Ein Hoffnungsstern am Himmel Roman
John Matthews. »Auf diese Weise können wir eine größere Fläche zwischen Kangaroo Crossing und Yattalunga absuchen.«
»Das halte ich für zu gefährlich«, erwiderte Marty. »Wir sollten jeder in Sichtweite des anderen bleiben.«
»Aber wir könnten sie verfehlen, und dann wäre das ganze Unternehmen reine Zeitverschwendung.«
»Sieh den Tatsachen ins Auge, John!«, stieß Marty ärgerlich hervor. »Ohne Suchflugzeug brauchen wir hunderte von Männern, um die ganze Simpson-Wüste abzusuchen, und so viele Leute haben wir nun mal nicht.«
»Ich könnte den Lastwagen mitnehmen«, schlug Wags vor.
»Das halte ich für keine gute Idee«, gab Charlie zurück. »Das Gelände da draußen ist sehr schwierig.«
»Das alte Mädchen hat schon reichlich raues Gelände gesehen«, beharrte Wags.
»Ich glaube, Charlie hat Recht«, meinte John. »Dein Lastwagen kann es nicht schaffen, Wags.«
»Aber wenn Estella und Murphy verletzt sind, braucht ihr ein Transportmittel, um sie nach hier ins Krankenhaus zu bringen«, erklärte Wags trotzig.
»Da hat er nicht ganz Unrecht«, meinte Frances Waitman.
»Du könntest dich hier bereithalten«, schlug Barney vor. »Wenn die Suchmannschaft Murphy und Estella findet und falls sie am Leben sind, könnte jemand zurückkommen und dich holen.«
Phyllis brach in Tränen aus, und Marjorie nahm sie tröstend in die Arme. » Natürlich sind sie am Leben!«
»Vielleicht hat Wags Recht«, überlegte Charlie. »Der Lastwagen könnte wirklich hilfreich sein, auch wenn wir nicht so schnell vorankommen. Wir könnten viel Wasser und Vorräte mitnehmen und Estella und Murphy leichter hierher transportieren.« Ihm wurde flau bei dem Gedanken, dass die beiden schwer verletzt sein könnten.
Dan hatte genug gehört. Er verließ den Gesellschaftsraum und war gerade auf dem Weg zur Tür, als Edna nach ihm rief. »He, Dr. Dan – ich hab ’ne Flasche gefunden, in der was drin ist.«
Dan blieb stehen und fuhr sich unwillkürlich mit der Zunge über die Lippen. »Was ist es denn?«, fragte er, doch es interessierte ihn im Grunde wenig. In diesem Moment wäre ihm sogar Terpentin willkommen gewesen. Er ging zurück zur Bar und betrachtete die staubige Flasche, die Edna hinter der Bar gefunden hatte. Das Etikett war von Silberfischen halb aufgefressen worden, doch er erkannte das Wappen der Royal Navy darauf. Dan zog den bröselnden Korken heraus und roch am Inhalt: Es war Rum, von der Sorte, die oft als »Magenputzer« bezeichnet wurde und von sehr zweifelhafter Qualität war.
Edna glaubte, Dan etwas Gutes zu tun, schenkte ihm ein Glas ein und reichte es ihm mit strahlender Miene. Dann hörte sie an der Hintertür die Stimmen von Aborigines und ging hinaus. Sie hatte zwei ihrer Brüder gebeten, Charlie in die Wüste zu begleiten, nur um sicher zu sein, dass er wohlbehalten zurückkehrte. Sie glaubte nicht, dass er sonst im Umkreis von fünf Metern um die Bar überleben würde.
Dan nahm das Glas und starrte auf den ein wenig trüben, rötlich-braunen Inhalt. Einerseits verspürte er das heftige Verlangen, das Glas in einem Zug zu leeren, obwohl er wusste, dass es nicht reichen würde. Andererseits stieß der Alkohol ihn fast ebenso ab wie seine Schwäche. Mit einem verzweifelten Aufschrei stieß er das Glas von sich, das hinter ihm auf dem Boden zerschellte.
Bei Einbruch der Dunkelheit wurde es in der Simpson-Wüste allmählich kühler. Estella überlegte, wo sie schlafen sollte. Sie verwarf den Gedanken, sich auf den steinigen Boden am Feuer zu legen, denn sie hatte Angst vor Skorpionen, die vor allem nachts herauskamen. Auch der Gedanke an Schlangen und diegrößten Ameisen die sie je gesehen hatte, sowie an die riesigen Spinnen würde sie keinen Augenblick zur Ruhe kommen lassen. Sie blickte zum Flugzeug hinüber. Murphy schien fest zu schlafen, und sie beschloss, sich ebenfalls in der Maschine hinzulegen. Es war zwar unschicklich, doch unter diesen Umständen erschienen ihr solche Bedenken geradezu absurd.
Estella schlüpfte ins Flugzeugwrack und zog die Tür hinter sich zu. Dabei entdeckte sie die gelbe Decke, von der Murphy gesprochen hatte. Sie legte sich neben ihn auf den Boden, von dem sie vorher die Scherben und den Schmutz entfernt hatte.
Die Scheiben an einer Seite der Maschine waren zerbrochen. Murphy muss frieren, dachte Estella und breitete die Decke behutsam über ihn. Dann kroch sie selbst darunter und schloss die Augen.
»Morgen versuche ich, das Funkgerät zu reparieren«,
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