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Foundation 01: Meine Freunde, die Roboter

Foundation 01: Meine Freunde, die Roboter

Titel: Foundation 01: Meine Freunde, die Roboter Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Isaac Asimov
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zu werden. Vierzehn Bilder starrten
ihn an, keiner der vierzehn Männer und Frauen sagte etwas.
    »Ihr habt doch ständig von Freiheit gesprochen«,
sagte Bakst scharf. »Jetzt habt ihr sie.« Dann, unsicher
werdend: »War es das nicht, was ihr wolltet?«

 
Worfeln
     
     
    Fünf Jahre waren vergangen, seit die ständig dicker
werdende Mauer um die Arbeit Dr. Aaron Rodmans gezogen worden
war.
    »Zu Ihrer eigenen Sicherheit«, hatte man gesagt.
    »Falls es in die falschen Hände gerät«, hatte
man erklärt.
    In den richtigen Händen jedoch, in denen von Dr. Rodman zum
Beispiel, war die Erfindung seit Pasteurs Entdeckung der Mikroben
eindeutig eine neuerliche Gnade für die Gesundheit des
Menschen.
    Kurz nach seinem 50. Geburtstag, passenderweise am ersten Tag des
21. Jahrhunderts, hatte er an der New Yorker Akademie für
Medizin einen Vortrag gehalten, und danach war ihm Schweigepflicht
auferlegt worden. Er hatte nur noch mit gewissen Menschen sprechen
dürfen und konnte natürlich auch nichts mehr
veröffentlichen.
    Daß ihn die Regierung unterstützte, versteht sich von
selbst. Er hatte alles Geld, das er brauchte, und sämtliche
Computer standen ihm zur Verfügung. Er kam mit seiner Arbeit
schnell voran, und Regierungsvertreter kamen zu ihm und ließen
sich Erklärungen geben.
    »Dr. Rodman«, fragten sie zum Beispiel. »Wie kann
ein Virus innerhalb eines Organismus von Zelle zu Zelle verbreitet
werden, ohne von einem Organismus zum anderen ansteckend zu
sein?«
    Dr. Rodman empfand es als ausgesprochen mühsam, immer wieder
betonen zu müssen, daß er nicht auf jede Frage eine
Antwort wüßte. Er empfand es außerdem als
mühsam, das Wort ›Virus‹ gebrauchen zu
müssen.
    »Es handelt sich um kein Virus«, pflegte er zusagen,
»weil es sich um kein Nukleinsäuremolekül handelt. Es
geht hier um etwas völlig anderes – um ein
Lipoprotein.«
    Es war ihm angenehmer, wenn seine Befrager keine Mediziner waren.
Dann brauchte er nicht ständig Details zu erklären, sondern
konnte die Angelegenheit in großen Zügen behandeln.
    »Jede lebende Zelle«, sagte er dann, »und jede
kleine Struktur innerhalb der Zelle, ist von einer Membran umgeben.
Die Lebenstätigkeit der Zelle hängt davon ab, wie viele
Moleküle in jeder Richtung durch die Membran gelangen. Eine
leichte Veränderung der Membran verändert den Fluß
der Moleküle und damit die chemische Beschaffenheit und die
Tätigkeit der Zelle.
    Jede Krankheit kann eine Folge von Veränderungen der
Membrantätigkeit sein. Jede Mutation kann möglicherweise
durch solche Veränderungen durchgeführt werden. Jede
Technik, welche die Membrantätigkeit reguliert, reguliert das
Leben. Die Hormone kontrollieren den Körper durch ihre
Einwirkung auf die Membranen, und mein Lipoprotein ist kein Virus,
sondern eine Art künstliches Hormon. Das LP dringt in die
Membran ein und bewirkt das Entstehen weiterer Moleküle seiner
eigenen Art – und das ist der Punkt, den ich selbst nicht
verstehe.
    Die feinen Strukturen der Membranen sind nirgends identisch. Sie
sind in allen Lebewesen verschieden. Das LP wirkt auf zwei
verschiedene Organismen niemals in gleicher Weise ein. Was die Zellen
des einen Organismus Glukose aufnehmen läßt und somit
gegen Diabetes wirkt, verschließt die Zellen eines anderen
Organismus vor Lysin und tötet ihn.«
    Die Tatsache, daß es ein Gift war, schien die anderen am
meisten zu interessieren.
    »Ein selektives Gift«, pflegte Dr. Rodman zu sagen.
»Nicht einmal mit Hilfe genauester, durch Computerergebnisse
untermauerte Studien der biochemischen Membranbeschaffenheit eines
Individuums kann man im voraus sagen, wie ein spezielles LP auf es
einwirkt.«
    Mit der Zeit wurden die Vorschriften immer strenger und
beschnitten seine Freiheit. Trotzdem führte er ein behagliches
Leben – und das in einer Welt, in der Freiheit und Wohlbehagen
schwanden und sich vor einer verzweifelten Menschheit die Pforten der
Hölle öffneten.
    Man schrieb das Jahr 2005, und die Bevölkerungszahl der Erde
betrug sechs Milliarden. Vor der großen Hungersnot waren es
sieben gewesen. Eine Milliarde Menschen waren im Verlauf der letzten
Generation verhungert, und noch mehr würden verhungern.
    Peter Affare, der Vorsitzende der World Food Organisation, kam
häufig in Rodmans Labor, um mit dem Wissenschaftler Schach zu
spielen. Er behauptete, der erste gewesen zu sein, der die Bedeutung
von Rodmans Vortrag an der New Yorker Akademie für Medizin
begriffen habe, was ihm wiederum

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