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Sternenfall: Roman (German Edition)

Sternenfall: Roman (German Edition)

Titel: Sternenfall: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael McCollum
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hatte sich einen Arm gebrochen, während sein Passagier, Leon Albright, ohne eine Schramme davongekommen war. Karin Olafson fragte sich, ob die beiden Männer wussten, wie viel Glück sie dabei gehabt hatten.
    Als sie den Boden des Ground-Zero -Kraters überblickte, empfand sie eine vorübergehende Traurigkeit. Die vergangenen Monate hatten zu den aufregendsten ihres Lebens gezählt.
    »Dreißig Sekunden … zwanzig … fünfzehn … zehn …«
    »Automatik klarmachen.«
    »Autopilot eingeschaltet, Captain«, kam die Antwort von ihrem Mann.
    »… fünf … vier … drei … zwei … eins … ab geht’s!«
    Über der Eisebene erwachte das Frachtmodul zum Leben, als Feuer aus seinen überdimensionalen Korrekturtriebwerken brach. Die Abgase wirbelten Wolken von Ammoniakschnee auf. Das Modul hob langsam ab, dann begann es zu beschleunigen. Im Weitersteigen legte es sich auf die Seite und verschwand nach Norden.
    »Wir haben es im Bild, Captain«, meldete Dieter Schmidt. »Sollflugbahn wird eingehalten.«
    »Sehr schön, Mr. Schmidt. Machen Sie uns fertig zum Start.«
    »Habitatmodul ist startklar, Captain.«
    »Verankerung?«
    »Ausgekuppelt.«
    Karin nickte. Sie hatte die Anker selbst überprüft. Nur wenige Dinge konnten verhängnisvoller sein als eine Landestütze, die beim Start noch fest mit der Oberfläche verbunden war. So etwas konnte einem den ganzen Tag verderben.
    »Alle Passagiere an Bord?«, fragte sie.
    »Zwölf Leute an Bord und gesichert, Captain«, meldete Cybil Barnard über InterKom. »Tom Thorpe, Amber Hastings, mein Mann, Chen Ling Tsu, Bradford Goff und Hilary Dorchester sind nicht an Bord.«
    Karin Olafson nickte. Sie startete nicht gerne ohne vollzählige Besatzung, aber sie konnte nichts daran ändern. Thorpe, Hastings und Barnard waren gezwungen, noch eine weitere Woche am Boden zu verbringen. Sie würden das Positionieren der letzten Antimaterieladungen überwachen. Die anderen wurden noch bei den Arbeitsmannschaften gebraucht.
    »Fertigmachen zum Start!«
    »Maschine, fertig zum Start.«
    »Funker, fertig zum Start.«
    »Ladung gesichert. Alle Passagiere angeschnallt.«
    »Korrekturtriebwerke klarmachen!«
    »Korrekturtriebwerke sind klar.«
    »Schalten Sie auf allgemeine Durchsage!«
    »Ist geschaltet, Captain.«
    »Achtung, an alle. Fertigmachen zum Start. Falls Sie noch irgendwohin müssen, haben Sie Ihre Chance verpasst. In zwei Minuten heben wir ab. Ich wiederhole, Start in zwei Minuten.«
    Es entstand eine lange Pause, während der sie die Countdownanzeige beobachtete. »Sie können einen weiteren Countdown beginnen, Mr. Velduccio. Übertragen Sie ihn ins Schiff.«
    »Aye, aye, Captain … Start in sechzig Sekunden … neunundfünfzig … achtundfünfzig …«
    »Tut es dir leid, abfliegen zu müssen, Karin?«, fragte ihr Mann über ihren privaten Funkkanal.
    »Ein bisschen. Es hat Spaß gemacht, oder?«
    »Das hat es. Mir tut’s auch leid, dass es zu Ende geht.«
    »Denk einfach an das Feuerwerk hier in einer Woche.«
    »Da ist etwas dran«, stimmte Stormgaard zu.
    »Zehn Sekunden bis zum Start, Captain.«
    »Sehr schön, Mr. Velduccio.«
    »Fünf … vier … drei … zwei … eins … Zündung!«
    Ein tiefes Grollen hallte durch das Habitatmodul, während der Kontrollraum zu beben begann. Karin Olafson ließ ihren Blick über die Anzeigen schweifen. Alle Werte waren normal. Sie betätigte den Schalter, der die Korrekturdüsen auf volle Leistung brachte. Plötzlich kippte die entfernte Ringwand des Ground-Zero -Kraters, während der Boden zurückfiel. Bevor das Habitatmodul nach Norden davonschoss, erhaschte sie einen Blick auf das von den Arbeitern weitgehend verlassene Basislager. Karin Olafson erlaubte sich den Luxus eines Seufzers.
    Sie war wieder ein Raumkapitän.
     
    Eine Woche später näherte sich Tom Thorpe der Admiral Farragut mit dem MoonJumper. Das Schiff war wieder so, wie er es zum ersten Mal gesehen hatte – Antriebseinheit, Frachtmodul und Habitatkugel waren wieder zu einem funktionsfähigen Ganzen zusammengefügt.
    »Heimkommen ist doch was Schönes, selbst wenn es so eine Sardinenbüchse ist«, murmelte er.
    »Finde ich auch«, antwortete eine weibliche Stimme in seinen Ohrhörern.
    Die Kabine des Hüpfers war voller Menschen. Neben Thorpe saß Amber, ihren Anzug fest gegen seinen gepresst. Neben ihr, eingekeilt auf einer Sitzbank, die eigentlich für zwei Personen gedacht war, saß Cragston Barnard. Während ihrer letzten Woche auf dem Kometen waren alle drei

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