die beiden anderen Albae sahen ihn fordernd an. »Dass wir alle Maßnahmen treffen und sie nicht benötigen.« Er schürzte die Lippen und wandte die Augen mit festem Blick wieder auf die Karte. »Die Götter mögen Irïanora den Verstand geben, Modôia zu beruhigen und zu überzeugen, ihren überzogenen Einfall zu vergeben.«
    Shôtoràs wusste nicht, was er erwidern sollte.
    In einem ersten Impuls hatte ihm »Dann bring mir einen Zhartài, der den Abschaum erledigt« auf der Zunge gelegen, denn er wollte wahrlich keinen Krieg mit der Erhabenen, nur den Tod der Herrscherin. Aber wer könnte dieses Attentat ausführen?
    Ich bräuchte einen Kämpfer, einen Alb, der nicht aus dieser Stadt kommt. Einen Assassinen. Shôtoràs bedauerte, dass es die Meuchelmörder nicht mehr gab. Sie wären gelegentlich von Nutzen gewesen, und niemand hätte ihm etwas nachweisen können.
    »Die Götter mögen dafür sorgen«, stimmte Horgôra zu.
    »Und wenn sie uns nicht erhören, ganz gleich ob Inàste oder Tion, meinetwegen auch alle Übrigen, dann sind wir vorbereitet und werden diese Auseinandersetzung für uns entscheiden«, sagte Shôtoràs abwesend, da sich ein Teil seines Verstands noch immer mit anderen Gedanken beschäftigte. »Ich schwöre vor euch, meinen Freunden, dass ich Modôia vernichten werde, und zwar nur sie. Danach können die Erhabene und die Stolze in Einheit und in Frieden leben.« Knirschend schlossen sich seine Finger fest um den Griff, er atmete schneller. »Ihr toter Leib wird vor mir liegen, und ich lasse ihn von meinen besten Künstlern ausweiden. Sie soll in kleinen Stücken in ganz Dâkiòn verteilt sein, damit jeder versteht, dass wir dem Abschaum aus Tark

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