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Silberband 055 - Der Schwarm

Titel: Silberband 055 - Der Schwarm Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Perry Rhodan
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und füllte das Blickfeld aus. Pontonac sah seinen eigenen Schatten und den des Seiles, da er durch den Lichtkegel flog. Der Schatten wurde immer kleiner und war so groß wie er selbst, als der Mann die vertieft eingebauten Handgriffe neben einer unzerstörten Schleuse erreichte.
    »Gut angekommen?« fragte Lerinck.
    Pontonac wunderte sich, daß die anderen Kommandanten noch nicht die Gelassenheit verloren hatten.
    »Ja. Ich bin hier.«
    Zuerst befestigte er das Seil, während das Triebwerk arbeitete, an dem Griff. Dann tastete er sich weiter bis zu einer Vertiefung, in der sich eine dicke Plexolhalbkugel über einem handgroßen Knopf, der rot war, wölbte.
    Edmond las den Text. Sprengkopf, Schleuse A III. Achtung!
    »Dieser Knopf«, sagte er leise, »ist eine der besten Ideen im terranischen Schiffbau gewesen.«
    Das war richtig.
    Ein solcher Knopf war für Gelegenheiten wie diese gebaut worden. Er funktionierte unter extremen Bedingungen, allerdings auch dann, wenn die Plexolkuppel durch ein Rammanöver zerstört wurde.
    Während sich die Hand um die beiden Knebel spannte, während Edmond drehte, suchte er das All nach ankommenden Manipulatoren ab, nach näher kommenden Lichtpunkten, nach Raumschiffen – er wußte nicht, was er suchte, wovor er sich fürchtete.
    Die Schutzhülle segelte aufblitzend durch den Lichtstrahl davon, dann hielt sich Pontonac mit der linken Hand fest, holte mit der rechten aus und schlug kräftig auf den Knopf.
    Eine lautlose Erschütterung war die Folge der sofort erfolgenden Explosion.
    Die Stahlplatte des Schotts torkelte schnell durch den Raum, berührte zweimal das Seil, das sich in leichten Windungen zwischen den Schiffen spannte. Edmond schwang sich, nachdem er das Seilende ergriffen hatte, in den Bereich normaler Schwerkraft.
    Dann sagte er: »Ich bin im anderen Schiff. Hoffentlich öffnet nicht jemand das Schott, sonst erfolgt eine explosive Dekompression, was meine Aufgabe schnell beenden würde.«
    Er sah sich um.
    Seine Kenntnis von den Bauplänen terranischer Schiffe hatte ihm bei seinem Plan geholfen. Er zog das Seil bedächtig hinter insgesamt fünf mannshohen und dicken Trägern hindurch, die von der Decke durch den Boden verliefen und zum Aufbau der Außenhülle gehörten. Dann befestigte er das Seilende, durchquerte die Schleuse und nahm den Strahler hervor.
    Methodisch verschweißte er an etwa zwanzig Stellen die Rahmen des Schotts mit dem Schottmetall.
    Von innen war diese Schleuse nicht mehr zu betreten.
    Er nickte zufrieden, dann stellte er sich neben den ersten Träger und zog an dem Seil. Er brachte soviel Kraft auf, um etwa dreihundert Meter des drei Finger dicken Seiles von der Seiltrommel zu ziehen, die inzwischen langsam weitergelaufen war.
    Die nächste Arbeit bestand darin, daß er diese dreihundert Meter auch um sämtliche anderen Stahlträger zog, bis sich vor der Schleuse ein riesiges Seilbündel ringelte und im schwerelosen Zustand bewegte wie einige schwimmende Schlangen.
    »Ich komme zurück!« sagte er. Dann schaltete er die künstliche Schwerkraft des Hangars aus.
    »Verstanden!«
    Er nahm das Seilende, schaltete das Triebwerk ein und schoß durch den Weltraum davon. Er landete in dem Laderaum, befestigte das Seilende und atmete auf.
    Bis hierher war alles gutgegangen.
    Trotzdem hatte er seit drei Stunden ein Gefühl, als nähere sich diesem kuriosen Schleppzug eine Gefahr, die noch größer war als ein Manipulator.
    Er dachte fieberhaft darüber nach, was er tun könnte.
    Zuerst ließ er die Seiltrommel ablaufen, anschließend befestigte er das Ende des Seiles an dem letzten Glied einer Kette, deren Durchmesser fünfzehn Zentimeter nicht überschritt. Das Ende des Seiles, das er wieder mitgebracht hatte, befestigte er auf der Trommel, stellte sich daneben und ließ die Trommel rotieren.
    Die Energie bezog die Trommel vom Schiffsgenerator; Pontonac hatte sie angeschlossen.
    Schnell wickelte sich der Seilvorrat auf, dann spannte es sich, die Winde begann zu vibrieren, und schließlich zog das Seil die dünne Kette aus dem Laderaum. Jetzt war es wichtig, daß es nicht übermäßig beansprucht wurde.
    Es dauerte lange, bis die ersten Glieder der Kette die Hangarschleuse des kleinen Schiffes erreichten.
    Dort, im ebenfalls schwerelosen Bereich, wurden sie langsam um die stählernen Träger gezogen, hakten sich mehrmals fest, lösten sich wieder, und schließlich bemerkte Pontonac, daß die Kette wieder zu seinem Schiff herankam. Die aufgewendeten Kräfte

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