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Julia Extra Band 0313

Julia Extra Band 0313

Titel: Julia Extra Band 0313 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Janette Kenny , Carole Mortimer , Sarah Morgan , Claire Baxter
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ihr das Herz gebrochen hatte, noch immer. Der Schlussstrich, den sie ziehen wollte, würde weder einfach noch sauber werden.
    Warum hatte Miguel die Hotels an der Riviera Maya aufgegeben? Woher stammte sein plötzliches Interesse an verfallenen Plantagen? Wieso hatte er nie über seine geschäftlichen Unternehmungen mit ihr gesprochen? Und wieso hatte sie nicht darauf bestanden, dass er ihr mehr von seiner Welt erzählte?
    „Ich wusste gar nicht, dass du dich auf Grundstücke in der ländlicheren Gegend verlegt hast“, hob sie an.
    „Es war der logische nächste Schritt.“
    „Aber wieso willst du plötzlich alte Haziendas aufkaufen?“
    Er warf ihr einen kurzen nachdenklichen Blick zu. „Die drei Plantagen gehören zu den ältesten auf Yucatán. Sie sind also von historischer Bedeutung, aber für mich haben sie sogar doppelten Wert.“
    Es überraschte sie, dass er ihr einen Einblick in seine Geschäftsunternehmungen gewährte, so winzig der auch sein mochte. „In welcher Hinsicht?“
    Souverän lenkte er den Wagen durch den Verkehr, ganz der Mann, der immer die Kontrolle behielt. „Woher das Interesse für meine Geschäfte, querida ?“
    „Ich war immer interessiert, aber du warst nie gewillt, darüber zu reden.“ Sie seufzte schwer, überzeugt, dass es auch jetzt nicht anders sein würde.
    „Also gut, ich erzähle es dir. Während des gesamten letzten Jahres habe ich alte Plantagen aufgekauft, auf denen einst Sisal kultiviert worden ist, und sie zu ihrer einstigen Pracht restauriert. Aus den größeren habe ich Luxushotels gemacht, die kleineren habe ich in gediegene Urlaubsressorts umgewandelt.“
    „Und McClendon besaß diese drei Plantagen?“ Allegra konnte noch immer nicht glauben, dass er ihr tatsächlich davon berichtete.
    „ Sí , aber er wollte sie mir nicht verkaufen, obwohl er sie nur als steuerliche Abschreibungsmöglichkeit nutzte und völlig zufrieden damit war, sie verfallen zu lassen. Zwei von den Anwesen waren bereits in einem bedauernswerten Zustand. Zeit war ein unerlässlicher Faktor, um sie überhaupt noch retten zu können.“
    Miguels leidenschaftlicher Elan überraschte sie. Eine solch emotionale Erregung kannte sie bei ihm bisher nur beim Liebesspiel. Dass er sich mit Hingabe für die Erhaltung seiner Kultur einsetzte, war eine Seite an ihm, von deren Existenz sie nicht gewusst hatte. „Was hat ihn dann schließlich überzeugt zu verkaufen?“
    „Tara McClendon“, antwortete er, und Allegra verzog unwillkürlich den Mund. „Zwar sah auch sie keinen Sinn darin, alte Sisalplantagen zu restaurieren, dafür reizte es sie jedoch, einige Luxushotels an der Riviera Maya zu besitzen. Dennoch dauerte es eine unmäßig lange Zeit, bevor der Deal endlich abgeschlossen war.“
    „Sechs oder sieben Monate.“
    Als Antwort erhielt Allegra nur ein knappes Nicken. Bedrückt schaute sie zum Fenster auf die vorbeifliegende Landschaft hinaus, sah jedoch nur die provozierenden Posen Tara McClendons vor sich. Einen Monat vor dem Unfall hatte die Schussfahrt ihrer Ehe mit Miguel den Anfang genommen – zu der Zeit also, als er die Verhandlungen mit den McClendons begonnen hatte.
    „Hattest du ein Verhältnis mit Tara McClendon?“, fragte sie leise.
    „Was interessiert dich das?“, konterte er prompt.
    Eine gute Frage, die sie aber nicht zu beantworten beabsichtigte. „Es ist bezeichnend, dass du nicht direkt antwortest. Dann will ich es anders ausdrücken. Sind du und Tara ein Paar?“
    Er stieß einen gemurmelten Fluch aus, ganz offensichtlich ärgerte es ihn, dass sie auf einer Antwort bestand. „Nein“, knurrte er schließlich.
    Ihr Magen zog sich zusammen. Aber sie waren ein Paar gewesen. Mit seiner Geliebten hatte er also Geschäft und Privatleben vermischt, nicht jedoch mit seiner Ehefrau.
    Miguel lag ausgestreckt auf dem großen Bett im Hauptschlafzimmer. Die ganze Nacht hatte er kaum Schlaf gefunden, inzwischen graute der Morgen.
    Seine Gedanken kreisten unablässig um dieselben Szenen. Allegras Panik im Auto und ihre Behauptung, sie hätte nach dem Unfall das Gedächtnis verloren und eine Therapie gemacht.
    Wenn das stimmte, warum hatte seine Mutter es ihm verschwiegen? Warum hatte ihr Onkel nichts davon gesagt, als er ihr nach England nachgereist war? Wieso hatte er, Miguel, nicht erfahren, dass seine Frau fünf Monate in einem Sanatorium gewesen war? Miguel stand auf und ging auf die Terrasse.
    Ein Hurrikan zog heran. Der Sturm würde auf die Halbinsel treffen wie voreinst die

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