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Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1)

Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1)

Titel: Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: James S. A. Corey
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Hafen blockierten, zu den Stahltüren der Röhrenbahnstation.
    Die Türen gingen auf, und die ersten Zombies erschienen. Männer und Frauen mit glasigen Augen und schlaffen Muskeln stolperten aus den Türen heraus. Im Rahmen seiner Ausbildung auf der Ceres-Station hatte Miller Dokumentarfilme über hämorrhagisches Fieber gesehen. Genau so bewegten sich diese Leute: antriebslos und fremdbestimmt. Wie bei tollwütigen Hunden, deren Bewusstsein schon der Krankheit zum Opfer gefallen war.
    »He«, sagte Miller und legte Holden eine Hand auf die Schulter. »Jetzt geht es los.«
    Ein älterer Mann, der die Kluft der Notdienste trug, näherte sich den torkelnden Neuankömmlingen. Er hatte die Hände ausgestreckt, als wollte er die Zombies allein mit seiner Willenskraft bändigen. Der Erste richtete die leeren Augen auf ihn und erbrach einen Schwall von brauner Pampe, die ihnen sehr bekannt vorkam.
    »Sehen Sie«, sagte Holden.
    »Ich hab’s gesehen.«
    »Nein, sehen Sie hin!«
    Überall auf der Casinoebene sprangen die Lichter vor der Röhrenbahn um und verkündeten das Ende der Sperrung. Die Türen öffneten sich, und die Leute strömten in die Zugänge und hofften, den toten Männern und Frauen ausweichen zu können, die ihnen von dort entgegenkamen.
    »Kotzende Zombies«, sagte Miller.
    »Aus den Strahlenschutzräumen«, bestätigte Holden. »Dieses Ding, dieser Organismus wächst doch durch Strahlung schneller, oder? Deshalb hat diese, wie hieß sie noch, so sehr auf das Licht und den Vakuumanzug geachtet.«
    »Richtig, und sie hieß übrigens Julie. Die Inkubatoren waren genau dazu gedacht.« Miller seufzte und überlegte, ob er aufstehen sollte. »Tja, dann sterben wir vielleicht doch nicht an der Strahlenkrankheit.«
    »Warum pumpen sie den Mist nicht einfach durch die Luftversorgung?«, fragte Holden.
    »Die Viren sind anaerob«, erinnerte Miller ihn. »Sauerstoff bringt sie um.«
    Der von Erbrochenem bedeckte Rettungssanitäter versuchte immer noch, die torkelnden Zombies zu behandeln, als wären sie Patienten. Als wären sie noch Menschen. Auf der Kleidung vieler Zivilisten und an den Wänden klebte inzwischen brauner Kleister. Die Türen der Röhrenbahn öffneten sich wieder, und ein halbes Dutzend Leute drängte in eine Kabine, die mit brauner Pampe überzogen war. Die Leute zögerten und waren nicht sicher, was sie tun sollten. Die Gruppe zerfiel wieder in Individuen, die nachzudenken begannen.
    Ein falscher Cop trat vor und beharkte die Zombies mit der Maschinenpistole. Aus den Eintritts- und Austrittswunden drangen Schlingen von feinen schwarzen Fäden heraus, und die Zombies gingen zu Boden. Miller kicherte, obwohl er nicht einmal wusste, ob er es lustig fand. Holden sah ihn an.
    »Sie haben es nicht gewusst«, erklärte Miller. »Die Killer da in der Krawallausrüstung. Sie werden nicht abgezogen. Fleisch für die Maschine, genau wie wir anderen.«
    Holden gab ein leises zustimmendes Geräusch von sich. Miller nickte, doch ihn beschäftigte noch etwas anderes. Die Ganoven von Ceres mit den gestohlenen Rüstungen sollten geopfert werden. Das hieß aber nicht, dass es allen so gehen musste. Er beugte sich vor.
    Der Durchgang zum Hafen war noch besetzt. Die Söldner waren in Kampfformation angetreten und hielten die Waffen bereit. Wenn überhaupt, dann wirkten sie jetzt sogar disziplinierter denn je. Miller beobachtete einen schwarz uniformierten Mann, der zusätzliche Abzeichen trug. Er brüllte etwas in ein Mikrofon.
    Miller hatte gedacht, die Hoffnung sei gestorben. Er hatte angenommen, alle seine Trümpfe seien verspielt, aber nun stieg die Hoffnung auf einmal wieder aus dem Grab empor.
    »Stehen Sie auf«, verlangte Miller.
    »Was?«
    »Stehen Sie auf. Sie werden sich zurückziehen.«
    »Wer?«
    Miller nickte in die Richtung der Söldner.
    »Sie haben es gewusst«, sagte er. »Schauen Sie die Kerle an. Sie flippen nicht aus, sie sind nicht verwirrt. Sie haben auf dies hier gewartet.«
    »Und daraus schließen Sie, dass sie sich zurückziehen werden?«
    »Sie werden nicht länger bleiben als unbedingt nötig. Stehen Sie auf.«
    Fast als hätte er den Befehl auch sich selbst erteilt, kam Miller stöhnend und mit knackenden Knochen hoch. Die Knie und das Rückgrat taten ihm weh. Das Knacken in der Lunge wurde schlimmer. Sein Bauch gab leise, komplizierte Geräusche von sich, die er unter anderen Begleitumständen beunruhigend gefunden hätte. Sobald er sich in Bewegung setzte, spürte er, wie groß die

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