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Sternenfall: Roman (German Edition)

Sternenfall: Roman (German Edition)

Titel: Sternenfall: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael McCollum
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die Bohrmannschaften wurden des Öfteren gemahnt, nach herabsteigenden Riesen zu schauen.
    »Zeit, der Crew die schlechten Nachrichten mitzuteilen«, sagte Thorpe. Er wählte den allgemeinen Anrufkanal. »Laser Sechs, hier ist Jumper Zwei. Ich bin zwei Minuten entfernt und im Abstieg begriffen. Bereithalten zur Inspektion.«
    Die knappe Bestätigung kam augenblicklich und wurde, wie Thorpe vermutete, von einer Reihe deftiger Flüche gefolgt. Seitdem er die Rolle des Generalinspekteurs einnahm, hatten seine Besuche zahlreichen Arbeitern den Verlust von Privilegien und Lohneinbußen eingebracht. Derlei Maßnahmen hielten die Leute auf Trab, waren jedoch nicht dazu angetan, ihn bei den Vakuumaffen lieb Kind zu machen.
    Der Hüpfer verlangsamte, bis er hundert Meter vor der Wolke zum Stillstand kam, und senkte sich langsam herab. Thorpe übernahm die manuelle Steuerung und landete die Maschine. Das Gelände war mit Geräten übersät und wurde dominiert von der Energieversorgungseinheit der Bohrer. Dicke Stromkabel schlängelten sich zu dem Dreibein hinüber, das man über einem 30-cm-Bohrloch errichtet hatte, aus dem die ›Bohnenstange‹ in die Höhe schoss.
    Als sie sich dem Loch näherten, bemerkten sie ein tiefes trommelndes Geräusch, das durch den Boden und ihre Stiefelsohlen drang. Dann gelangten sie an eine Stelle, von der aus sie freie Aussicht auf den Laserbohrer hatten. Seine Stützbeine waren in schweren Felsbrocken verankert, und die Spitze verschwand in der Dampffontäne, die aus der Bohrung fauchte. Der Bohrkopf erzeugte zwei separate Laserstrahlen.
    Der mittlere Strahl war ultraviolett und ultrastark. Er schwenkte ständig in einem engen Winkel hin und her und höhlte so den Boden des Lochs aus. Dieser innere Frässtrahl erzeugte dort, wo er auftraf, ein hohes Vakuum und besaß immer noch genügend Energie, um das massive Gestein am Grund der Bohrung zu durchschneiden.
    Der zweite Strahl umgab den ersten und war blaugrün. Er füllte das ganze Bohrloch mit einer leuchtenden aquamarinblauen Farbe. Der äußere Strahl hielt den Dampf in einem Zustand der Überhitzung. Andernfalls wäre der Dampf an den extrem kalten Wänden kondensiert und hätte die Bohrung bald mit flüssigem Wasser aufgefüllt.
    »Hallo, Mr. Thorpe, Miss Hastings«, begrüßte sie Roger Borokin, der Vorarbeiter des Bohrteams. »Ich habe mir schon gedacht, dass ich Sie heute sehen würde.«
    »Warum haben Sie das gedacht?«, fragte Thorpe.
    »Es war logisch. Wir sind eines der letzten vier aktiven Bohrlöcher, und wir sind dabei, Schluss zu machen. Das ist unsere letzte Chance, noch eins auf den Kopf zu bekommen, bevor wir hier dichtmachen.«
    Thorpe lachte. »Bin ich so leicht zu durchschauen? Eigentlich ist die Inspektion nur ein Vorwand. Ich wollte, dass Miss Hastings den Bohrvorgang aus der Nähe sieht.«
    »Vorwand oder nicht, wir sind auf Sie vorbereitet. Mein Arbeitsprotokoll ist auf dem letzten Stand, und alle meine Leute kennen ihre Aufgaben.«
    »Wie weit sind Sie gekommen?«
    »Siebzehn Kilometer. Wir müssten jeden Augenblick in das Störungssystem Zwölf durchstoßen. Wenn wir so weit sind, lassen wir den ferngesteuerten Bohrer ins Bohrloch hinunter und höhlen eine Kammer für die Sprengladungen aus. Anschließend packen wir zusammen und machen uns auf zum Schiff.«
     
    »Steuerdüsen des Frachtmoduls klarmachen, Chefingenieur.«
    »Steuerdüsen klar, Captain.«
    »Systeme überprüfen.«
    »Alle Systeme zeigen grün.«
    »Hat jemand daran gedacht, die Verankerung zu entriegeln?«
    »Ankerseile entriegelt, Captain. Ich habe sie selbst überprüft. Zweimal.«
    »Sehr schön. Letzter Manövercheck. Wenn jemand einen guten Grund kennt, warum wir nicht starten sollten, dann heraus mit der Sprache. Niemand? Einminuten-Countdown, Mr. Velduccio.«
    »Jawohl, Captain. Einminuten-Countdown läuft … neunundfünfzig … achtundfünfzig …«
    Karin Olafson blickte zu der Panoramakuppel hoch, auf der das startbereite Frachtmodul zu sehen war. Er sah fast genauso aus wie am Tag seiner Ankunft. Alles wieder einzuladen hatte drei Tage gedauert. Dennoch betrug die Masse des Moduls weniger als die Hälfte wie zum Zeitpunkt der Landung.
    Unter den Ausrüstungsgegenständen, die man zurücklassen würde, befanden sich beide MoonJumper. Tom Thorpe benutzte Nummer zwei immer noch zur Fortbewegung. Hüpfer eins lag zerschmettert irgendwo im westlichen Ödland, Opfer eines Landeunfalls in der vorherigen Woche. Der Pilot, Emilio Rodriguez,

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