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Raumschiff 2 - Nancia

Raumschiff 2 - Nancia

Titel: Raumschiff 2 - Nancia Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Anne McCaffrey
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Inhalt des Minihedrons in ihren Speicher. Irgend etwas war hier seltsam –
    nicht wie gewöhnliche Worte, mehr eine Art Kitzeln im
    Hinterkopf oder wie ein schlecht positionierter
    Synapsenkonnektor…
    Sie ritt auf dem Wirbelwind in die Singularität hinein, balancierte sich aus und jagte durch die sich unentwegt verändernden Gleichungen, die die einstürzenden Wände des Strudels definierten.
    Irgend etwas war verkehrt; sie spürte es schon, bevor sie den Zugriff auf die mathematischen Transformationen verlor. Noch nie hatte sie eine solche Transition erlebt. Was war hier los?
    Töne wisperten und kicherten in ihren Ohren; Farben jenseits des menschlichen Wahrnehmungsspektrums kratzten wie
    Fingernägel an ihr, die über eine Tafel gezogen wurden. Das Gleichgewicht aus Salzen und Flüssigkeiten, die ihren
    geschrumpften menschlichen Körper umgaben, strudelte wie verrückt, und ein Dutzend Alarmsysteme legten gleichzeitig los: Überspannung! Überspannung! Überspannung!
    Sie konnte den Weg nicht optimieren; um sie herum lösten sich Räume auf und schossen in einer Unendlichkeit
    verschiedenster Rekompositionen davon, dehnten sich auf jedem Pfad zu Lichtern und Chaos aus, die sie zerfetzen konnten. Die hyperchipgestützten mathematischen
    Coprozessoren gaben nur Kauderwelsch von sich. Ihre
    Hirnwellen waren über das Gitternetz einer
    multidimensionalen Matrix verteilt. Irgend etwas versuchte die Matrix umzustülpen. Keine Berechnung, die noch mit früheren Ergebnissen gleich war, und in allen Richtungen lauerte Gefahr.
    Nancia schaltete auf einen Schlag sämtliche
    Rechenoperationen ab. Die betäubenden Farben und
    stinkenden Geräusche wichen von ihr.
    Sie hing in der Dunkelheit, verweigerte ihren eigenen
    sensorischen Input, in der Balance an jenem Punkt der
    Singularität, wo sich die in Auflösung befindlichen Subräume schnitten, ohne einen Weg voran oder zurück.

KAPITEL 17
    Polyon schritt in seiner engen Kabine auf und ab, zu
    ungeduldig, um sich für die Singularität anzuschnallen; er wartete auf ein Zeichen, daß Forister angebissen hatte, als plötzlich die Luft um ihn herum zu schimmern begann und sich verdichtete.
    Er sperrte den Mund auf, um sein Pech zu verfluchen. Das Schiff war in die Singularität eingetreten, bevor dieser stumpfsinnige Pilot einen Leseschlitz aufgesucht hatte!
    Die Luft verzerrte sich zu glasigen Wogen, dann wurde sie fast zu dünn zum Atmen. Die Kabinenwände und die
    Einrichtung wurden zu fernen Staubflecken, dann schwammen sie wieder um ihn herum, riesige, bedrohliche, freischwebende Gestalten. Polyons Fluchen wurde zu einem komischen
    Grollen, das in einem Quieken endete.
    Verdammte Singularität! Jetzt bestand keine Möglichkeit mehr, daß Forister das Datenhedron augenblicklich in einen Leseschlitz warf, er würde vielmehr brav in seinem
    Pilotensessel angeschnallt sein. Inzwischen waren die
    Leseschlitze des Schiffs, für die Dauer des Eintritts in die Singularität wahrscheinlich abgeschaltet – und selbst wenn er durch irgendein Wunder Nancia dazu überreden könnte, das Hedron entgegenzunehmen, würde er doch nicht mehr ins Netz gelangen, bevor die Transformationen nicht beendet und alle in den Normalraum zurückgekehrt waren. Nein, er würde solange warten müssen, bis die Subraumtransformation beendet war, bevor er die Endphase einleitete – und diese Transformation würde das GehirnSchiff in den Subraum der Zentrale
    befördern, direkt erreichbar für alle Hilfe, die die
    Zentralwelten und ihre zahllosen Flotten leisten konnten.
    Er gemahnte sich daran, daß das nicht den geringsten
    Unterschied machte. Am Spiel selbst änderte sich nichts.
    Entweder war sein Plan weit genug gediehen, um zu gelingen, obwohl ihm ein Zugzwang aufgelegt wurde, oder eben nicht.
    War er so weit, dann würden die Flotten der Zentrale ihm gehorchen und nicht mehr ihren früheren Herren. War er es nicht – nun, dann würde die Vernichtung eben ein wenig schneller einsetzen, als wenn er erst aus den abgelegenen Räumen um Nyota losgeschlagen hätte, das war alles.
    Also brauchte er bloß dazusitzen und abzuwarten. Und eine einzige Transformation durch die Singularität abzuwarten, sollte für ihn eine Lappalie sein. Auf Shemali hatte er bereits jahrelang gewartet, hatte seine Saat ausgebracht, ihr Gedeihen mitangesehen, das Universum befruchtet, seit jenem
    Geistesblitz, als er zugleich die Konstruktion des Hyperchips schaute wie auch die Möglichkeit seiner Nutzung zu eigenen

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