Verliebt in eine Diebin - Roman
du?«, fragte er verwirrt. »Deine Familie? Die mag ich.«
»Nein, ich rede von deinem Geld. Und von Freitag - du weißt schon.« Sie klopfte auf die Couch. »Hier«, erklärte sie und nippte wieder an ihrem Drink.
»Allmählich müssest du drüber wegkommen, Matilda.«
»Hör zu, das war eine Entschuldigung.« Sie stand auf, goss noch etwas Wodka in ihr Glas, bis der Orangensaft verblasste. »Wirklich, eine aufrichtige, tief empfundene Entschuldigung.«
»Hast du dieses Alkoholproblem schon lange?«
»Nein.« Tilda brachte die Flasche zur Couch mit und nahm einen Schluck. Dann schloss sie die Augen, während der Wodka durch ihr Nervensystem strömte. »Das kannst du großartig. Leute zum Reden bringen.«
»Danke.« Davy nahm ihr die Flasche weg.
»Weil du Geschäftsmann bist?« Tilda nippte wieder an ihrem Glas. Komm schon, sag mir die Wahrheit.
»Geschäftsmann?«
»Das hast du mir erzählt.«
»Ich sagte, mein Vater sei ein Geschäftsmann.«
»Und was machst du?«
»Geschäfte«, antwortete er nach kurzem Schweigen und füllte ihren Drink auf.
»Wie der Vater, so der Sohn«, seufzte sie.
»Keineswegs.«
Abwartend schaute sie ihn an. Okay, er wollte nichts vom FBI verraten. Offenbar war sie nicht so geschickt wie Louise. Nein, ganz bestimmt nicht. »Also, ich hätte da eine Frage.«
Davy schwieg, und sie lächelte ihn an. Inzwischen fühlte sie sich ziemlich beschwipst.
»Eine Frage?«, wiederholte er.
»Ja.« Sie gönnte sich noch einen Schluck und nahm all ihren Mut zusammen. »Wie schlecht war ich?«
»Oh, du warst großartig.« Davy schenkte sich noch etwas
Wodka ein und stellte die Flasche auf den Tisch. Schöne Arme, dachte sie. Schöne Körperkonturen. Wahrscheinlich hatte ihn das FBI deshalb engagiert. »Du hast ein wirkliches Talent, den Menschen in die Seelen zu schauen«, fuhr er fort und lehnte sich zurück. »Zum Beispiel Mrs. Olafson...«
»Nein«, unterbrach sie ihn, »an jenem Abend auf dieser Couch. Wie schlecht war ich?«
»Unsinn, du warst gut«, erwiderte er, plötzlich vorsichtig.
»He, ich verdiene die Wahrheit. Wir sind jetzt Partner. Steve und Veronica. Ralph und Celeste. Oder wer immer da im Schrank stand - und Vilma. Sag mir die Wahrheit.«
»Okay, du warst schrecklich.«
»Autsch.« Tilda leerte ihr Glas. »Und ich hatte gehofft, ich wäre mittelmäßig gewesen.«
Davy bot ihr die Flasche an.
»Danke«, murmelte sie und hielt ihm ihr Glas hin.
»Es war auch meine Schuld«, gab er zu und schüttete einen Schuss Wodka in ihren Drink. »Nach dem Einbruch bei Clea war ich immer noch gestresst und hab’s nicht geschafft...«
»Nein, es lag an mir.«
Resignierend zuckte er die Achseln. »Weißt du, für manche Leute ist Sex nicht so wichtig. Vielleicht...«
»Aber ich will ja. Nur nicht, wenn ein Mann im Raum ist.«
»Vermutlich ist Louise beiden Richtungen zugeneigt.«
»Für Frauen interessiere ich mich nicht.«
Davy nickte und genehmigte sich einen Schluck. »Beschränkst du dich auf eine gewisse Spezies?«
»Wenn ich allein bin, kann ich ziemlich scharf auf Männer sein.« Sie dachte an Davy im Schrank. Und manchmal sogar, wenn sie dabei sind. »Hin und wieder kommen mir Gedanken - die sind furchtbar schmutzig.«
»Diese Gedanken solltest du mit mir teilen«, bemerkte Davy über seinen Wodka hinweg.
Zum Beispiel verspüre ich manchmal den unglaublichen Wunsch, dir um den Hals zu fallen und zu sagen: Nimm mich auf der Stelle! Nur damit ich diesen Drang loswerde. Doch das wäre ein Fehler - und schwierig zu erklären, so wie ihre restlichen Geheimnisse. Außerdem - durfte man zu einem FBI-Agenten sagen: »Nimm mich sofort?« Nein, das wäre unklug.
»Wirklich, du kannst mir’s anvertrauen«, versicherte Davy. »Ich bin sehr aufgeschlossen.«
»Nein. Gewisse Geheimnisse darf man niemals ausplaudern. Da gibt’s Dinge, die mich sehr reizen würden. Aber wenn noch jemand im Zimmer ist, muss man so vieles bedenken.«
Davy schüttelte den Kopf. »Abgesehen von ›vergiss das Kondom nicht‹ und ›verschluck dich nicht an deiner Spucke‹, fällt mir nichts ein...«
»Zum Beispiel: Wie gut kennt man die andere Person?«, schlug sie vor, um ihm ein neues Stichwort zu geben. »Weil ich nämlich finde, man sollte den Kerl sehr gut kennen, bevor man ihn in sich reinlässt.«
»Du meinst, mich reinlässt«, betonte er und sank entspannt in die Polsterung zurück. »Und ich komme sehr gut mit Fremden zurecht.«
»Okay. Der Kerl würde in meine Sphäre
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