Spanier zum Frühstück-Hauptsaison (German Edition)
hatte er jedoch ebenfalls
Englisch gesprochen.
>>Aber du kannst sie doch hier
nicht einfach so liegen lassen<<, rief ich aufgebracht und Fernando fing
an zu lachen.
>>Nein<<, sagte er dann.
>>Wir helfen dir, sie rauszutragen und dann kannst du meinetwegen auch
gerne den Krankenwagen rufen. Am Kanal stehen ja genug Telefonzellen!<<
Ich war fassungslos. Dann meldete
sich Blacky zu Wort.
>>Wir machen das schon<<,
erklärte er, ebenfalls auf Englisch. Fernando nickte und blaffte von oben
herab: >>Aber pronto! Dass die Alte hier rumliegt, ist schlecht fürs
Geschäft!<<
Damit drehte er sich um und ließ uns
stehen. Blacky bückte sich und wollte Babs unter die Arme greifen, dabei warf
er mir einen Blick zu, der wohl Überlegenheit ausdrücken sollte. Auch Blondie hatte
sich nun in Bewegung gesetzt. Er stöhnte und versuchte umständlich Blacky dabei
zu helfen Babs vom Boden zu hieven. Dann war plötzlich Xaví wieder da!
>>Ich kümmere mich jetzt um sie<<,
sagte er schroff und ebenfalls auf Englisch. Er stand nur da und Blacky warf
ihm einen giftigen Blick zu. Gleich darauf lächelte er jedoch und meinte, das
sei nicht nötig. Er und sein Freund würden das schon alleine schaffen!
>>Du und dein Freund, ihr
werdet jetzt gehen<<, antwortete Xaví. Blacky hob erstaunt eine
Augenbraue, doch er ließ Babs wieder los und richtete sich auf.
>>Und wer bist du, dass du
glaubst uns Vorschriften machen zu können?!<<, spie Blacky Xaví dabei
förmlich ins Gesicht. Xaví grinste.
>>Nun, ich bin der, der hier
das Sagen hat.<<
Ich kniete immer noch vor Babs und
war mindestens genauso überrascht, wie Blacky und Blondie. Die beiden Türsteher
vom „St.Trop‘“ standen in einiger Entfernung und als Xaví ihnen daraufhin ein
Zeichen gab, kamen sie ebenfalls zu uns herüber.
>>Die beiden hier würden gerne
gehen<<, erklärte Xaví ihnen auf Spanisch. Einer der beiden streckte
einen Arm aus, wie um Blacky und Blondie den Weg zu weisen. Er war ebenfalls
ziemlich muskulös, wenn auch nicht sehr groß. Und auch der zweite Türsteher sah
nicht so aus, als würde man so schnell mit ihm fertig werden. Fernando stand
beim Ausgang und beobachtete alles. Seinen Bruder hatte ich den ganzen Abend
noch nicht gesehen. Blacky und Blondie sondierten die Lage. Dann fiel ihr Blick
erneut auf Xaví und mit grimmigen Gesichtern folgten sie den beiden Türstehern
hinaus.
Babs bewegte sich immer noch nicht,
aber sie hatte zumindest eindeutig einen Puls.
>>Danke für deine
Hilfe<<, sagte ich zu Xaví und richtete mich ebenfalls wieder auf.
>>Lass uns lieber sehen, dass
wir deine Freundin von hier wegbringen. Mein Auto steht gleich draußen am Kanal<<,
sagte er kurz angebunden. Zusammen hievten wir Babs vom Boden, aber sie war
plötzlich unglaublich schwer und einer der beiden Türsteher kam erneut und nahm
mir meine Hälfte von Babs‘ Gewicht ab. Babs konnte noch nicht einmal mehr ihre Füße
bewegen und der Spanier fragte erstaunt, was Babs denn bloß alles getrunken
hätte! Xaví machte daraufhin jedoch kurzen Prozess und warf sich Babs einfach
über die Schulter. An seinem Wagen angekommen legte er sie auf die Rückbank und
ich wollte ihm erklären, wo wir wohnten.
>>Glaubst du wirklich, ich weiß
nicht, wo du wohnst? Ernies altes piso? <<
Ich nickte. Die kurze Fahrt über
schwiegen wir und als wir auf der Straße, unten vor dem Haus ankamen, ließ Xaví
den Wagen mitten auf der Straße stehen. Hier gab es keine Parkmöglichkeit, doch
so früh am Morgen war auch noch kein anderes Auto unterwegs. Xaví legte sich
Babs wieder über die Schulter und wir brachten sie nach oben in ihr Bett. Xaví
wollte sofort wieder gehen.
>>Bist du meinetwegen ins St.Trop‘
gekommen?<<, fragte ich ihn, als er schon fast wieder im Flur war. Ich
saß an Babs‘ Bettrand. Xaví war stehengeblieben, doch er drehte sich nicht um.
>>Ja, aber das tut nichts mehr
zur Sache<<, antwortete er.
Dann hupte ein Auto und Xaví meinte,
er müsste gehen.
***
Ich blieb den ganzen Tag bei Babs,
weil ich mir doch ein wenig Sorgen machte, dass sie nicht wieder aufwachen
könnte. Aber gegen Abend regten sich ihre Lebensgeister wieder. Allerdings
klagte sie über entsetzliche Kopfschmerzen und wollte wissen, was denn bloß
geschehen wäre.
>>Ich glaube, du hast gestern
ein bisschen zu viel getrunken<<, antwortete ich vorsichtig. Babs hielt
sich den Kopf und stöhnte.
>>Ich kann mich an nichts mehr
erinnern<<, jammerte sie. Doch dann fiel ihr Blick auf den
Weitere Kostenlose Bücher