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Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1)

Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1)

Titel: Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: James S. A. Corey
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meiner Station zu gewähren, solange es nötig ist, um dieses Ziel zu erreichen.«
    Holden atmete lange und tief ein, stand auf und zog die Reißverschlüsse seines Anzugs auf.
    »Alles klar. Das ist gerade eigennützig genug, um mich zu überzeugen«, sagte er. »Dann richten wir uns mal häuslich ein.«
    Naomi sang Karaoke. In Holdens Kopf drehte sich alles, wenn er nur daran dachte. Naomi. Karaoke. Selbst wenn man alles berücksichtigte, was ihnen im vergangenen Monat zugestoßen war, war Naomis Anblick, wie sie da auf der Bühne stand, das Mikrofon in einer und eine Art pinkfarbenen Martini in der anderen Hand, und die zornige Belt-Punk-Hymne von den Moldy Filters herauskreischte, das Seltsamste, was er je gesehen hatte. Nach der Darbietung stakste sie unter vereinzeltem Applaus und ein paar Pfiffen von der Bühne und ließ sich ihm gegenüber in die Nische fallen.
    Sie hob das Glas, verspritzte dabei gut die Hälfte auf dem Tisch und kippte den Rest mit einem großen Schluck.
    »Na, wie war das?«, fragte Naomi und winkte dem Barkeeper, ihr Nachschub zu bringen.
    »Grässlich«, antwortete Holden.
    »Nein, jetzt mal ehrlich.«
    »Es war eine der schrecklichsten Aufführungen eines der schrecklichsten Songs, die ich je gehört habe.«
    Naomi schüttelte den Kopf und warf ihm einen ironischen Handkuss zu. Das dunkle Haar fiel ihr ins Gesicht und hinderte sie daran, den zweiten grell gefärbten Martini, den ihr der Barkeeper brachte, zu trinken. Schließlich packte sie ihr Haar und hielt es mit einer Hand über dem Kopf fest, während sie trank.
    »Sie verstehen das nicht«, sagte sie. »Es muss schrecklich sein. Darauf kommt es ja gerade an.«
    »Dann war es die beste Version des Songs, die ich je gehört habe«, antwortete Holden.
    »Genau.« Naomi sah sich in der Bar um. »Wo sind Amos und Alex?«
    »Amos hat eine Frau gefunden, die vermutlich die teuerste Hure ist, die ich je gesehen habe. Alex ist hinten und spielt Darts. Er hat ein paar Behauptungen über die Überlegenheit der marsianischen Dartspieler losgelassen. Ich nehme an, sie werden ihn bald töten und durch die nächste Luftschleuse werfen.«
    Inzwischen stand eine neue Sängerin auf der Bühne und gab eine Art vietnamesische Rockballade zum Besten. Naomi sah eine Weile zu, nippte an ihrem Drink und sagte schließlich: »Vielleicht sollten wir ihn retten.«
    »Welchen der beiden?«
    »Alex. Warum sollte Amos Hilfe brauchen?«
    »Weil ich ziemlich sicher bin, dass er der teuren Hure gesagt hat, die Rechnung ginge auf Fred.«
    »Dann starten wir jetzt eine Rettungsmission und erlösen beide.« Naomi kippte den Rest ihres Cocktails hinunter. »Ich brauche allerdings noch etwas Rettungstreibstoff.«
    Sie wollte wieder dem Barkeeper winken, doch Holden hielt ihre Hand fest und drückte sie auf den Tisch herunter.
    »Vielleicht sollten wir lieber eine kleine Pause einlegen«, sagte er.
    Eine ebenso heftige wie kurze Verärgerung verdüsterte ihre Miene. Sie zog die Hand zurück.
    »Sie können eine Pause machen. Ich habe erlebt, wie zwei Schiffe und ein Haufen Freunde in die Luft geflogen sind, und danach bin ich drei Wochen durch den Weltraum geirrt, um hierherzugelangen. Also lehne ich dankend ab. Ich hole mir noch einen Drink, und dann trete ich noch einmal auf. Das Publikum liebt mich.«
    »Und unsere Rettungsmission?«
    »Das bringt sowieso nichts. Wenn Amos von Weltraumnutten ermordet wird, dann stirbt er wenigstens so, wie er gelebt hat.«
    Naomi drückte sich hoch, holte den nächsten Martini an der Bar ab und ging zur Karaokebühne. Holden sah ihr nach, dann trank er den Scotch aus, an dem er sich schon seit zwei Stunden festhielt, und stand ebenfalls auf.
    Einen Moment lang hatte er die Vision, sie würden zusammen in die Wohnung torkeln und ins Bett fallen. Am nächsten Morgen würde er sich hassen, weil er die Situation ausgenutzt hatte, aber immerhin hätte er es getan. Naomi blickte ihn von der Bühne aus an, und erst jetzt wurde ihm bewusst, dass er sie angestarrt hatte. Er winkte kurz und ging hinaus. Nur die Geister begleiteten ihn – Ade, Kapitän McDowell, Gomez, Kelly und Shed.
    Die Suite war behaglich, groß und deprimierend. Er hatte weniger als fünf Minuten auf dem Bett gelegen, als er wieder aufstand und hinausging. Eine halbe Stunde lang wanderte er durch den Flur und suchte die großen Kreuzungen, die zu anderen Teilen des Rings führten. Er fand einen Elektronikladen, ein Teehaus und ein Unternehmen, das sich bei näherer

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