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Todesrennen

Todesrennen

Titel: Todesrennen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Cussler
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Paraffinwachs. Siehst du das?« Er hielt das etwa zehn Zentimeter lange Kupferrohr mit zwei Zentimetern Durchmesser hoch.
    »Ja.«
    »Weißt du, was das ist?«
    »Ein Stück Kupferrohr.«
    »Blas die Kerze aus.«
    Eustace sah ihn verwirrt an.
    Der Wirt sagte: »Bück dich und blas die Kerze aus, damit das Wachs aufhört zu kochen.«
    Eustace beugte sich vor, fragte sich, ob das Ganze nur ein Trick war und er nicht damit rechnen musste, dass sie ihn entweder schlugen oder ihm das siedende Wachs ins Gesicht schütteten. Er spürte ein Kribbeln im Nacken, während er die Kerze ausblies. Niemand schlug ihn. Niemand spritzte ihm heißes Wachs ins Gesicht.
    »Gut. Jetzt warten wir einen Moment, bis es ein wenig abgekühlt ist.«
    Der Saloonwirt saß schweigend hinter seinem Tisch. Die Schläger an der Tür traten von einem Fuß auf den anderen. Eustace hörte im Saloon gedämpftes Stimmengemurmel und lautes Gelächter.
    »Nimm das Kupferrohr.«
    Eustace ergriff es, mittlerweile eher neugierig als ängstlich.
    »Tauch ein Ende ins Paraffin. Vorsichtig, damit du dir die Finger nicht an dem Topf verbrennst. Er ist noch heiß.«
    Eustace steckte die Röhre ins Wachs, das zähflüssig geworden war und allmählich fest wurde, während es weiter abkühlte.
    »Halt die Röhre fest …« Nach etwa einer Minute sagte der Wirt: »Jetzt nimm sie heraus. Gut. Tauch sie in den Wasserkrug, um sie abzukühlen … Halt sie einen Moment lang ins Wasser. In Ordnung, und jetzt musst du dich beeilen. Halte die Röhre so, dass das Wachs unten ist … Du hast jetzt einen Pfropfen hergestellt, siehst du, das Wachs verschließt das Ende der Röhre. Klar?«
    »Der Boden ist dicht.«
    »Jetzt nimm den Krug und schütte Wasser in die Röhre. Vorsichtig, viel ist es nicht. Was meinst du, zwei Esslöffel?«
    »Etwa so viel, ja«, bestätigte Eustace.
    »Und jetzt, während du die Röhre gerade hältst, damit nichts herausrinnt, tauch einen Finger der anderen Hand ins Wachs … Keine Angst, du wirst dich nicht verbrennen … Es ist noch heiß, vielleicht tut es ein bisschen weh, aber das ist nicht schlimm.«
    Eustace tauchte seinen Zeigefinger in das warme, noch verformbare Wachs.
    »Wir sind fast fertig«, sagte der Wirt. »Nimm ein wenig Wachs auf den Finger und verschließ damit das andere Ende der Röhre.«
    Eustace tat, wie ihm befohlen worden war, presste das Wachs in die Öffnung und strich die Ränder glatt.
    »Wiederhol es, drück noch ein wenig mehr hinein und achte darauf, dass der Verschluss wasserdicht ist – absolut wasserdicht. Verstehst du?«
    »Ich verstehe.«
    »Okay, jetzt dreh die Röhre um. Mal sehen, ob etwas heraustropft.«
    Eustace drehte die Röhre vorsichtig und hielt sie hoch, als präsentiere er seinem Meister ein besonders gut gelungenes Werkstück. Das hatte er während seiner Lehre oft getan.
    Der Saloonwirt nahm ihm das Rohr aus der Hand und schüttelte es. Die Pfropfen blieben dicht. Kein Wasser rann heraus. Er steckte das Rohr in den Lederbeutel, zog die Schnüre zu und reichte Eustace Weed den Beutel. »Achte darauf, dass das Rohr niemals zu warm wird, damit das Wachs nicht schmilzt.«
    »Was soll ich damit tun?«
    »Sorg dafür, dass es niemand zu Gesicht bekommt, bis dir jemand sagt, was du damit tun sollst. Dann platziere es genau an der Stelle, die der Betreffende dir beschreibt.«
    Völlig verwirrt wog Eustace Weed den Lederbeutel in der Hand und fragte: »Ist das alles?«
    »Alles? Der Name deines Mädchens ist Daisy Ramsey.« Der kleine rundliche Saloonwirt nahm den Totschläger in die Hand und ließ ihn so hart auf die Tischplatte niedersausen, dass der mit Wachs gefüllte eiserne Topf hüpfte. »Das ist alles.«
    »Ich verstehe«, platzte Eustace hastig heraus, obwohl er nur sehr wenig verstand, angefangen mit dem Rätsel, weshalb der Inhaber des Saloons diese ganze Prozedur mit dem Wachstopf überhaupt veranstaltet hatte. Warum hatte er ihm nicht einfach den Lederbeutel mit dem mit Wachs versiegelten Rohr in die Hand gedrückt?
    Der Mann musterte ihn eindringlich, dann lächelte er. »Du fragst dich sicherlich, was das alles soll, nicht wahr?« Er deutete auf den Topf.
    »Ja, Sir.«
    »Damit du keine Ausrede hast, falls du verlierst, was ich dir gegeben habe. Dann weißt du ganz genau, wie du das Gleiche noch einmal herstellen kannst. Du bist Flugmaschinenmechaniker, und das sind bekanntlich die besten. Du kannst alles herstellen. Wenn dir also jemand sagt, wo dieses Teil hin soll, dann wirst du es an der

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