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Herzen aus Stein (German Edition)

Herzen aus Stein (German Edition)

Titel: Herzen aus Stein (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Inka Loreen Minden
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Licht. Beim Anblick seines splitternackten Körpers bekam Jamiel Stiela u gen.
    „ Sollen sich meine Wünsche doch noch erfüllen? “ , scherzte er und setzte sich auf, die Augen auf Ashs Körpermitte gerichtet.
    Er trug wie Ash am liebsten Jeans und T-Shirt, wobei er sich im Gegensatz zu Ash mit mehreren Laken zudeckte, wenn er schlief. Jamiel war eben kein typischer Dämon, nur von einem besessen, weshalb er wie ein normaler Mensch fror und sich auch normal e r nähren musste. Er war ein attraktiver Mann, schlank, hoch gewac h sen, gut aussehend und mit dreiundzwanzig Jahren im besten Alter. Selbst die vernarbte Wange, wo Ceros ihn einst verbrannt hatte, entstellte ihn nicht. Jamiel hatte keine Probleme, an Seelen zu ko m men, die sein Körperbesetzer brauchte, um am Leben zu bleiben. Starb Zorell , würde auch Jamiel sterben. Allerdings hatte Ash ihm beigebracht, wie man den Menschen nur einen unbedeutenden Teil der Seele raubte, ohne sie zu verderben oder umzubringen. Jamiel hatte sich anfangs vehement geweigert, so etwas Grausames zu tun.
    Jamiel , der dank Zorell ewig jung bleiben würde, fuhr sich durch sein braunes Haar. Die Igelfrisur hielt er meist mit Gel in Schach. „ Für eine Nacht mit dir würde ich sofort meine Seele geben, wenn ich noch eine hätte. “
    „ Vergiss es, Kleiner. “ Seufzend zog Ash eine Kiste unter seiner Pritsche hervor, aus der er ein neues Paar Jeans und ein Hemd he r ausholte – beides gestohlen, denn er hatte es nicht so mit Wäsche waschen, liebte es aber sauber –, bevor er sich zum Anziehen auf sein Bett setzte.
    „ Du hast dich anscheinend prächtig amüsiert “ , bemerkte Jamiel , schob die Zudecken zur Seite und schwang seine Beine über die Liege.
    Ashs wusste, dass seine Erregung noch nicht ganz abgeklungen war, hielt es jedoch nicht für nötig, seine Scham zu bedecken. Jamiel hatte ihn schon in ganz anderer Verfassung gesehen, zum Beispiel, wenn sich Ceros an Ash abreagierte, weil er einen Auftrag nicht zu seiner Zufriedenheit erfüllt hatte, bis sich Kleidung und Haut von seinem Leib schälten. Dann kümmerte sich Jamiel um seine Verle t zungen. Der Junge wusste nicht, dass sich Ash oft auch an seiner statt auspeitschen ließ. Warum sich Ash opferte, war ihm selbst nicht ganz klar. Vielleicht, weil Jamiel es nicht überleben würde. Um Zorell wäre es ihm egal, aber ohne den Jungen wollte er nicht sein, da er sonst niemanden in der Unterwelt hatte, den er auch nur annähernd als Freund bezeichnen konnte. Die vielen Hundert Jahre, die er auf sich allein gestellt gewesen war, waren tatsächlich die Hölle gewesen. Er und Jamiel hatten schon viele amüsante Stunden zusammen ve r bracht, wenn Ceros keinen Auftrag für sie hatte, wie zum Beispiel magische Artefakte zu stehlen. Meistens hingen sie in Bars oder Klubs herum, wo sie sich betranken oder lustvoll vergnügten. Jeder auf seine Art. Wobei Ash das schon länger nicht mehr befriedigte. Etwas fehlte ihm. Das Gefühl, um seiner selbst willen begehrt zu werden und nicht, weil er gut aussah, die Liebeskünste perfekt b e herrschte oder der Handlanger eines der mächtigsten Dämonenfürsten war.
    Interessiert beugte sich Jamiel vor. „ Was ist passiert? “
    „ Ich hatte eine Begegnung der anderen Art. “ Kara … verdammt, er vermisste sie jetzt schon. Er wollte so schnell wie möglich wieder zu ihr.
    Jamiel hob die Brauen. Ash wollte dem Jungen gern erzählen, was er wusste, aber er musste immer vorsichtig sein. Zorell hörte vie l leicht mit und der würde sofort zu Ceros laufen, wenn er einen Vo r teil für sich witterte.
    „ Spitzt der andere gerade seine Ohren? “ , fragte Ash.
    Jamiels Gesicht verdüsterte sich. Ash wusste, wie sehr der junge Mann den Eindringling, der für sein Schicksal verantwortlich war, hasste. „ Nein, er schläft, hat sich zurückgezogen, meditiert – was auch immer. Ist mir auch egal. Warum? “
    „ Sag mir, wenn er aufwacht. “ Zum Glück konnte Zorell nicht Jamiels Gedächtnis anzapfen. Andersherum war es nicht so. Jamiel bekam immer mehr Macht über seinen Parasiten. Hoffentlich konnte er ihn bald so weit zurückdrängen und unter Kontrolle bringen, dass er nicht mehr zum Vorschein kam. Allerdings wusste Jamiel : Seine Zeit war nur begrenzt. Ceros und Zorell hatten einen Pakt geschlo s sen. Der Höllenfürst hatte dem Dämon versprochen, ihm nach hu n dert Jahren als sein Sklave die Freiheit mitsamt Jamiels Körper zu schenken, als Dank, weil Zorell es gewesen war, der

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