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Leidenschaft der Wüste: Sie suchte seinen Schutz - und fand die Liebe (German Edition)

Leidenschaft der Wüste: Sie suchte seinen Schutz - und fand die Liebe (German Edition)

Titel: Leidenschaft der Wüste: Sie suchte seinen Schutz - und fand die Liebe (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Bonnie Vanak
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Kohlenqualm in der Luft, dem jämmerlichen Flehen der in Lumpen gehüllten bettelnden Kinder, die in Hauseingängen kauerten, wie auch vor dem unablässigen Rattern der Kutschen, die gleichgültig durch Schlamm und Dreck rollten.
    Badra sah zu Rashid, der sich mit Lord Smithfield, Katherines Vater, unterhielt. Der Earl hatte ihnen geholfen, einen vertrauenswürdigen Käufer für die Goldartefakte der Khamsin zu finden. Mit dem Geld konnten sie die Stammeskinder in England zur Schule schicken. Rashid trug seine weite Hose, das blaue Binish und hatte einen Turban um seine langen dunklen Locken gewunden. Sein einziges Zugeständnis an den englischen Stil war ein dicker Wollumhang gegen die eisige Kälte.
    An ihrem Bestimmungsort angekommen, schlang Badra ihren Wollumhang, unter den der Wind pfiff, dichter um sich. Ihre Kleidung fühlte sich seltsam an, und in den Schnürstiefeln fiel ihr das Gehen schwer. Ein hölzernes Schild schaukelte im Winterwind über dem Ladenfenster. Darauf stand ANTIQUITÄTEN.
    Sie folgte Rashid und dem Earl nach drinnen. Ein kleines Silberglöckchen läutete munter, als sie die Tür öffneten. Badra blieb ein wenig zurück und tat, als würde sie die blinkenden Kunstgegenstände in der Auslage bewundern. Als der Inhaber die beiden Männer ins Hinterzimmer bat, wo sie in Ruhe das Geschäftliche abwickeln konnten, stockte Badra der Atem.
    Sie erkannte den Ladengehilfen wieder: Er verkaufte hinter dem Rücken seines Arbeitgebers Artefakte auf dem Schwarzmarkt.
    Badra zog vorsichtig die ägyptische Halskette aus dem Beutel – der »Reticule« hieß, wie sie erfahren hatte – und legte sie auf den Tresen. Schreckliche Schuldgefühle überkamen sie. Wenn Jabari wüsste, was sie hier tat, nämlich ihrer aller Vermächtnis entehren und zu einer niederen Grabräuberin werden …
    Aber diesen Gedanken verdrängte sie und sprach hastig auf Englisch. Der Angestellte sah sich die ägyptischen Gravuren an, die zwei Greife und eine Geiergöttin darstellten. Lapislazuli und Karneole blitzten im Licht.
    »Sehr schön«, sagte er bewundernd und mit einem breiten Akzent. »Davon Duplikate zu machen wird schwer, dürfte aber einen hübschen Preis bringen.«
    Duplikate? Deshalb wollte Masud, dass die Kette hierhergeschmuggelt wurde. Der Mann fertigte Duplikate. Wie dem auch sei, ihr Teil des Auftrags war erledigt und damit Jasmines Sicherheit garantiert. Der Angestellte überreichte ihr ein Bündel Banknoten für Masud. Mit zitternden Händen nahm Badra das Geld – schmutziges Geld gegen Diebesgut, und sie war die Überbringerin.
    Kaum hatte sie die Geldscheine in ihren Muff gesteckt, da läutete die Türglocke ein weiteres Mal. Badra drehte sich zur Tür, um zu sehen, wer gekommen war. Ihr entfuhr ein stummer Schrei, als sie in ein Paar strahlend blaue Augen blickte, von denen sie geglaubt hatte, sie nie wiederzusehen.
    Khepri.

    Badra.
    Die Zeit machte einen Schritt zurück, genau wie er.
    Gelähmt vor Schreck starrte Kenneth die Frau an, die er einst geliebt hatte. Er konnte weder denken noch atmen, so sehr verzauberte ihre exotische Schönheit ihn. Erinnerungen an heiße arabische Nächte wurden wach, wie auch an die Geheimnisse in den schwarzen Zelten unter einem endlosen Sternenhimmel. Diese leuchtenden braunen Augen, zarten Wangenknochen und der sinnliche weiche Mund brachten sein Herz nach wie vor zum Rasen. Sie wirkte verängstigt und unsicher. Als sie einen Schritt auf ihn zumachte, stolperte sie wie ein neugeborenes Fohlen, das zu fallen drohte.
    Die Gewohnheit, angeeignet in fünf Jahren, die er sie davor geschützt hatte, sich auch nur den Fuß an einem Stein zu schrammen, ließ ihn sogleich auf sie zuspringen, um sie aufzufangen. Er hielt sie am Ellbogen, damit sie das Gleichgewicht wiederfand. Als ihre Blicke sich begegneten – dunkelbraun und tiefblau –, öffnete Badra den Mund und stieß ein leises »Oh!« aus.
    Kenneth bemerkte, dass ihr Arm von weicher grauer Wolle bedeckt war. Es kam ihm widerlich vor. Badra in englische Kleidung zu stecken, das war, als würde man die Statue von Ramses II. mit einem Anzug und einer Krawatte verhüllen.
    Einfach lächerlich!
    Doch nichts konnte ihre Schönheit mindern, nicht einmal Sackleinen.
    Kenneth mühte sich, seine Gefühle zu beherrschen, richtete sich kerzengerade auf und verschränkte die Hände hinter dem Rücken. »Hallo, Badra«, sagte er in förmlichem Englisch.
    »Khepri«, antwortete sie. Ihre leise Stimme umfing ihn wie ein

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