Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition)

Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition)

Titel: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Walter Isaacson
Vom Netzwerk:
werfen, sie seien »fucking dickless assholes« (»beschissene schwanzlose Arschlöcher«). Am Ende schaffte es die Firma doch, die Chips rechtzeitig an Apple zu liefern. Und ihr Management ließ Jacken herstellen, auf denen hinten in großen Lettern zu lesen war: »FDA-Team«.
    Nach nur drei Monaten Arbeit unter Steve Jobs kam der Leiter des Produktionsmanagements von Apple zu dem Schluss, dass er dem Druck nicht länger gewachsen war, und kündigte. Fast ein Jahr lang leitete Jobs das Produktionsmanagement selbst, weil alle, mit denen er Vorstellungsgespräche führte, ihm wie »Vertreter altbackener Produktionsformen« erschienen, erinnerte er sich. Er wollte jemanden, der dazu in der Lage war, eine Just-in-Time-Produktion mit Fabriken und Lieferketten aufzubauen, genau wie Michael Dell es getan hatte. 1998 schließlich traf er auf Tim Cook, 37 Jahre alt, galant und Manager für Beschaffung und Lieferkette bei Compaq Computers. Er wurde nicht nur Jobs’ Produktionsmanager, sondern entwickelte sich auch zu einem unverzichtbaren Partner im Hintergrund für die Unternehmensführung von Apple. Jobs erinnerte sich:
    Tim Cook kam aus der Beschaffung, und das war exakt der Hintergrund, den wir brauchten. Ich erkannte, dass er und ich die Dinge genau auf die gleiche Weise betrachteten. Ich habe eine Menge Just-in-Time-Fabriken in Japan besichtigt, und ich habe eine für den Mac und eine bei NeXT aufgebaut. Ich wusste, was ich wollte. Dann traf ich Tim, und wir beide wollten dasselbe. Wir begannen also zusammenzuarbeiten, und schon sehr bald vertraute ich darauf, dass er genau wusste, was zu tun war. Er hatte die gleiche Vision wie ich, und wir waren dazu in der Lage, uns auf einem hohen strategischen Niveau auszutauschen. Und es gab eine Menge Sachen, die ich vergaß, wenn er mich nicht darauf stieß.
    Cook war der Sohn eines Werftarbeiters, aufgewachsen in Robertsdale, Alabama, einer kleinen Stadt zwischen Mobile und Pensacola, nur eine halbe Stunde entfernt von der Küste des Golf von Mexiko. Er studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Auburn University, machte einen Business-Abschluss an der Duke University und arbeitete die folgenden zwölf Jahre für IBM im Research Triangle von North Carolina. (Der Research Triangle Park liegt im Zentrum der Region Raleigh-Durham, North Carolina. Er wurde 1959 nahe der drei Universitäten Duke University in Durham, North Carolina State University in Raleigh und University of North Carolina in Chapel Hill gegründet und als öffentlich-private Partnerschaft geplant und aufgebaut, um eine Wirtschaftskrise in der Region zu überwinden.) Als Jobs das Vorstellungsgespräch mit ihm führte, hatte Cook erst kurz zuvor einen Job bei Compaq angenommen. Eigentlich war er immer ein sehr logisch denkender Ingenieur gewesen, und Compaq bot ihm zu diesem Zeitpunkt die vernünftigere Karrieremöglichkeit, doch Jobs ’ Aura fesselte ihn. »Schon fünf Minuten nach Beginn meines ersten Bewerbungsgesprächs mit Steve war ich drauf und dran, alle Vorsicht und Logik in den Wind zu schlagen und zu Apple zu gehen«, so Cook. »Ich fühlte intuitiv, dass ich die einmalige Gelegenheit bekommen würde, für ein Genie zu arbeiten, wenn ich zu Apple ging.« Und das tat er dann auch. »Ingenieuren wird beigebracht, Entscheidungen auf der Grundlage von Analysen zu treffen, aber es gibt Momente im Leben, da ist es unverzichtbar, auf seine Intuition oder seinen Bauch zu hören.«
    Bei Apple wurde ihm die Rolle zuteil, Jobs’ Intuitionen in die Tat umzusetzen, was ihm mit großer Sorgfalt und großem Eifer auch gelang. Er war nie verheiratet gewesen und stürzte sich voll und ganz in die Arbeit. An den meisten Tagen stand er um 4.30 Uhr auf und schrieb E-Mails, dann trainierte er eine Stunde und saß kurz nach sechs an seinem Schreibtisch. Er setzte Konferenzen für Sonntagabend an, um die jeweils bevorstehende Woche vorzubereiten. In einer Firma, deren CEO zu Wutanfällen und vernichtenden Ausbrüchen neigte, war es Cook, der Situationen durch gelassenes Auftreten, seinen beruhigenden Alabama-typischen Tonfall und durch stille Blicke meisterte. »Auch wenn er durchaus dazu in der Lage ist, sich zu freuen, so ist Cooks Standardgesichtsausdruck ein Stirnrunzeln, und er hatte einen ziemlich trockenen Humor«, schrieb Adam Lashinsky in Fortune . »Er ist bekannt dafür, dass er in Meetings lange, unangenehme Pausen macht. Alles, was man dann hört, ist ein Knistern, weil er sich einen von seinen Energieriegeln

Weitere Kostenlose Bücher