Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Verrückt nach einer Vampirin

Verrückt nach einer Vampirin

Titel: Verrückt nach einer Vampirin Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Barbara Monajem
Vom Netzwerk:
diskutieren.« Sie bedachte Gideon mit einem Blick, der nur darauf ausgerichtet war, ihn zu umgarnen. »Mr. O’Toole, bevor Sie uns verlassen, bräuchte ich Ihren Rat wegen eines eigenartigen Gastes, der ständig in meinem Club auftaucht.«
     
    Gideon lief neben Violet die Auffahrt entlang und wünschte sich, er könnte sie ebenso einfach abwimmeln, wie sie es mit Donnie Donaldson getan hatte. Er brannte förmlich darauf, dass sie mit dem Gejammere aufhörte, um endlich nach Hause fahren zu können. Nicht, dass er nicht Mitleid mit ihr hatte. Die Clubs in Bayou Gavotte standen permanent unter der Beobachtung der zahlreichen Moralapostel der Stadt. Manchem Club warfen sie zu Recht vor, eine regelrechte Lasterhöhle zu sein, aber Violet wurde nicht müde zu betonen, dass ihr heißgeliebtes
Blood and Velvet
nicht dazugehörte.
    »Bei mir verkehren ausschließlich Touristen und harmlose Angeber. Allesamt Schwachköpfe, die entweder so tun, als seien sie Vampire, oder anderen dabei zusehen, wie sie sich als Blutsauger verkleiden. Was ist denn schon dabei? Außer Drinks und Snacks gibt es bei uns nichts zu kaufen. Und die Drogen bringen die Gäste selbst mit. Natürlich versuchen wir alles, um sie davon abzuhalten, aber was können wir da schon groß ausrichten? Wir können ja nicht hingehen und jede Hand- und Hosentasche nach Pillen durchsuchen, oder? Bei uns gibt es keine Peitschen, keine Ketten, keine Minderjährigen, keinen Sex vor Publikum im Hinterzimmer wie in anderen Clubs, deren Namen ich nennen könnte. Gut, manchmal kommt es vor, dass ein Vampirblender über das Ziel hinausschießt und sein Date beißt, aber unsere medizinische Notfallversorgung ist erstklassig.«
    »Mit anderen Worten«, zwitscherte Zelda, die an Gideons anderer Seite lief, »ein Club für totale Weicheier.« Mit leiserer Stimme fügte sie hinzu: »Und trotzdem wünschte ich mir, ich könnte endlich dort arbeiten. Aber nein, ich muss noch fünf lange Jahre warten.«
    Gideon grinste Zelda an. Ein nettes Mädchen. Auch ihre Mutter war gar nicht so übel, wenn sie nur endlich das Anmachgetue lassen könnte, das sie eigentlich gar nicht nötig hatte, weil sie auch so umwerfend attraktiv war. Vielleicht spielte sie diese Rolle aber schon so lange, dass sie sie gar nicht mehr ablegen konnte. Er gab sich größte Mühe, das Ziehen in seinem Unterleib zu ignorieren, das in Violets Gegenwart nur halb so stark ausgeprägt war wie bei Ophelia, die zum Glück im Trailer verschwunden war. Die Chancen, dass er wieder klar denken und nach Hause fahren konnte, ohne sie jemals wiedersehen zu müssen, standen gut.
    Der Gedanke, sie nie wiederzusehen, hinterließ allerdings ein komisches Gefühl in seiner Magengegend. Doch auch das ignorierte er. Wenn sie erst einmal Sex gehabt hätten, wäre sie vermutlich die Langeweile in Person. Hunde, Bier, Steak. Das war sein Leben.
    »Sie sollten einen Privatdetektiv engagieren«, sagte er, als Violet einmal Luft holte. »Wenn jemand neugierige Fragen in einem Club stellt, ist das nicht unbedingt gleich ein Fall für die Polizei. Solange er nichts Illegales tut, sollten Sie ihn erst einmal gründlich durchleuchten lassen.« Er legte die Hand auf den Türgriff seines Mercedes.
    »Das haben wir längst«, antwortete Violet. »An seiner Geschichte ist was dran, ich habe das überprüft. Bleibt zu hoffen, dass er nicht fürs FBI arbeitet. Die sorgen nur für unnötigen Wirbel, und wir sind ohne sie viel besser dran.« Ihre Finger glitten in Gideons Armbeuge und zogen ihn zurück.
    Gideon fragte sich schon seit längerem, wie die Unterweltbosse es geschafft hatten – ob mit sanften oder brutalen Methoden –, dass Washington sie in Ruhe ließ. Die Abmachungen, die sie mit der örtlichen Polizei getroffen hatten, waren akzeptabel, wenngleich der Polizeichef noch immer zwischen dem unguten Gefühl, mit Leopard und seinen Schlägern zu kooperieren, und dem Stolz, dass Bayou Gavotte als ein sicheres Fleckchen Erde galt, schwankte.
    »Der Typ ist ein Blender, irgendwie nicht echt«, sagte Violet.
    »Dafür haben wir einen Riecher«, meldete sich Zelda zu Wort. »Sie sind kein Blender. Genauso wenig wie Ophelia oder Lep. Mom spielt zwar gerne mal mit verschiedenen Rollen, aber so ist sie eben. Ich wette, Joanna würde alles dafür geben, endlich mal sie selbst zu sein. Constantine macht auch oft einen auf böser Junge, aber der ist unter seinem Getue eigentlich ganz in Ordnung.«
    Verflucht. Ein aufgedrehter Teenie, der mit der

Weitere Kostenlose Bücher