Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

Silberband 057 - Das heimliche Imperium

Titel: Silberband 057 - Das heimliche Imperium Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Perry Rhodan
Vom Netzwerk:
ähnlich war als den Schwarminstallateuren, aber Tahonka-No war wesentlich kleiner, etwa gut eineinhalb Meter. In den Schultern war er nicht breiter als einen Meter. Die Haut war, soweit sichtbar, rostrotbräunlich.
    »Schieß! Bring' sie um, oder sie töten uns«, sagte No.
    Sandal fragte unschlüssig: »Suchen sie dich, Tahonka-No?«
    »Ja. Sie töten mich.«
    Sandal sah, daß sein Ziel nahe genug heran war. Er stellte den linken Fuß im Stiefel auf die Brüstung, zog die Sehne aus und zielte. Die Sehne hämmerte gegen den Armschutz, der Pfeil beschrieb eine leicht gekrümmte Flugbahn und traf einen der Fremden, der in der obersten Gruppe ganz links schwebte. Lautlos sackte der vielarmige Körper im Fluganzug ab.
    Dann feuerte Tahonka-No, zehnmal hintereinander. In der flirrenden Luft des späten Morgens erschienen zehn winzige Sonnen, heller als das Licht der stechend roten Sonne des Planeten. Die fliegenden Verfolger wurden auseinandergewirbelt, und einer, der vom Druck der Explosion nach vorn auf die Verfolgten zugetrieben wurde, fiel durch Sandals Pfeilschuß.
    Jene winzigen Projektile, die mit großer Kraft die Mündung der Waffe verließen, waren kleiner als die Koralle in Sandals Ohr. Dort, wo sie auftrafen, entwickelten sie in einer chemischen Reaktion Hitze von rund zehntausend Grad. Warum griffen die Fremden eigentlich Tahonka-No mit mehr Wut und Ausdauer an, als sie ihn verfolgt hatten?
    Sandal spannte den Bogen, schoß und fragte: »Warum wollen sie dich töten, Tahonka-No?«
    Mit rauher Stimme entgegnete der Dunkelhäutige etwas. Das Gerät übersetzte: »Nesieps'cnird.«
    Sandal schüttelte den Kopf; er verstand nichts. Er schoß abermals einen Pfeil ab, den er niemals wiederfinden würde.
    »Sie fliehen!« stellte er fest.
    Die etwa neunzig Verfolger ließen sich fallen, fingen sich dicht über dem Boden wieder ab und rasten ihren Weg zurück. Nacheinander verschwanden sie hinter der nächsten Biegung des Cañons, und Tahonka-No schickte ihnen ein Dutzend Schüsse nach. Dann senkte er die Waffe und lehnte sich an die nächste Säule. Er hob die rechte Hand und kehrte Sandal die Handfläche zu.
    »Freund?« fragte er durch das Gerät.
    »Freunde!« beteuerte Sandal. Jetzt erst konnte er den kleinen Mann näher betrachten. Er hatte noch nie einen so merkwürdig aussehenden Freund gehabt, aber schließlich war er auch noch nie im Schwarm gewesen. Woher kam dieser rostbraune Mann mit der kleinen, klobigen Waffe?
    »Sie sind geflohen!« stellte Sandal fest.
    Offensichtlich hatten die Furchtbaren Schergen Tahonka-No mit Sandal Tolk verwechselt und angegriffen. Der Fremde hatte sich mit größtem Mut und bewunderungswürdiger Geschicklichkeit gewehrt; er war ein hervorragender Kämpfer, trotz seiner geringen Körpergröße.
    »Geflohen! Du hast mir geholfen«, sagte der knochige Fremde.
    »Ein guter Jäger hilft einem guten Krieger«, erklärte Sandal. Auch er lehnte sich gegen eine Säule und schaute nachdenklich auf die alte, zum Teil verfallene, zum anderen Teil von Kaskaden erstarrter Minerale überflutete Stadt.
    Der unbekannte Fremde war von geringer Körpergröße, aber sehr stämmig. Sein Körper schien nur aus Haut und Knochen zu bestehen; es fehlte jedes Fett und alles Bindegewebe, das man mit ›Fleisch‹ bezeichnen konnte. Wenn der Fremde so hart und ausdauernd war, wie er aussah, dann gab es auf diesem Planeten zwei große Kämpfer.
    Sandal sah auch keine Adern. Vermutlich bestanden die festen, runden Knochen aus wabenförmigen Strukturen, innerhalb derer der Kreislauf und auch der Stoffwechsel abliefen. Tahonka-No besaß zwei Arme, wie Sandal, nur kürzer, dicker und mit scharfen Sehnen ausgerüstet.
    An den Händen sah Sandal zwei Daumen; der zweite Daumen entsproß dort, wo der kleine Finger endete. Der Kopf war rund, und von einem Punkt oberhalb der Nasenwurzel zog sich ein dicker Knochenwulst über den haarlosen, glatten Schädel hinweg bis in den Nacken.
    »Woher kommst du?« erkundigte sich der junge Krieger neugierig.
    »Tamin' Enorth«, sagte Tahonka-No.
    Jetzt, da Sandal ihn direkt hören konnte und ihn in Ruhe studierte, bemerkte er, daß sein neuer Freund eine tiefe, rauhe Baßstimme besaß. Die großen Augen lagen in tiefen, trichterförmigen Höhlen und wirkten trotzdem groß, stumpf und dunkel, ohne erkennbare Pupillen. Er sah aus wie einer der Blinden, die früher einmal bei Burg Crater haltgemacht und allerlei possierliche Spiele aufgeführt hatten, weil sie um Brot und Braten

Weitere Kostenlose Bücher