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Nachtflug Zur Hölle

Nachtflug Zur Hölle

Titel: Nachtflug Zur Hölle Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Dale Brown
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Existenz zu rechtfertigen. Haben Sie sich schon überlegt, was Sie tun wollen, falls Luger gerettet wird?«
    »Natürlich, Sir«, behauptete Curtis, aber sein Zögern war vielsagend genug.
    Der Präsident nickte wissend. »Sie können ihn schließlich nicht einfach zurückkommen lassen. Luger hat ein Grab, einen Grabstein und so weiter. Alle haben ihn für tot gehalten, deshalb haben Sie ein Flugzeugunglück in Alaska erfunden und Hunderte von Schriftstücken gefälscht, um den Einsatz der Old Dog geheimzuhalten.
    Womit sollen wir seine Rückkehr erklären? Wiederauferstehung?
    Klonen?«
    »Wir stellen ihn unter Hausarrest, bis der Vorfall nicht mehr als geheim eingestuft ist«, schlug Curtis vor. »Die erste automatische Überprüfung aller Unterlagen findet schon in sechs Jahren statt.«
    »Ich weiß, daß Sie irgendeinen Weg finden werden, Wilbur«, sagte der Präsident, der ungeduldig zu werden begann. »Okay, die Sache ist einen Versuch wert – einen. Die Marines dürfen einmal versuchen, Luger dort rauszuholen. Scheitert der Versuch, ziehen sie sich in unsere Botschaft zurück und bleiben dort. Punktum.«
    General Curtis nickte wortlos, um zu zeigen, daß er verstanden hatte.
Außerhalb des Luftfahrtkomplexes des Fisikus-Instituts Wilna, Litauen
13. April, 03.47 Uhr
    »Achtung, sie kommen!« rief General Palcikas’ Funker, als er die Warnmeldung der Vorposten der Brigade Eiserner Wolf empfing.
    »Feindliche Maschinen im Anflug! Alles fertigmachen zur Abwehr feindlicher Flugzeuge!«
    Dutzende von Gewehren richteten sich auf den hellen Morgenstern, den nur gelegentlich zwischen rasch ziehenden Wolken aufblitzenden Planeten Venus. Das Dröhnen schwerer Hubschrauber wurde lauter und lauter. Dominikas Palcikas steckte einen Zeigefinger ins linke Ohr und drückte sein Handfunkgerät gegen das rechte.
    Er merkte, daß er vor Aufregung keuchte.
    Als das Dröhnen fast unerträglich geworden war, befahl er über Funk: »Position halten! Neunzig Grad nach links drehen, auf zwanzig Meter heruntergehen, sämtliche Lichter einschalten und nach rechts weiterfliegen, bis ich halt sage!«
    Staub wurde aufgewirbelt, und Palcikas spürte die bedrohliche Kraft der anfliegenden Maschinen. Das waren große Hubschrauber mit starker Bewaffnung. Sie mußten …
    »Da sind sie!« rief jemand. Nun sah auch Palcikas die beiden Hubschrauber, die sich dem Fahrzeug näherten, hinter dem er in Deckung gegangen war. Als erstes fielen ihm die riesigen Rotoren mit mindestens elf, zwölf Meter Durchmesser auf. Obwohl sie sich nur langsam drehten, wirbelten sie wegen ihrer großen Blattiefe einen regelrechten Staubsturm auf.
    »Position halten!« befahl Palcikas über Funk. Die Maschinen gingen prompt in den Schwebeflug über und standen – auch ohne Bodeneffekt – verblüffend stabil in der Luft. Sie entsprachen etwa mittleren Transportern Antonow An-12 – aber mit riesigen Luftschrauben an den Flügelspitzen, die als Rotoren nach oben geschwenkt waren. Palcikas sah die Waffenbehälter an beiden Rumpfseiten und erkannte unter dem Bug eine Sensorkuppel, deren Fernsehauge ihn anzustarren schien. »Major Dukitas, was für Maschinen sind das, verdammt noch mal?«
    «Kipprotor-Flugzeuge des Musters V-22 Osprey«, antwortete Palcikas’ Nachrichtenoffizier sofort. »Werden die Triebwerksgondeln nach vorn geschwenkt, arbeiten die Rotoren als Luftschrauben.«
    »Amerikanische Flugzeuge?«
    »Ja, General. Eingesetzt werden sie hauptsächlich vom U.S. Marine Corps und der U.S. Air Force für Kommandounternehmen. Der Bemalung nach tippe ich auf amerikanische Marines.«
    »Das nenne ich eine freudige Überraschung!« rief Palcikas aus.
    »Das Fisikus interessiert die Amerikaner anscheinend so sehr wie uns.«
    »Was machen wir jetzt, General?« fragte Oberst Zukauskas besorgt. »Haben sie’s auf uns oder auf die Russen abgesehen? Greifen sie uns an, oder …?«
    »Das werden wir gleich feststellen«, sagte Palcikas. »Funkbefehl an alle Einheiten: Die beiden Flugzeuge über dem Sicherheitstrakt bleiben unbehelligt. Befohlene Stellungen einnehmen und weitere Befehle abwarten. Alle sonstigen unbekannten Flugzeuge sind als Feindmaschinen zu betrachten. Sie werden beobachtet, aber nur auf ausdrücklichen Befehl beschossen.« Er hielt das Handfunkgerät an die Lippen und sagte einfach: »Anflug fortsetzen, Gentlemen. Willkommen in Litauen!«
    Daraufhin drehten die beiden Kipprotor-Flugzeuge parallel nach rechts ab und stiegen in den Nachthimmel davon. Die

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