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Die Rückkehr des Zweiflers - Covenant 08

Die Rückkehr des Zweiflers - Covenant 08

Titel: Die Rückkehr des Zweiflers - Covenant 08 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Stephen R. Donaldson
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und warf Hände voller Zweige dazwischen. »Du hast sie glauben lassen, sie griffen einander an.«
    Und sie hatte ihm dabei geholfen. Ihre Versuche, mit den Gräuelingern zu diskutieren, hatte die Wesen abgelenkt ...
    »Verdammt, Linden!«, brüllte Covenant. »Ich hab dir doch gesagt, dass ...!« Aber dann war er sichtlich um Selbstbeherrschung bemüht. Indem er die Stimme senkte, knurrte er: »Dafür haben wir keine Zeit. Ich weiß, dass du dich überfahren fühlst. Aber wir können uns jetzt keine Diskussion leisten. Die Gräuelinger sind nicht dumm. Sie werden herausbekommen, was passiert ist. Sie werden wissen, wer dafür verantwortlich war. Sobald dieser verdammte Forsthüter aufhört, sie anzusingen, sind sie hinter uns her. Und nicht einmal er kann sie lange aufhalten. Sie werden bald ein Mittel finden, sich von ihm zu lösen ... Linden, wir brauchen dich.«
    Zielstrebig angespannt hastete Jeremiah um den Kreis aus Holz, trug Äste und Zweige aller Größen zusammen.
    Linden war sich nicht sicher, ob sie sich würde bewegen können. Vielleicht brach sie zusammen, wenn sie versuchte, auch nur einen Schritt weit zu gehen. Covenant hatte sie aufgefordert, nicht mal zu denken, aber sie schien ohnehin zu keinem klaren Gedanken imstande zu sein. Leise fragte sie: »Könnt ihr nicht vor ihnen weglaufen?«
    »Höllenfeuer!« In seinen Augen flammte Blut oder Glut auf. » Natürlich können wir ihnen davonlaufen. Wenn wir genug Zeit haben. Aber sie sind verdammt schnell. Wir brauchen vor allem Zeit .«
    Sobald sie ihren Kampf mit Caerroil Wildholz abbrachen ...
    »Du hast das alles geplant«, sagte Linden benommen. »Oder dafür geplant.«
    »Schluss damit!«, verlangte Covenant. »Tu, was ich dir sage!«
    Jeremiah hatte bereits die Hälfte des abgerissenen, zersplitterten Holzes aufgesammelt, und in der Ferne tobte und wogte der Kampf noch immer weiter: Verwüstung gegen Melodien, überbordende Verachtung gegen uralten Zorn.
    »Wo kommt das viele Holz her?«, fragte sie. »Was wollt ihr damit?«
    »Linden!«, protestierte Covenant, aber Jeremiah, der trotz der Kälte schwitzte, hielt kurz in seiner Arbeit inne: »Am Rande des Waldes steht eine abgestorbene Eiche«, sagte er, den Blick von ihr abgewandt. »Oder fast abgestorben. Jedenfalls mit vielen dürren Ästen. Ich habe sie getroffen, und wir haben das Holz auf der Flucht mitgenommen. Wir werden es brauchen, wenn wir den Melenkurion Himmelswehr erreichen.« Dann nahm er seine Arbeit wieder auf.
    Fragen krochen durch Lindens Gedanken: Als Fackeln? Für ein Lagerfeuer? Aber Jeremiah hatte genügend Äste für einen Scheiterhaufen abgebrochen – und die meisten waren zu groß, sich als Fackeln tragen zu lassen. Linden seufzte: Sie gab auf: Das ging über ihren Horizont. Die Nachwirkungen der Synästhesie verwirrten sie: In ihren Synapsen schien es zufällige Fehlzündungen zu geben, sodass sie immer wieder unter flüchtigen Verwirrungen und Verzerrungen litt. Und so konzentrierte sie ihre Bemühungen vorerst darauf, aufrecht zu stehen, ohne sich auf ihren Stab zu stützen.
    »Na schön«, erklärte sie Covenant undeutlich. »Wir müssen weiter. Von dieser Sache wird mir schlecht. Was soll ich also tun?«
    »Endlich!«, knurrte Covenant und fügte mit einem Nicken zum Südwesthang des Hügels hinzu: »Du gehst dort runter. Zwanzig bis dreißig Schritte. Dann müssten wir genügend Platz haben. Du benutzt den Stab dazu, ein Interdikt zu erschaffen. So groß du nur kannst. Es kann sie nicht stoppen, aber wenigstens zeitweise aufhalten. Sie werden es erst verstehen wollen.«
    Linden starrte ihn an, blinzelte. »Was ist ein Interdikt?«
    »Tod und Teufel!« Diesmal richtete sein Ärger sich nicht gegen sie. »Ich vergesse immer wieder, wie unwissend du ...« Er verstummte, schien die Luft über sich zu studieren, als fahnde er in seinen Erinnerungen. Dann kehrte sein glühender Blick zu ihr zurück. »Zerbrich dir darüber nicht den Kopf. Was wir brauchen, ist ein Wall aus Macht. Aus irgendwelcher Macht. Sie muss nur gefährlich sein. Und sie muss diesen ganzen Hügel bedecken. Und jetzt: Geh! Tu es! Sofort .«
    Linden spürte, wie der grausige Kampf in der Ferne sich verlagerte, als die Gräuelinger ihre Taktik veränderten, um Caerroil Wildholz' goldflimmerndem melodischem Ansturm zu begegnen. Die unheimlichen Kreaturen würden sich vielleicht bald befreien. Sie machte einige zögernde Schritte, sah aber weiterhin flehend zu Jeremiah hinüber. Bitte, hatte sie ihn

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