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Todesrennen

Todesrennen

Titel: Todesrennen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Cussler
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sollte ich seinen Selbstmord untersuchen?«
    »Ich lenke die letzte Flugmaschine, die Di Vecchio gebaut hat. Sie funktioniert einfach nicht so wie eine Maschine, die von jemandem entwickelt und zusammengebaut wurde, der sich selbst töten würde. Sie ist ungewöhnlich stabil und fliegt wie die Maschine von jemandem, der Maschinen liebt und die Absicht hatte, noch viele zu konstruieren und zu bauen. Aber das ist nur ein vages Gefühl und kein handfester Beweis.«
    »Aber wenn Sie Ihr vages Gefühl zu der dicken Beule an Di Vecchios Kopf hinzuaddieren, dann erscheint das als ein ziemlich seltsamer Zufall, nicht wahr?«
    »So könnte man es ausdrücken«, meinte Bell lächelnd.
    »Aber wie Sie schon festgestellt haben, Mr. Bell, die Wahrheit werden wir nie erfahren. Di Vecchio ist tot – und inzwischen vielleicht auch der Kerl, der ihn niedergeschlagen hat.«
    »Schon möglich …«, sagte Isaac Bell und dachte angestrengt nach. »Dash? Ich denke gerade an diese Maschine bei dem Luftfahrt-Treffen in Paris, von der Di Vecchio gemeint hatte, Celere habe sie mit dem Geld einer Frau gekauft. Sie sagten, es sei eine Art Motor gewesen. Was meinten Sie mit ›eine Art Motor‹?«
    Dashwood grinste. »Das hat die armen Nonnen so richtig verwirrt. Es hat sie völlig aus dem Konzept gebracht.«
    »Warum?«
    »Die Fischer nannten sie polpo. Polpo heißt ›Krake‹.«
    »Was für eine Art Maschine oder Motor ist denn wie ein Krake?«, fragte Bell. »Ein Acht-Zylinder-Antoinette vielleicht.«
    »Na ja, sie nennen den Kraken auch Teufelsfisch. Nur ergibt das im Zusammenhang mit Motoren ebenso wenig Sinn.«
    Bell fragte: »Was geschah, als die Nonnen nicht weiterwussten?«
    »Die Fischer versuchten es mit einem anderen Wort. Calamaro. «
    »Was ist das? Ein Tintenfisch?«
    »Maria meinte, genau dies sei die Bedeutung des Wortes. Maria war die hübsche Nonne.«
    »Ein Motor wie ein Tintenfisch oder ein Krake? Diese Tiere sind aber ziemlich verschieden: Der Tintenfisch ist lang und schlank und hat am hinteren Ende Tentakel, der Krake ist rund und flach und besitzt acht Arme. Dash, gehen Sie in irgendeine Bibliothek und versuchen Sie herauszukriegen, was Mr. Tintenfisch und Mr. Krake gemeinsam haben.«
     
    Eustace Weed, Andy Mosers in Chicago geborener Helfer, den Isaac Bell engagiert hatte, damit Andy mehr Zeit darauf verwenden konnte, die technischen Ursachen der bisherigen Rennunfälle zu untersuchen, bat darum, den Abend frei nehmen zu dürfen, um sich mit seiner Freundin zu treffen, die auf der South Side wohnte.
    »Sieh nur zu, dass du vor Sonnenaufgang wieder zurück bist«, verlangte Andy von ihm. »Wenn sich das Wetter hält, starten sie morgen nach Peoria.«
    Eustace versprach, frühzeitig wieder zurückzukommen – ein Versprechen, das er, wie er wusste, gewiss einhalten würde, weil Daisys Mutter ganz sicher lauschend auf der anderen Seite ihrer Zimmertür säße. Seine schlimmsten Befürchtungen erwiesen sich als zutreffend. Um Punkt neun Uhr rief Mrs. Ramsey aus dem Nebenzimmer: »Daisy? Verabschiede dich von Mr. Weed. Es ist Zeit, zu Bett zu gehen.«
    Eustace und die schöne rothaarige Daisy blickten einander tief in die Augen, und jeder von ihnen wusste, dass es eher für eine andere Art des Zubettgehens Zeit war, jedenfalls wenn Mutter nicht in der Nähe gewesen wäre. Aber sie war es nun einmal, daher rief Eustace, und zwar ausgesucht höflich: »Gute Nacht, Mrs. Ramsey«, und empfing ein resolutes »Gute Nacht« durch die geschlossene Tür. In einem Moment blitzartiger Erleuchtung begriff Eustace, dass Mrs. Ramsey doch nicht so kaltherzig unromantisch war, wie er angenommen hatte. Er schloss Daisy für einen innigen Abschiedskuss in die Arme.
    »Wie lange dauert es, bis du wieder zurückkommst?«, flüsterte sie, als sie ihren Kuss unterbrachen, um Luft zu holen.
    »Das Rennen wird noch drei Wochen dauern, wenn alles gut geht, vielleicht auch vier. Ich hoffe, in einem Monat wieder hier zu sein.«
    »Das ist so lange«, seufzte Daisy. Dann, völlig unvermutet, fragte sie: »Ist Josephine hübsch?«
    In seinem zweiten Moment blitzartiger Erleuchtung an diesem Abend antwortete Eustace: »Ich habe bisher nicht darauf geachtet.«
    Daisy küsste ihn leidenschaftlich auf den Mund und drängte sich mit ihrem ganzen Körper an ihn, bis ihre Mutter durch die Tür rief: »Gute Nacht! «
    Eustace Weed stolperte die Treppe hinunter, in seinem Kopf ein herumwirbelndes Karussell und das Herz übervoll.
    Zwei Schlägertypen

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