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Die Sommerfrauen: Roman (German Edition)

Die Sommerfrauen: Roman (German Edition)

Titel: Die Sommerfrauen: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Mary Kay Andrews
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müssen.«
    »Der Arme«, seufzte Dorie. »Ich weiß, es ist nicht richtig, aber er tut mir so leid. Sein Vater ist gestorben. Ungefähr vor einer Woche! Und er hat mich nicht mal angerufen, um es mir zu sagen. Ich hab ihn angeschrien, und er meinte nur, er hätte gedacht, es wäre mir egal. Könnt ihr das fassen? Henry war mein Schwiegervater! Ich hab Stephen richtig fertiggemacht, und er hat dann zugegeben, dass er mit Matt zur Beerdigung nach Omaha gefahren ist. Ich war so mies zu ihm! Schließlich sagte er ›Leck mich‹, was er, glaub ich, noch nie zu mir gesagt hat. Meine Güte! Ihr hättet mich mal hören sollen. Ich war genau wie meine Mutter. Es war deprimierend.«
    »Das sind die Hormone!«, sagte Julia mitfühlend. »Außerdem: Egal, was du ihm an den Kopf geworfen hast, er hat es verdient.«
    »Du hast es eben doch selbst gesagt«, warf Ellis ein. »Er ist total durcheinander. Wie geht’s also weiter?«
    »Tja, ich werde wohl den Großteil erledigen müssen, wenn’s um die Scheidung geht. Er behauptet, er will sich nicht scheiden lassen. Es wäre alles sein Fehler, ich könnte alles haben, auch das Haus.«
    »Dann nimm es doch!«, riet ihr Julia. »Schließlich ist er derjenige, der dich betrogen hast. Du hast es verdient.«
    »Nein«, Dorie schüttelte den Kopf. »Wir haben das Haus gemeinsam gekauft. Ich habe ihm gesagt, wir verkaufen es und teilen uns den Erlös. Keiner von uns beiden kann es sich nach der Scheidung noch leisten. Auch wenn Stephen das nicht bewusst ist. Ich habe mich immer um alle Geldangelegenheiten gekümmert. Er hat keinen blassen Schimmer von solchen Sachen.«
    »Wenn du das Haus verkaufst, wo willst du dann wohnen?«, fragte Ellis.
    »Ich dachte, ich könnte zu meiner Mutter ziehen …«, sagte Dorie kleinlaut.
    »Zu Phyllis?«, unterbrach Julia sie. »Bist du verrückt? Warum willst du dich freiwillig so einer Folter unterwerfen?«
    »Sie ist meine Mutter«, erwiderte Dorie. »Und ihr Haus ist nur fünf Minuten von der Schule entfernt. Es liegt in einer viel besseren Gegend, als ich mir allein leisten könnte. Ich glaube, dass sie mir Nashs altes Apartment über der Garage überlassen würde, da er ja im Grunde genommen in Omas Haus auf der East 48th wohnt. Da ist eine kleine Küchenzeile drin und auch ein Badezimmer. Ist nichts Besonderes, aber dann wären wir zumindest nicht unter einem Dach mit Phyllis. Sie ist ja letztes Jahr in den Ruhestand gegangen, also wäre sie vielleicht bereit, mir mit dem Kind zu helfen, zumindest am Anfang, bis ich mich um eine Betreuung gekümmert habe.«
    »Ach, Dorie«, sagte Ellis voller Mitleid. »Und das willst du wirklich tun?«
    »Nein«, gab sie zu. »Aber ich glaube, ich habe keine andere Wahl. Zumindest kurzfristig. Ich weiß, dass Phyllis ganz schön schwierig sein kann, und ich habe echt Schiss davor, ihr das alles zu erzählen, aber sie würde mich niemals im Stich lassen. Und ihr Enkelkind auch nicht. Sie ist völlig vernarrt in Willas Kinder.«
    »Es muss eine bessere Lösung geben.« Julia ließ sich wieder auf die Liege fallen.
    »Ich bin für alle Vorschläge offen«, sagte Dorie. »Aber bis dahin hab ich nichts Besseres.«
    »Das ist ätzend«, meinte Julia.
    »Allerdings«, stimmte Ellis zu. »Aber wir werden uns was überlegen. Bis dahin hört auf meinen Rat und kauft Lottoscheine.«
    Ellis atmete tief durch. Schon den ganzen Morgen zerbrach sie sich den Kopf, wie sie Dorie und Julia von ihrer Verabredung mit Ty erzählen sollte, ohne dass es sich anhörte, als sei es etwas Besonderes. Obwohl es etwas Besonderes für sie war. Etwas ganz Besonderes.
    »Hört mal her«, sagte sie beiläufig. »Wir haben ja gesagt, wir bleiben unter uns, wenn wir hier sind. Aber ich muss euch etwas beichten.«
    »Du musst was beichten?«, fragte Dorie träge. »Was hast du denn gemacht? Geld aus unserer Essenskasse genommen?«
    »Ich weiß es schon! Ellis ist verli-hiebt, Ellis ist verli-hiebt«, sang Julia.
    Ellis’ gebräuntes Gesicht lief rot an.
    »Echt?« Dorie hob ihre Sonnenblende an. »Hast du hier jemanden kennengelernt?«
    »Genau hier«, sagte Julia selbstfällig. »Genau an diesem Strand.«
    »Du hast einen Typ am Strand kennengelernt? Wo war ich denn da?«, fragte Dorie.
    Julia hielt es nicht länger aus: »Es ist der Garagenmann!«, platzte es aus ihr heraus. »Ty Bazemore. Sag die Wahrheit, Ellis: Du hast dich mit Ty verabredet, stimmt’s?«
    »Wirklich?« Dorie seufzte glücklich. »Das ist ja super, Elly-Belly.«
    »Nenn

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