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Error

Error

Titel: Error Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: N Stephenson
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Dunkelheit. Der Terminal war geschlossen. Die Lichter – wenn es denn welche gab – waren gelöscht worden. Jones schaltete die Scheinwerfer des Wohnmobils aus, während sie an einem Hinweisschild vorbeirollten, das sie darauf aufmerksam machte, dass es weitere Überfahrten erst wieder um sechs Uhr am nächsten Morgen geben werde. Einen Moment später gingen auch die Scheinwerfer des Suburban aus. Im Sternenlicht tasteten sie sich zur Zufahrt hinunter. Es handelte sich einfach um eine durch den Wald bis ans Seeufer geschlagene Schneise. Sie ging geradewegs in schwarzes Wasser über. Die Verbindung mit dem Ufer war zweigeteilt. Rechts lief die Straße waagerecht in einen Anleger aus, der auf einer Pfahlkonstruktion in den See hinausgebaut und mit Toren, Rampen und riesigen Pollern zum Festmachen der Fähre ausgestattet war. Rechts fiel der Asphalt geradewegs durch die Wasserlinie ab. Darin eingeschnitten waren zwei tiefe, gerade Rinnen, die mit Stahlschienen verstärkt waren. Sie verliefen schräg nach oben über die Straße bis zu einem breiten, offenen Platz neben dem Wartebereich, umgeben von Geräteschuppen mit schweren Hebevorrichtungen und anderem Gerät: vermutlich eine Werft für die Fähren, die mit einer Winsch auf den Schienen aus dem Wasser gezogen und auf höher gelegenem Gelände trockengedockt werden konnten. Durch die Fenster des Wohnmobils konnte sie sich das Ganze recht gut anschauen, weil Jones das riesige Fahrzeug an dieser Stelle durch mehrfaches Vor- und Zurücksetzen wendete. Inzwischen hatte Abdul-Wahaab – der den Suburban gefahren hatte – mitten auf der Rampe angehalten, sodass die Schnauze genau aufs Wasser zeigte. Er hatte sämtliche Fenster heruntergekurbelt, das Sonnendach geöffnet und die zweigeteilte Hecktür aufgemacht, die er nun mit einem dazwischen verkeilten Stock offen zu halten schien. Aus dieser Entfernung konnte sie nicht hineinschauen, aber sie hatte eine ziemlich gute Vorstellung davon, was darin war. In der Zeit, die sie in diesem Schlafraum verbracht hatte, hatte sie – in Form von Familienfotos, Toilettenartikeln, Gebisspflegezubehör und Nippes – reichlich Hinweise darauf gesehen, dass das Wohnmobil einem Rentnerpaar gehörte, dessen Leichen sich nun im Heck des Suburban befanden.
    Nachdem er mit seinen Vorbereitungen fertig war, drehte Abdul-Wahaab eine letzte Runde um den großen Geländewagen und inspizierte seine Arbeit, dann griff er durch die offene Fahrertür hinein. Zula hörte ein fernes, dumpfes Klacken, als er die Feststellbremse löste. Der Suburban begann die Rampe hinunterzurollen. Die rechte Hand am Lenkrad, ging und rannte Abdul-Wahaab dann nebenher und löste sich erst davon, kurz bevor die Nase des Wagens ins Wasser eintauchte. Dieser büßte auf den ersten paar Metern den größten Teil seiner Geschwindigkeit ein und bildete eine konzentrische Welle, die auf den See hinauswanderte, aber er hörte nicht auf sich zu bewegen. Luft sprudelte aus dem Motorraum. Der Wagen glitt vorwärts in den See, lief sofort mit Wasser voll und verschwand, hinter sich eine Spur von Blasen, die sich langsam vom Ufer wegbewegte, während das Fahrzeug dem Seegrund entgegensank. Das umliegende Gelände war felsig und steil, und Zula hatte keinen Zweifel daran, dass es jenseits der asphaltierten Zufahrt zur Fähre jäh abfiel. Der See musste hundert Meter tief sein, und der Suburban würde erst ganz unten zum Stillstand kommen.
    Jones fuhr vom Werfthof herunter und richtete die Nase des Wohnmobils hügelaufwärts. Abdul-Wahaab kam zur Seitentür hereingestürzt, um die begeisterten Glückwünsche und andächtigen Dankesbezeigungen seiner Kollegen entgegenzunehmen. Abdallah Jones lenkte das Wohnmobil auf den offenen Highway, schaltete die Scheinwerfer ein und fuhr in einem Tempo, das, wie Zula vermutete, deutlich unter der vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzung lag, in irgendeine aufs Geratewohl gewählte Richtung.

Zehnter Tag
    »Ich meine, hast du gesehen, was Anfang der Woche mit diesen dreitausend K’Shetriae passiert ist?«, fragte Richard.
    Skeletor wandte den Blick ab und tat so, als studierte er das Muster der roten Resopaltischplatte.
    Richard fuhr fort: »Denen, die versucht haben, in das Torgai-Vorgebirge einzudringen und dort so etwas wie eine Ordnung zu etablieren?«
    »Ich weiß, von welchen K’Shetriae du sprichst.« Devin Skraelin schüttelte den Kopf und starrte verdrossen zum Fenster des Wohnwagens hinaus. Dieser war, weil Richard sich – auf

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