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Gefaehrten der Finsternis

Titel: Gefaehrten der Finsternis Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Chiara Strazzulla
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General, der Bote ist zu sich gekommen und wünscht Euch zu sehen«, leierte er herunter.

    »So ist es besser.« Vandriyan deutete ein Lächeln an. »Rühren, Soldat. Sag dem Boten, er kann zu mir kommen, wann er will. Ich erwarte ihn.«
    »Ja, Vater. Äh, ich meine natürlich, jawohl, Herr.« Gershir wandte ihm den Rücken zu und schlenderte lässig aus dem Zelt.
    »Und bring deine Uniform in Ordnung!«
    Kurz darauf kam der Bote zu ihm. Fardan begleitete ihn. Ein gut aussehender Mann, nicht unbedingt blutjung, aber groß und muskulös. Er hatte durchdringende graue Augen und die hellblonden Haare fielen ihm offen über die Schultern. Er trug eine Uniform der Ewigen Infanterie; sie war abgetragen, zerrissen und an einigen Stellen mit Blut getränkt. Der Mann wirkte erschöpft und ängstlich.
    »Setzt Euch bitte«, sagte Vandriyan und deutete auf die Matten, die auf dem Boden lagen. »Ihr müsst müde sein. Seid ihr verwundet?«
    »Nein, Herr!« Der Mann schüttelte den Kopf. »Nicht sehr schwer jedenfalls. Nur eine paar oberflächliche Kratzer. Doch ich habe in einem Kampf mein Schwert verloren.«
    Vandriyan sah ihn mit Bewunderung an. »Ihr seid unbewaffnet? Und Ihr habt wirklich den ganzen Weg so zurückgelegt? Ihr seid ein tapferer Mann.«
    »Ich war nicht völlig unbewaffnet, schließlich hatte ich noch meinen Dolch.« Der Bote zog die Waffe, deren Klinge blutbefleckt war, aber es war deutlich zu sehen, dass der Dolch niemals ausgereicht hätte, um sich zu verteidigen.
    »Wie heißt Ihr?«, fragte Vandriyan, der den Mann nun mit weitaus mehr Respekt betrachtete.
    »Feliran, Herr. Feliran vom Hohen Tal.«
    »Der Name eines Königs«, bemerkte Vandriyan. »Seid Ihr edlen Geblüts?«
    Feliran schüttelte den Kopf. »Nein, Herr.Aber mein Vater stand dereinst im Dienst von Sire Feliran dem Dritten.«

    »Sehr gut.« Vandriyan lächelte ihn freundlich an. »Nun denn, Feliran vom Hohen Tal, welche Nachrichten bringt Ihr mir?«
    Der Bote schaute zu Boden. »Leider sehr schlechte, Herr«, murmelte er verlegen. »Wir haben auf den Feldern von Altambra eine neuerliche Niederlage erlitten und die gesamten Grenzregionen sind in Alarmbereitschaft. Der Regent der Letzten Stadt lässt bereits Teile der Zivilbevölkerung in die Feste Syrkun bringen, nach Süden. Aber das ist leider noch nicht alles.«
    Nun lächelte Vandriyan nicht mehr. »Es gibt noch etwas?«, fragte er müde.
    »Ja, Herr. Ich fürchte, das Schlimmste kommt erst noch. Wir wissen jetzt, auf wessen Seite die Sterblichen stehen, da sie auf den Feldern von Altambrain die Schlacht eingegriffen haben.«
    Ein Funken Hoffnung erhellte Vandriyans edles Gesicht. »Sie werden sich also an das Bündnis halten?«, fragte er mit fieberhafter Ungeduld.
    Feliran schüttelte betrübt den Kopf. »Das glaube ich kaum, Herr. Sie sind wohl in die Schlacht gezogen, aber gegen uns.«
    Vandriyan ließ keine Regung erkennen. Und sagte nichts dazu.
    »Es sind viele«, erklärte Feliran. »Und sie sind gut gerüstet. Sie hätten uns eine wertvolle Unterstützung sein können. Doch an der Seite der Goblins entfalten sie eine verheerende Wirkung. Und wir haben Grund zu der Annahme, dass der Feind über weit mehr Streitkräfte verfügt, als er zeigt. Es könnte das Ende bedeuten, Herr. Die Einhaltung des Bündnisses war unsere letzte Hoffnung.«
    Vandriyan sah ihn an. »Was soll ich Euch sagen?«, fragte er. »Dass die Ewigen noch alle Möglichkeiten haben, diesen Krieg zu gewinnen? Dass wir uns von dem Schlag erholen werden, dass der Feind schwächer ist, als er zu sein scheint, dass auf diese Niederlagen ein Sieg folgen wird? Das kann ich nicht.Wenn Ihr das hören wollt, tut es mir leid, aber ich pflege für gewöhnlich keine Illusionen zu schüren. Und wenn ich so etwas behaupten würde,
würden viele daran glauben, nur weil ich es sage. Sollte ich mich wirklich dazu äußern müssen, und das würde ich lieber vermeiden, werde ich sagen, dass ich gegebenenfalls bereit bin, für das Ewige Königreich zu sterben. Aber ich zweifle, ob dieses Opfer etwas bewirken könnte. Weder mein Tod noch der irgendeines anderen.«
    »Ist das Eure Antwort?«, fragte Feliran schüchtern.
    »Kommt darauf an, was Ihr mit Antwort meint«, sagte der Hauptmann trocken. »Auf jeden Fall habe ich nicht die Absicht, dem noch etwas hinzufügen. Es steht mir nicht zu, diesbezüglich eine Entscheidung zu treffen. Ihr müsst gehen und es dem König berichten, sobald Ihr Euch ein wenig erholt habt. Ich werde Euch von

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