Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Nimm mich, wie ich bin

Nimm mich, wie ich bin

Titel: Nimm mich, wie ich bin Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Jill Shalvis
Vom Netzwerk:
klebte, keine Ally, die ihn mit ihren großen Augen in ihren Bann zog.
    Hier gab es nur ihn und die Natur.
    Auf einmal meldete sich sein Funkgerät. Verdammt, er hätte es ausschalten sollen.
    “He, Boss”, hörte er Jos Stimme. “Ich habe Lucy auf Leitung zwei. Sie lässt dir ausrichten, du sollst dir nicht die Beine brechen.”
    Chance lächelte und ging weiter, seine Muskeln spannten sich an, sein Atem kam mühsamer, und zum ersten Mal heute geriet er ins Schwitzen.
    “Sie will außerdem wissen, ob du Ally geküsst hast.”
    Er blieb abrupt stehen und wäre fast über seine eigenen Beine gestolpert.
    “Keine Angst”, sagte Jo lachend, da er nicht antwortete. “Ich habe ihr verraten, dass unsere Großstadtpflanze nicht dein Typ ist.”
    Und das stimmte ja auch. Er wollte sie nicht, und er brauchte sie ganz bestimmt nicht, ganz egal, was Ally dachte. Schon die Vorstellung, er könnte irgendjemanden brauchen, machte ihn wütend.
    Sie war diejenige, die Hilfe brauchte, verdammt noch mal!
    Er marschierte weiter bergauf und weigerte sich, seine kostbare Zeit damit zu verschwenden, an Ally zu denken – oder an den Kuss, den er sogar jetzt noch zu spüren glaubte.
    Aber hundert Meter weiter hielt er inne, weil er merkte, dass jemand ihm folgte. Gleich darauf erschien Brian, einen trotzigen Ausdruck auf dem Gesicht und ein Rad auf den Schultern, das schon mal bessere Tage gesehen hatte.
    Chance fluchte. “Was tust du hier?”
    Brian streckte das Kinn vor. “Das Gleiche wie Sie.”
    “Du überwachst das Gebiet und vergewisserst dich, dass alle Gäste den Berg verlassen haben?”
    Brian schnaubte geringschätzig. “Das tun Sie doch auch nicht. Sie klettern hoch, um von oben herunterrasen zu können.”
    Chance starrte ihn wütend an und seufzte dann. “Okay. Du hast mich also erwischt. Und jetzt geh weg.”
    “Ich will mitkommen. Ich will alles von Ihnen lernen.”
    “Das klingt ja unheimlich eifrig.”
    “Ich bin nicht blöd.”
    “Und doch bist du ein jugendlicher Straftäter. Das soll einer kapieren.”
    Brian wurde knallrot. “Ich habe das Feuer nicht gelegt.”
    “Ja, ja.”
    “Das ist die Wahrheit!”
    Chance wusste nicht, was er davon halten sollte. Brian schien ehrlich empört zu sein über die Anschuldigung.
    “Kann ich jetzt mitkommen oder was?”
    Chance fuhr sich mit den Fingern durch das Haar und fragte sich, warum er nicht einfach Nein sagte. Er wurde allmählich weichherzig. “Ja. Gut. Ist auch egal.”
    Unter welchem Druck Brian stand, bemerkte Chance erst, als der Junge sich jetzt entspannte und sogar ein schiefes Lächeln zeigte. Er rannte den Weg zu Chance hinauf, das Rad halb tragend, halb hinter sich her zerrend.
    Chance sah ihm zu, hin- und hergerissen zwischen Ärger und Belustigung, weil er Brians Begeisterung nur allzu gut von sich selbst kannte. Und doch wäre er lieber allein geblieben. Er war ein einfacher Mann mit einfachen Bedürfnissen. Seine Arbeit bedeutete keine Last für ihn, denn er liebte sie. Aber Brian war eindeutig eine Last. Ganz zu schweigen von Ally!
    Offenbar hatte er das Schicksal herausgefordert, denn als er sah, wer ihn oben auf dem Berg erwartete, blieb er wie vom Blitz getroffen stehen.
    Bildhübsch und ein hoffnungsvolles Lächeln auf dem Gesicht, blickte Ally auf ihn und Brian herab. Ein Mountainbike lehnte an ihrer Hüfte.
    “Was zum Teufel tust du hier?”
    Brian hob erstaunt die Augenbrauen, weil Chance Ally duzte.
    Sie schüttelte langsam den Kopf. “So spricht man doch nicht mit einer Dame.” Sie nahm den Helm, der am Lenker hing, und setzte ihn sich auf.
    Verkehrt herum.
    Chance fluchte wieder, ignorierte Brians Grinsen und ging mit langen Schritten auf sie zu und nahm ihr den Helm wieder ab. Seine Finger berührten ihr weiches Haar, und er drehte den Helm um. Der Duft, der von ihr ausging, ließ sein Herz schneller schlagen, und er runzelte verärgert die Stirn. “Wie bist du hier heraufgekommen, und warum bist du ausgerechnet hier, wo ich bin?”
    “Ich bin den Weg hochgeklettert”, antwortete sie ruhig. “Genau wie du. Ich hörte, wie du Jo am Funkgerät sagtest, wo du hinwolltest.” Sie lächelte ihn an, und etwas in seiner Brust zog sich schmerzhaft zusammen. “Ich habe auf dich gewartet. Warum ich hier bin? Weil du hier bist.”
    Was sollte er darauf erwidern? Ein Blick in ihre Augen, und sein üblicher Sarkasmus ließ ihn im Stich. “Du kannst nicht radeln. Du wirst noch irgendwo gegenfahren und hinfallen.”
    “Ich habe jeden

Weitere Kostenlose Bücher