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Nacht der Versuchung

Nacht der Versuchung

Titel: Nacht der Versuchung Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Penny Jordan
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sie mittags ein kleines Nickerchen gemacht hatte, war es wirklich kein Wunder, dass sie schon gähnte, auch wenn es erst acht Uhr abends war.
    Xavier ging ruhelos im Zelt auf und ab. Eigentlich hätte er froh darüber sein sollen, dass die Frau fort und er wieder allein war. Und natürlich würde es ihm keinerlei Gewissensbisse bereiten, Khalid darüber aufzuklären, wie schnell und leicht sie ihre angebliche “Liebe” zu ihm verraten hatte.
    Der seltsame Schmerz, den er, Xavier, immer noch verspürte, bedeutete gar nichts und würde bald verschwunden sein!
    Was aber, wenn Khalid nicht auf ihn hören wollte? Was, wenn er trotz allem darauf beharrte, die Beziehung mit dieser Frau fortzusetzen? Wenn Fleur tatsächlich Khalids Tochter war, war es nur recht und billig, dass er auch für ihren Unterhalt sorgte. Xavier versuchte sich vorzustellen, wie er sich fühlen würde, wenn Khalid tatsächlich seine Geliebte und das gemeinsame Kind zu sich nach Zuran holen würde. Wie würde er, Xavier, es verkraften zu wissen, dass Khalid mit ihr unter einem Dach lebte … ein Bett mit ihr teilte?
    Wütend ging er nach draußen. In dem Zelt glaubte er immer noch, ihr Parfüm zu riechen … und den Duft von Babypuder! Ja, er würde veranlassen, dass das Bettzeug durch neues ersetzt werden würde, für den Fall, dass ihr Duft daran haftete und ihn an das erinnerte, was zwischen ihnen passiert war und was er jetzt einfach nur vergessen wollte.
    Doch auch draußen verfolgten ihn die Bilder von ihr. Diese unwirklich blaugrünen Augen, der seidige Alabasterteint, ihre zierliche, unglaublich feminine Figur. Und natürlich ihre unerwartet leidenschaftliche Reaktion auf seine Zärtlichkeiten, die ihn alle Selbstbeherrschung hatte vergessen lassen, wie es ihm noch nie zuvor passiert war. Was für ein unvergleichliches Gefühl war es gewesen, als sie ihn in sich aufgenommen hatte … als hätte sie noch nie zuvor einen anderen Liebhaber, geschweige denn ein Kind gehabt! Kein Wunder, dass Khalid so verrückt nach ihr war!
    Ein blondes Baby erregte hier viel Aufmerksamkeit, wie Mariella lächelnd bemerkte, als sie mit Fleur auf dem Arm den Hof der königlichen Stallungen betrat. Dabei kam ihr gar nicht in den Sinn, dass viele der bereits versammelten elegant gekleideten Gäste sich nach ihr umdrehten. Ihr ebenso schlichtes wie raffiniertes enges Seidenkleid, das sie ursprünglich einmal für die Hochzeit einer Freundin gekauft hatte, schimmerte in Schattierungen von zartem Hellblau bis dunklem Türkis, was ihre ungewöhnliche Augenfarbe noch hervorhob. Um ihre nackten Arme vor der Sonne zu schützen, trug sie darüber einen feinen, farblich dazu passenden Seiden-Cardigan, der etwas heller getönt war als ihr Hut und die Sandaletten.
    Ein Mitglied des prinzlichen Stabes hatte sie begrüßt, als sie in der Limousine vorgefahren war, und an einen charmanten jungen Mann weitergereicht, der sie nun begleitete, um sie dem Prinzen vorzustellen. Die Stallungen ringsum waren natürlich gepflegt und in makellosem Zustand, und die edlen Bewohner der geräumigen Boxen reckten ihre schlanken Hälse nach draußen und gaben sich einige Mühe, den feinen Gästen die Schau zu stehlen … als wollten sie keinen Zweifel daran lassen, dass sie die eigentlichen Stars der Veranstaltung seien. Das Frühstück sollte in dekoraktiven Pavillons serviert werden, an die die Kinderkrippe gleich angegliedert war, wie man Mariella informiert hatte.
    “Miss Sutton, Ihre Königliche Hoheit”, stellte der junge Mann sie nun dem Prinzen und damit ihrem potenziellen Auftraggeber vor.
    “Miss Sutton!” Prinz Sayids Stimme klang warm und herzlich, aber Mariella entging nicht, dass er sie forschend betrachtete.
    “Eure Hoheit”, erwiderte sie mit einer leichten Verneigung des Kopfes.
    “Ich war von Ihren Arbeiten wirklich sehr beeindruckt, Miss Sutton”, gestand der Prinz. “Wenngleich ich sagen muss, dass Sie im Fall meines alten Freundes und Rivalen im Rennsport, des kürzlich geadelten Sir John Feinnes, seinen ‘Oracle’ etwas zu stattlich und muskulös dargestellt haben.”
    Ein kleines Lächeln huschte über ihr zartes Gesicht. “Ich male, was ich als Künstlerin sehe, Eure Hoheit”, sagte sie bescheiden.
    “Ja, ja, natürlich. Dann warten Sie, bis Sie meine Pferde gesehen haben. Sie sind das Ergebnis eines Zuchtprogramms, in das ich viele Jahre harte Arbeit investiert habe, und ich möchte, dass sie in einer Weise festgehalten werden, die ihrer Großartigkeit

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