Namibia
Zeichnung auf. Wissenschaftler vermuten, dass als Schutz vor anderen Raubtieren das Fell des Honigdachses imitiert wird, der als unerschrockener und gefährlicher Kämpfer bekannt ist. Auch für die schwarzen Streifen um die Schnauze gibt es noch keine gesicherte Erklärung. Eine der Theorien besagt, dass dieser schwarze Streifen das Sonnenlicht absorbiert und so die Augen vor Verbrennung schützt, denn der Gepard ist ein tagaktiver Jäger.
Geparden haben starke Feinde und Konkurrenten. Nicht nur, dass die Jungen von anderen Raubtieren (etwa den Hyänen, wenn sie in Rudeln auftreten) gejagt werden, selbst ausgewachsene Geparden können Opfer von Leoparden werden. Außerdem ist die Nahrungskonkurrenz sehr stark. Wenn der Gepard seine Beute getötet hat, frisst er sehr, sehr schnell. Denn schon bald kommen Löwen und Hyänen, die ihm die Beute streitig machen – meist mit Erfolg. (Interessante Informationen über Geparden und die Möglichkeit, diese Tiere aus nächster Nähe zu sehen, bietet der Cheetah Conservation Fund, s. S. 458 .)
Eine Besonderheit Etoshas sind die Schwarznasenimpalas . Diese Unterart der Impalas kommt fast ausschließlich in Etosha vor (zahlenmäßig häufiger und daher auch bekannter sind die Schwarzfersenimpalas, die vor allem in Südafrika sowie in Kenya und Tanzania vorkommen) und hat sich dort sehr gut etabliert. Sie sind leicht am schwarzen Nasenrücken zu erkennen.
Die Gnus (Wildebeester) haben sich auf erstaunliche Weise den afrikanischen Klimabedingungen angepasst. Frühmorgens stehen sie im rechten Winkel zu den Sonnenstrahlen, um sich zu wärmen. Wenn es im Laufe des Tages heißer wird, drehen sie sich so, dass sie den Sonnenstrahlen weniger Angriffsfläche bieten. Um 12 Uhr stehen sie im Schatten der Bäume oder drehen sich in die Windrichtung, um sich den Kopf vom Wind kühlen zu lassen. Gnus brauchen täglich Wasser und bewegen sich daher maximal 15 km von den Wasserstellen weg.
Andere Tiere, die ebenfalls täglich Wasser benötigen, um zu überleben, haben ähnliche oder noch größere Weideradien um die Wasserstellen: Zebras ebenfalls um die 15 km, Kuhantilopen (Hartebeester) 20 km. Bei Oryx-Antilopen und Springböcken sind es sogar 25 km, beide trinken jedoch nur dann regelmäßig Wasser, wenn es zur Verfügung steht, können aber durchaus auch ohne Wasser auskommen.
Oryx-Antilopen können ihren Wasserverbrauch so weit einschränken, dass ihnen die aufgenommene Feuchtigkeit aus Pflanzen, Schoten und Knollen zum Überleben reicht. Außerdem wird die Schweißproduktion, die anderen Säugetieren zur Regulierung der Körpertemperaturdient, bei Wassermangel abgestellt. Während die Körpertemperatur auch bei diesen Antilopen im Normalzustand 34–38 °C beträgt, toleriert ihr Körper in Extremfällen Temperaturen bis zu 43 °C. Das Blut wird dann auf dem Weg zum hitzeempfindlichen Hirn in einem besonderen
carotid rete system
gekühlt. Dabei wird das arterielle Blut in einem feinen Adernetz in der Nasenschleimhaut durch Hecheln und durch das abfließende venöse Blut gekühlt.
Toko (Hornbill)
Keine Namibiareise vergeht, ohne dass man einen Toko sieht. Diese farbenfrohen Vögel mit ihren langen, gebogenen Schnäbeln sind im Landschaftsbild sehr auffällig. Es gibt sieben verschiedene Toko-Arten, vier davon in Namibia. Mitunter werden sie auf Deutsch Nashornvogel genannt, ob nun aber der Schnabel mit dem Horn eines Nashorns zu vergleichen ist, sei dahingestellt.
In Namibia werden sie von den Einheimischen als Pfefferfresser bezeichnet, weil sie am liebsten giftige Insekten wie Skolopender (Hundertfüßler), Stinkwanzen, Pferdefliegen und Wespen aller Art vertilgen. Am häufigsten sieht man den Gelbschnabeltoko. Als Nest nutzen diese Vögel Löcher in Baumstämmen. Der Eingang wird vom Männchen von außen versiegelt (auch dies wieder sehr schön im Film
Die lustige Welt der Tiere
zu sehen), während das Weibchen sich innen alle Federn ausrupft, um für die Nachkommenschaft kuschelig weich zu sein. Ohne diese Federn kann sie jedoch nicht fliegen. Deshalb wird lediglich ein kleiner Schlitz in der Größe eines Toko-Schnabels für die Futtereinnahme offen gelassen, durch den der männliche Vogel das Weibchen und die Küken füttert.
Toko-Weibchen legen bis zu sechs Eier. Werden die heranwachsenden Küken zu groß, bricht die Mutter den Eingang auf und verlässt das Nest. Anschließend wird es erneut versiegelt, die Jungen werden von nun an von beiden Eltern gefüttert, bis sie
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