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Himmel über Tasmanien

Himmel über Tasmanien

Titel: Himmel über Tasmanien Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: T McKinley
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ihre Miene war besorgt, als sie sich über das Bett beugte. »Du siehst gar nicht gut aus, Lulu, Schätzchen. Hast du deine Tabletten genommen?«
    »Ja«, antwortete Lulu. Trotz der Tabletten schlug ihr Herz noch immer wie ein Rammbock gegen ihre Rippen. »Ich habe es übertrieben, mehr nicht«, brachte sie hervor. Sie legte sich in die Kissen zurück, das kühle, feuchte Tuch auf ihrer Stirn konnte die pochenden Kopfschmerzen halbwegs lindern.
    Dolly zündete die Kerosinlampen an, blies das Streichholz aus und schnippte sich ihren Pony aus den Augen. Das Bett sank ein, als sie sich auf den Rand setzte. »Verzeih, dass ich vorhin so aus der Haut gefahren bin. Das war nicht richtig, nach allem, was heute passiert ist. Und ich wette, du bist zurück zur Farm gegangen, um einen Blick auf das Fohlen zu werfen, oder?«
    Lulu nickte und fuhr zusammen, als der Schmerz hinter ihre Augen und in ihren Nacken schoss. Der lange Weg bergauf, die Auseinandersetzungen, Tränen und die Hitze hatten sie angestrengt, und sie fühlte sich schwach wie ein Kätzchen.
    »Wahrscheinlich hast du einen Hitzschlag. Am besten gehe ich zum Haus hinauf und lasse einen Arzt holen.«
    »Nein.« Lulu packte ihre Hand. »Mir geht’s schon wieder gut, wenn du mir nur ein bisschen Ruhe gönnst.«
    »Gewiss, aber ich lasse dich nicht allein«, versicherte Dolly ihr. Sie stand auf und ging mit klappernden Pumps über den Holzboden. »Ich habe Aspirin. Wir werden sehen, wie es dir in einer Stunde geht, und wenn keine Besserung eingetreten ist, dann rufe ich einen Arzt.«
    »Bitte, mach keinen Aufstand«, flüsterte Lulu, nachdem sie brav die Tabletten geschluckt hatte. »Es wird schon wieder.«
    »Dir würde es noch besser gehen, wenn du nicht in dieser Bruchbude sein müsstest«, zischte Dolly. »Jetzt, nach Einbruch der Nacht, ist es hier ja eiskalt.« Sie schauderte und rieb sich die Arme. »Weiß der Himmel, was da draußen alles lauert.« Sie zog die Bettdecke unter Lulus Kinn und tätschelte ihr die Wange. »Jetzt lassen wir das Aspirin wirken. Am besten schläfst du nun. Ich bin hier, falls du mich brauchst.«
    Lulu schloss die Augen, während Dolly ihre Schuhe von sich schleuderte und voll angekleidet in ihr eigenes Bett schlüpfte. Ihr Herz schlug bereits einen etwas gleichmäßigeren Rhythmus an, und sie war schläfrig.
    Joe stellte den Motor ab und betrachtete die flackernden Laternen im Fenster der Hütte. Er hatte einstudiert, was er sagen würde, und als er sich der Veranda näherte, ging er alles noch einmal durch. Er hob die Hand, um zu klopfen, als Dolly die Tür aufmachte.
    »Haben Sie unser Abendessen mitgebracht?« Dolly stand eingemummt in mindestens drei Schichten Kleidung vor ihm.
    Joe nahm den Hut ab. »Essen gibt’s in einer Stunde«, sagte er, seine Ansprache war nach Dollys Auftritt dahin.
    Dolly zog eine Augenbraue hoch und schloss leise die Tür hinter sich. »Warum sind Sie denn gekommen?«
    Er klaubte im Geiste die Fetzen seiner Rede zusammenund platzte damit heraus. »Ich bin hier, um Sie und Lulu abzuholen und hinauf ins Haus zu bringen. Wenn Sie alles, was Sie für die Nacht brauchen, mitnehmen, werde ich den Rest morgen holen.«
    Dolly verschränkte die Arme und lehnte sich an den Türpfosten, die Lippen zu einem leicht spöttischen Grinsen verzogen. »Dann genügen wir am Ende also doch den Ansprüchen Ihrer Mutter?«
    »So ist es nicht«, grummelte er und zerknüllte seinen Hut. »Wir sind bloß zu dem Schluss gekommen, dass es hier unten wohl doch zu kalt und einsam für Sie ist.«
    »Wir wollen doch nicht in Ihre Privatsphäre eindringen«, bemerkte Dolly gedehnt.
    »Schon gut, Miss Carteret, Mum hat nur getan, was sie für das Beste hielt. Sie ist nicht so, wirklich nicht.«
    »Ich kann nicht behaupten, dass ich nicht erleichtert wäre, aus dieser Bruchbude herauszukommen«, erwiderte sie, »und der Gedanke an ein warmes Bett und eine Wärmflasche ist eine Wonne. Aber Lulu und ich gehen heute Abend nirgendwo hin. Es geht ihr nicht so gut.«
    Joe wirkte beunruhigt. »Was ist los mit ihr?«
    »Sie hat sich bei der Hitze ein wenig übernommen«, erklärte Dolly und zog eine Schachtel Zigaretten aus ihrer Tasche. »Ihr Herz, verstehen Sie.« Sie beäugte ihn über die Flamme des Feuerzeugs hinweg.
    »Ihr Herz?« Das wurde ja immer schlimmer, und er schämte sich bei dem Gedanken, dass diese Unterkunft und der Wortwechsel, den er am Nachmittag mit ihr ausgetragen hatte, etwas damit zu tun haben könnten.
    Dolly ließ

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