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Himmel über Tasmanien

Himmel über Tasmanien

Titel: Himmel über Tasmanien Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: T McKinley
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Hände über den Knien. »Wie schon gesagt, Lady Pearson, es handelt sich um eine heikle Angelegenheit.«
    »Dann warten wir lieber noch«, sagte sie schnell, als Vera mit dem Servierwagen durch die Tür stürmte und auf sie zusteuerte.
    Schweigend sahen sie zu, wie Vera mit Tassen und Untertassen klapperte und einen Teller mit Sandwichs und einen frisch gebackenen Schokoladenkuchen auf den Couchtisch zwischen ihnen stellte. »Ist das alles, Mum? Ich hab nämlich einen Vogel im Ofen, und der is’ nich’ glücklich.«
    Clarice fing den Blick des Majors auf und biss sich auf die Lippe. »Danke, Vera. Du kannst gehen«, sagte sie. Sie hob die schwere Teekanne aus Silber an, stellte fest, dass ihre Hand zitterte, und stellte sie wieder ab. »Du liebe Güte«, lachte sie, »sie ist schon eine Marke, nicht wahr?«
    Augenzwinkernd nickte er und übernahm die Teekanne. »Ich glaube, Vera hat ihre wahre Berufung noch nicht gefunden. Sie sollte zur Bühne gehen.«
    Sie begannen, ihren Tee zu trinken. »Was wollten Sie sagen?«, forderte sie ihn kurz danach auf.
    »In meiner Eigenschaft als Privatdetektiv werde ich häufig gebeten, Menschen zu folgen und zu berichten, wohin sie gehen, wen sie treffen und so weiter.« Er holte tief Luft. »Vor sechzehn Jahren wurde ich beauftragt, einmal im Jahr nach Sussex zu fahren und über den Fortgang von Miss Lorelei Pearson zu berichten.«
    Clarice’ Teetasse klapperte auf der Untertasse, und sie stellte beides ab. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, und sie starrte ihn an. »Sie haben Lorelei beobachtet? Sechzehn Jahre lang?«, flüsterte sie. »Aber warum? Wer hat das angeordnet?«
    »Meine Anweisungen kamen aus einer Anwaltskanzlei in London. Hier ist ihre Visitenkarte.«
    Sie betrachtete die Karte in Prägedruck und war kein bisschen schlauer. »Was haben die mit Lorelei zu tun?«, wollte sie wissen.
    »Wahrscheinlich ist es am besten, wenn ich mit meinem ersten Besuch hier in Sussex anfange.« Er schluckte nervös, ohne Zweifel jagte Clarice’ wütender Blick ihm Angst ein. Er nahm den Stapel Papiere zur Hand. »Hier sind die Kopien aller Berichte, die ich im Lauf der Jahre angefertigt habe. Sie sind völlig harmlos, wie Sie sehen werden, wenn Sie sie lesen. Nur Berichte über ihre Gesundheit, ihre Schulausbildung, ihre Hobbys und Begabungen.«
    Clarice nahm die Papiere entgegen und legte sie beiseite. Sie war zu verblüfft und verärgert, um etwas zu lesen. »Fahren Sie fort«, sagte sie tonlos.
    »Es hat auch Fotos gegeben, aber davon habe ich keine Kopien behalten.« Hastig berichtete er weiter, denn Clarice’ erdrückendes Schweigen machte ihn nervös. »Im Februar war ich zum letzten Mal hier. Meine Auftraggeber hatten mich darüber in Kenntnis gesetzt, dass Lorelei bald einen Brief erhalten würde, und ich sollte beobachten, ob sie darauf antwortete.« Er fuhr sich mit einem Finger unter den Hemdkragen. »Ihre Antwort wurde ordnungsgemäß weitergeleitet, und der zweite Brief traf ein paar Wochen später ein, zusammen mit dem Nachweis, dass sie Besitzerin von Ocean Child ist.«
    »Woher wissen Sie das alles?«
    »Ich habe Kontakte beim Postamt, Eure Ladyschaft.«
    »Weiter«, befahl sie schroff.
    »Nachdem der zweite Brief eingetroffen war, fiel es nicht schwer, ihre Spur zu verfolgen, und mein letzter Auftrag war, sie im Hafen von London zu verabschieden.« Er räusperte sich. »Lorelei ist mir im Lauf der Jahre ziemlich ans Herzgewachsen, und ich freute mich auf meine jährlichen Ausflüge. Ich war entzückt, dass sie nach ihrer Krankheit im Kindesalter mittlerweile so gesund zu sein schien – sie hat sich zu einer sehr schönen und talentierten jungen Frau entwickelt.«
    »Sie sind nichts als ein Spanner.« Clarice erhob sich wütend von ihrem Stuhl.
    Er sprang auf, die Aktentasche glitt zu Boden, und es ergossen sich noch mehr Papiere und Ordner auf den Teppich. »Nein, nein, Lady Pearson, ich versichere Ihnen – so war es nicht.«
    »Ich glaube, Sie gehen besser«, erwiderte sie mit gefährlicher Ruhe.
    »Bitte, hören Sie mich zu Ende an, es ist wichtig. Ich glaube, Lorelei ist in etwas hineingezogen worden, das ihr schaden könnte.«
    Clarice sank in den Sessel, als ihre Beine versagten und die Farbe aus ihrem Gesicht wich. »Was soll das heißen?«, flüsterte sie.
    »Jemand spielt mit Ihrem Schützling ein hinterhältiges Spiel, Lady Pearson.« Er sammelte die verstreuten Akten ein. »Ich habe jede Menge Kontakte in ganz London, und es ist mir gelungen, das

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