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Silberband 055 - Der Schwarm

Titel: Silberband 055 - Der Schwarm Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Perry Rhodan
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wußte er, was geschah: Das Schiff setzte zur Landung an!
    Er wollte aufspringen, blieb aber dann wie gelähmt sitzen. Das Schauspiel, das vor seinen Augen abrollte, faszinierte ihn maßlos. Es war schon lange her, seit er das letzte Raumschiff hatte landen und starten sehen.
    Endlich erkannte er den flachen Krater, in den das Schiff sich hinabsinken ließ. Die Lähmung fiel von ihm ab. Wenn er sich beeilte, konnte er die eigentliche Landung mit eigenen Augen beobachten. Er griff nach dem elektronischen Fernglas, das er zuvor schon auf dem Wandtisch bemerkt hatte, und verließ die Station. Mühsam erkletterte er den Felsen neben der Brücke und war froh, als er das winzige Plateau in Talrichtung erreichte.
    Der Krater lag in fünf Kilometern Entfernung unter ihm, das Schiff stand noch einige hundert Meter darüber und sank weiter.
    Er drückte den Knopf unter der Feineinstellung des Glases, das Stativ schob sich heraus und schnappte ein. Herschell richtete das Instrument ein, und dann sah er das Schiff so, als sei es nur wenige hundert Meter entfernt. Er konnte jede Einzelheit genau erkennen.
    Sanft setzte es schließlich auf dem Kratergrund auf. Die Teleskopstützen schoben sich ineinander, dann stand das Schiff ruhig da.
    Nichts rührte sich mehr.
    Herschell blieb auf dem Felsen. Ob Flinder schon in der Siedlung angelangt war? Wußte er überhaupt schon von der Landung des Schiffes? Wahrscheinlich nicht, denn wie sollte er es erfahren haben, wenn er den Stollen benutzt hatte?
    Herschell sah noch einmal durch sein Glas und da entdeckte er etwas, das er bisher noch nicht bemerkt hatte. Am Rande des Kraters begannen sich die Klammerläufer zu sammeln.
    Sie waren die einzigen Pflanzen auf Hidden World, die einem Menschen gefährlich werden konnten, wenn er unachtsam war. Die Klammerläufer erinnerten an terranische Schlingpflanzen. Von ihrem schlangenförmigen Hauptstamm aus wuchsen Nebenarme nach allen Richtungen, mit denen die räuberischen Pflanzen ihre Beute fassen konnten. An den Enden der Nebenarme waren die Saugnäpfe, mit denen dem Opfer der Saft ausgesaugt wurde.
    Die Klammerläufer waren zwar eigentlich Vegetarier. Sie ernährten sich, indem sie langsamere Pflanzen einholten und verzehrten. Anfangs näherten sie sich auch den Siedlern, tasteten sie ab – und ließen sie wieder frei. Nur wenn sich jemand dieser schmerzlosen Untersuchung widersetzte, konnten sie bösartig werden. Schon mancher Digger war mit blauen Saugflecken nach Hause zurückgekehrt.
    Die Klammerläufer besaßen ein wenig Intelligenz, die sich besonders in ihrer steten Neugier ausdrückte. Das gelandete Schiff jedenfalls weckte ihr Interesse, und Herschell war sicher, daß es nicht lange dauern würde, bis sie es untersuchten. Da sie Gemeinschaftswesen waren, versammelten sie sich zu diesem Zweck.
    Sobald es dunkel geworden war, würden sie ihren Vormarsch beginnen. Und in einer Stunde würde es bereits dunkel sein.
    »Entfernung zur Station fünf Kilometer.«
    Rhodan nickte Farside zu. »Danke. Das Notsignal wird noch immer gesendet?«
    »Automatisch, Sir. Es bedeutet nicht, daß dieser Gruppa noch in der Station ist. Unsere Aufforderung, sich zu melden, wird von ihm jedenfalls ignoriert.«
    Atlan kam herein, von Lord Zwiebus gefolgt. »Werden wir noch vor Sonnenuntergang etwas unternehmen?«
    »Nein«, erwiderte Rhodan. »Das wird wenig Sinn haben. Wir wissen nicht, was hier geschehen ist und welche Gefahren draußen lauern. Wir müssen vorsichtig sein. Wir warten bis morgen. Wenn man uns erwartet, wird man auch die Landung beobachtet haben und sich melden.«
    »Richtig, wir versäumen nichts.«
    Gucky erschien in der Tür.
    »Die Impulse sind deutlicher geworden, aber nicht intelligenter. Ein schreckliches Durcheinander. Einige Impulse verraten Zufriedenheit, andere wieder Wut und Vernichtungswillen. Ich werde nicht klug daraus.«
    »Um so mehr Grund für uns, vorsichtig zu sein und bis morgen zu warten«, erklärte Rhodan abermals. »Gucky, versuch es mal in Richtung Station. Mindestens ein Mann muß sich darin aufhalten.«
    Gucky machte sich an die Arbeit.
    Rhodan ordnete inzwischen für die gesamte Besatzung eine Ruheperiode an. Einige Wachen sollten auf ihren Posten bleiben.
    Auf dem Panoramaschirm war nichts Verdächtiges zu bemerken.
    Die Sonne ging unter.
    Gucky berichtete: »Stimmt, da ist noch einer in der Station, aber ein besonders helles Licht ist er nicht – immerhin nicht so dumm wie die anderen. Aber mit seinen Gedanken

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