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Grusel Box: Drei Mystery-Thriller (German Edition)

Grusel Box: Drei Mystery-Thriller (German Edition)

Titel: Grusel Box: Drei Mystery-Thriller (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Scott Nicholson
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Sache namens Ronnie Day. Mama Bet blickte den dunklen Schatten auf dem Podium an, seine flackernden Ränder, die Schwärze, die sich bis in das Innere der Erde auszubreiten schien.
    Sie fing an zu lachen.
    Linda drehte sich an der Tür um, ihr Gesicht war nass von hysterischen Tränen. »Er lässt mich nicht rein.«
    Mama Bet genoss das Leiden der Frau. Schließlich floss in Lindas Adern das Blut der alten Familien. Linda war eine von ihnen – von denen, die Wendell McFall aufgehängt hatten, weil sie damals genauso blind gegenüber der Herrlichkeit gewesen waren wie heute. Die all das Leiden verdienten, das ihnen Archer zuteilwerden lassen konnte.
    Du hast ihnen den Weg gezeigt, du hast den Pfad beleuchtet, du hast sie mit der Wahrheit gefüttert, und sie haben in dein Gesicht gespuckt.
    Die Menschen änderten sich nicht.
    »Du hast die magischen Worte nicht gesagt.«
    »Die magischen Worte?« Linda heulte, ihre Augen wanderten wild durch die Kirche, als ob eine Botschaft an die Wände geschrieben sein könnte. »Was für magische Worte? Archer hat nichts von magischen Worten gesagt.«
    »Ich denke, die Worte sind: ›Lass mich sterben‹«, dröhnte eine Stimme aus dem hinteren Teil der Kirche.
    Mama Bet drehte sich um.
    Sheriff Frank Littlefield kam den Gang entlang geschritten, ein Gewehr im Arm, die Augen zusammengekniffen und ein seltsames Lächeln auf dem Gesicht. Die linke Hälfte seines Uniformhemds war mit Blut durchtränkt. In der Vorhalle hinter ihm lehnte die Polizistin an der Wand.
    Mama Bet lachte noch einmal. »Du denkst, dass Archer durch eine Kugel fallen wird? Du bist verrückter als der besoffene Absher.«
    »Archer will getötet werden. Und es muss von einem von uns getan werden. Einer von denen, die zu Archer gehören.«
    Vielleicht. Vielleicht war Littlefield auserwählt. Auch wenn er beim Gottesdienst kürzlich nicht so wild entschlossen war. Hat nur ein bisschen am sehnigen Fleisch des alten Zebs geknappert, als wäre es Bärendreck. Hat nicht viel Tatkraft an den Tag gelegt.
    Aber Archer hatte seine eigenen Methoden und wer war sie schon, seine Taten in Frage zu stellen. Ein Judas war genauso gut wie jeder andere. Sollte der Sheriff machen.
    »Er ist da drin«, sagte Mama Bet und deutete an Linda vorbei auf die Tür. »Mit heiligem Werk beschäftigt.«
    Linda keuchte und legte die Hand auf den Mund.
    Als der Sheriff vor die Tür zur Sakristei trat, sagte Mama Bet: »Sie haben nicht ganz Recht, Sheriff. Die magischen Worte sind nicht ›Lass mich sterben‹. Sie sind ›Lass mich für dich sterben‹.«
    Der Sheriff pochte gegen die Tür. »Machen Sie auf, McFall. Ich habe eine Botschaft für Sie. Von einem Jungen namens Samuel.«
    Mama Bet rieb sich die Hände und verschmierte dabei das geronnene Blut. Das würde herrlich werden.
    Der alte Messinggriff drehte sich und die Tür ging auf.
     
    David schlich durch den Wald hinter der Kirche, die Augen dabei nach oben auf die dunklen Baumkronen gerichtet. Aber eines dieser Höllenlöcher konnte sich direkt vor seinen Füßen befinden, eine dieser Pforten, die es dem Teufel erlaubten, aus seiner heißen Grube im Zentrum der Erde zu kriechen und für Krawall zu sorgen. Gott hatte dem Teufel tausend Mal in den Hintern getreten, aber der rotgesichtige Sohn eines Stinktiers versuchte es weiterhin. Eines musste man dem Teufel lassen: seine schlechten Gewinnaussichten konnten seinen Enthusiasmus in keiner Weise trüben.
    David fühlte sich ein wenig schuldig, dass er den Sheriff in den Kampf geschickt hatte. Man konnte keinen heiligen Krieg führen, wenn man sich mit dem »heilig« nicht so sicher war. Der Sheriff war in der letzten Zeit nicht in der Kirche gewesen und war auch zuvor nie als regelmäßiger Gottesdienstbesucher aufgefallen. David hatte gesehen, wie er getauft wurde, als sie beide noch Kinder waren, aber manchmal durchdrang einen das Wasser nicht ganz.
    Etwa 30 Meter rechts von ihm knackten Zweige und er wurde nervös und kauerte sich hinter eine dicke Eiche. Das Geräusch hörte auf. Wahrscheinlich jemand von Archers Leuten. Eines der streunenden Schäfchen, das aus dem Pferch floh, jetzt, wo das Gatter offen stand.
    David erreichte die Lichtung hinter der Kirche gerade in dem Moment, als das Glas zersplitterte. Der Mond funkelte auf den zackigen Stücken, die aus dem Fenster oben flogen. Dann hörte er Ronnies verzweifelte Stimme.
    David rannte aus den Bäumen und kümmerte sich nicht darum, dass er nun unter freiem Himmel war, dort,

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