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Im Haus meines Feindes

Im Haus meines Feindes

Titel: Im Haus meines Feindes Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brown Sandra
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sie aufgebracht. Sie warf die Bettdecke zurück, stand auf und drehte sich zu Pinkie um. »Es liegt an diesem Mann.«
    Er stand ebenfalls auf. »Wen meinst du?«
    Â»Wayne Bardo.«
    Â»Was ist mit ihm?«
    Â»Wenn ich ihn sehe, bekomme ich eine Gänsehaut.« Remy rieb sich die nackten Arme. »Ich verabscheue ihn. Ich kann es nicht ertragen, im selben Raum mit ihm zu sein.«
    Â»Warum nicht? Hat er irgend etwas getan, hat er etwas zu dir gesagt?«

    Â»Nein, nein, das nicht.« Sie holte sichtlich irritiert tief Luft und fuhr sich mit einer Hand durchs Haar. »Ich habe nur so ein ungutes Gefühl, wenn ich ihn sehe. Von ihm geht etwas Böses aus. Ich hatte gehofft, daß er nach seinem Prozeß nicht mehr so häufig aufkreuzen würde. Und dann sitzt er heute abend an unserem Küchentisch.«
    Pinkie hätte beinah erleichtert aufgelacht. Die meisten Frauen fanden Wayne Bardo attraktiv – bis sie ihn besser kennenlernten. Es freute ihn, daß seine junge, schöne Frau Bardos südländisches gutes Aussehen keineswegs reizvoll fand. Daß sie ihn geflissentlich mied, war auf Widerwillen zurückzuführen, nicht auf Bardos Anziehungskraft.
    Ohne sich seine Erleichterung anmerken zu lassen, sagte er: »Bardo übernimmt gelegentlich Aufträge für mich. Er arbeitet einen Teil des Honorars ab, das er mir schuldet.«
    Â»Nun, dann möchte ich dich bitten, eure Besprechungen in Zukunft nicht mehr hier im Hause abzuhalten.«
    Â»Warum verabscheust du ihn so?«
    Â»Ist das nicht klar? Er macht mir angst.«
    Jetzt lachte Pinkie. »Er macht vielen Leuten angst. Deshalb ist er so nützlich für mich.«
    Â»Du benützt ihn, um Leuten angst zu machen?«
    Er runzelte über ihrem Kopf die Stirn. Es kam selten vor, daß sie auch nur die harmloseste Frage nach seinen Geschäften stellte. Aber in letzter Zeit ließ sie mehr als nur vorübergehendes Interesse erkennen – und das konnte gefährlich werden. Nicht wenige seiner Mandanten waren von rachsüchtigen Ehefrauen oder Freundinnen, die zuviel wußten, ans Messer geliefert worden. »Warum bist du so neugierig, was meine Geschäftsbeziehungen mit Bardo betrifft?«
    Â»Das bin ich nicht, solange er nicht ins Haus kommt. Ich will ihn hier nicht mehr sehen.«
    Â»Also gut. Wenn Bardo dir so zuwider ist, versuche ich, euch auseinanderzuhalten.«

    Â»Danke, Pinkie.«
    Â»Nachdem das jetzt geregelt ist, mußt du mir versprechen, mit dieser ewigen Trübsalblaserei aufzuhören.«
    Â»Ich werd’s versuchen.«
    Er legte seinen Daumen unter ihr Kinn und hob ihren Kopf an. »Ich bitte darum.« Er sprach leise, aber er brauchte nicht laut zu werden, damit sie verstand, worauf er hinauswollte. »Habe ich dir irgendeinen Grund zur Unzufriedenheit gegeben, Remy?« Sie schüttelte den Kopf. »Gut.« Er ließ seinen Daumen über ihre Lippen gleiten. »Freut mich, das zu hören, denn ich möchte, daß du glücklich bist. So etwas wie Galveston darf nicht noch mal passieren.«
    Â»Das liegt lange zurück.«
    Â»Aber nicht so lange, daß wir es vergessen haben.«
    Â»Nein, ich habe es nicht vergessen.«
    Â»Du bist also glücklich?«
    Â»Natürlich.«
    Er griff nach ihrer Hand und führte sie an seinen Schoß. »Zeig’s mir.«
    Später, als er gerade am Einschlafen war, sagte sie: »Ein Besuch bei Flarra würde mich aufheitern. Ich besuche sie morgen, glaube ich.«
    Â»Gute Idee. Ich sage Errol, daß er dich hinfahren soll.«
    Â»Danke, nicht nötig. Ich kann selbst fahren.«
    Pinkie dachte kurz darüber nach. Seine Beunruhigung war weder durch ihr Gespräch noch den anschließenden Liebesakt völlig beseitigt worden. Sie hatte ihm eine plausible Erklärung für ihre Melancholie gegeben, aber er vermutete, daß dahinter mehr steckte als nur ihr Abscheu vor Bardo.
    Zweifel konnten die Denkfähigkeit eines vernünftigen Mannes lähmen. Mißtrauen und Eifersucht waren schwächend und destruktiv. Andererseits handelte Pinkie lieber übervorsichtig, als danach wie ein Narr dazustehen. Vor allem im Umgang mit einer Frau.

    Â»Errol fährt dich hin.«
    Â 
    Â»Hör zu, weißt du bestimmt, daß du das auch willst?«
    Die Frau zog einen Schmollmund und spielte mit den Knöpfen seines Hemdes. »Klar weiß ich das. Hätte ich dich zu mir

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