Gesund bleiben nach Kreb
Erkenntnissen und nicht, wie sonst üblich, auf erfahrungsbasierten und klinischen Grundlagen. Auf R. Steiners Anregung hin wurden speziell hergestellte Mistelpräparate zur Behandlung von bösartigen Erkrankungen entwickelt und hauptsächlich von anthroposophischen Ärzten angewendet. Mittlerweile ist die standardisierte Misteltherapie aus dem Umfeld der Anthroposophie herausgetreten und wird auch von Ärzten angewendet, die sich eher einer schulmedizinischen, ganzheitlichen Richtung zugehörig fühlen.
Info
Eine Therapie mit standardisierten Mistelextrakten kann sowohl zur Stimulation des Immunsystems bei Abwehrschwäche als auch zur Besserung der Lebensqualität angezeigt sein.
WISSEN
Stimulation des Immunsystems
Die derzeit praktizierte Misteltherapie erfolgt mit standardisierten Extrakten der anthroposophischen Therapierichtung oder mit so genannten »phytotherapeutischen« (also pflanzlichen), Lektin-standardisierten Extrakten. Lektin-standardisiert heißt dabei, dass jeweils eine bestimmte Konzentration des wirksamen Mistellektin-1 enthalten sein muss. Dieses Mistellektin-1 ist ein pflanzliches Eiweiß mit abwehrsteigernden und zelltötenden Eigenschaften. Die Mistelextrakttherapie hat sich in wissenschaftlich fundierten klinischen Studien als sinnvoll erwiesen. Durchgeführt wurde sie bei Patienten mit den Erkrankungen Brustkrebs, Eierstockkrebs, Lungenkrebs, Dickdarmkrebs und Hirntumor/Glioblastom. In diesen Studien konnte eine deutliche Besserung der durch eine Chemo- oder Strahlentherapie hervorgerufenen Abwehrschwäche nachgewiesen werden. Außerdem kam es während der Therapie zu einer deutlichen Minderung von Nebenwirkungen und einer Verbesserung der Lebensqualität.
Zellzahlen im Normbereich
Blutuntersuchung
Zellen
Norm
Kleines Blutbild
Leukozyten
4.000–10.000 pro mcl
Differenzialblutbild
Lymphozyten
Monozyten
Granulozyten
1.100–3400 pro mcl
300–600 pro mcl
1.400–6500 pro mcl
Immunstatus/Zellzahlen
T-Lymphozyten
B-Lymphozyten
T-Helferzellen
T-Supressorzellen
Zytotoxische T-Zellen
NK-Zellen
800–2000 pro mcl
80–600 pro mcl
500–1100 pro mcl
200–900 pro mcl
40–400 pro mcl
180–400 pro mcl
Zellaktivität
Interleukin-2 Rezeptor
180–410 pro mcl
Für gesunde Menschen – also Menschen mit einem normalen Immunsystem ohne nachgewiesene Abwehrschwäche – ist eine krebsvorbeugende abwehrsteigernde Misteltherapie nach wissenschaftlicher Datenlage nicht angezeigt, da bislang keine Hinweise auf irgendwelche krebsverhindernden bzw. gesundheitsstabilisierenden Effekte vorliegen. Dies ist insofern relevant, als
viele Krebsarten nicht auf eingeschränkte Abwehrfunktionen zurückzuführen sind, sondern bei immungesunden bzw. immunologisch normal aktiven Menschen auftreten,
das Immunsystem erst aktiv wird, wenn bereits Krebszellen vorhanden sind. Eine vorbeugende oder therapeutische Immunstimulation (u. a. durch Mistelextrakte) ist daher nicht wirkungsvoll,
ein Immunsystem keinesfalls überstimuliert werden sollte (mit Zellzahlen bzw. Zellaktivitäten oberhalb des Normbereiches), da dies eventuell auch gesundheitsgefährdend sein könnte, insbesondere für Menschen mit Autoimmunerkrankungen, u. a. des rheumatischen und allergischen Formenkreises.
Info
Bei so genannten systemischen Krebsarten (u. a. Leukämien, Lymphome) sollten Mistelextrakte mangels kontrollierter klinischer Studien zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nur in Studien bzw. unter sorgfältiger Kontrolle des Krankheitsverlaufes durch auf diesem Gebiet erfahrene Ärzte eingesetzt werden.
Das heißt konkret, dass eine Misteltherapie für gesunde Menschen nur dann in Frage kommt, wenn tatsächlich eine nachgewiesene Abwehrschwäche vorliegt!
Die Mistel braucht andere Pflanzen zum Überleben. Misteln wachsen u.a. auf Apfelbäumen, auf Eichen, auf Ulmen oder auf Kiefern.
Der Nachweis einer Abwehrschwäche kann klinisch erfolgen (z. B. Häufung schwerer, antibiotikapflichtiger Infektionen) und anhand von Laboruntersuchungen (Zellzahlen bzw. Zellaktivitäten unterhalb des Normbereiches) bestätigt werden (siehe Tabelle → Seite 105 ).
Anthroposophische Misteltherapie
Die anthroposophische Misteltherapie kann mit einer Auswahl mehrerer Präparatesorten (u. a. Abnoba viscum ® , Helixor ® , Iscador ® ) von unterschiedlichen Wirtsbäumen (z. B. Apfel, Eiche, Kiefer, Tanne, Ulme, Ahorn, Birke, Linde, Pappel) erfolgen. Die Präparate unterscheiden sich analytisch und pharmakologisch (in Zusammensetzung und Wirkung) deutlich und
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