Verzaubert fuer die Ewigkeit
wünschen ließ, für den Rest seines Lebens mit ihr in seinem Bett zu liegen. »Erschrecke ich Euch nicht?«
Sie schaute erst seine Narbe und dann ihn an. »Nachdem ich all diese Mädchen gesehen habe, die Euch heulend verlassen haben, muss ich zugeben, dass ich ein wenig neugierig geworden bin.«
»Und jetzt?«
»Es war ein Schock«, gab sie unumwunden zu. »Aber eher, weil die Leute viel mehr Aufhebens gemacht haben, als nötig gewesen wäre.«
»Was wird denn jetzt so geredet?“«
»Dass Ihr wirklich ein narbiges, knurrendes und übellauniges Ekel seid.«
»Ich bin wirklich übellaunig.« Was er nie gewesen war.
»Ian sagt, dass es nicht stimmt, dass Ihr ein Neffe von Pembroke seid und eng befreundet mit dem Lord von Donegal.«
»Es ist lange her, dass ich mit Maguire zusammen war, und es hat sich seither vieles verändert.«
Sie zuckte die Schultern. »Es würde mich nicht überraschen, wenn er gelogen hätte. Ian bildet sich ein, ein ziemlich mächtiger Stammesführer zu sein.«
Was er auch wirklich war, dachte Raymond. Von Rechts wegen und nach dem Willen PenDragons. Ians Land war das einzige, das an PenDragons und sein eigenes grenzte und in dem der Friede ein normaler Zustand war. Er dachte nicht daran, diesen Punkt der jungen Frau gegenüber zu erwähnen. Sie kümmert sich nur um ihre momentane Umgebung, und er machte ihre Jugend dafür verantwortlich. Raymond gefiel die Vorstellung nicht, seiner Frau ihre Pflichten beibringen zu müssen. Auch wenn eine so junge und unschuldige Braut für die meisten Männer sicher anziehend war - auf ihn traf das nicht zu.
Ihm wurde plötzlich klar, dass er eine Frau haben wollte, die nicht ihr Leben lang beschützt und verhätschelt worden war, denn GleannTaise Castle brauchte dringend eine Hausherrin mit starker Hand. Seine Gedanken glitten sofort zu Fionna, deren Gesicht und Gestalt ihm in all ihrem Glanz vor Augen stand. Diese Frau hat eines für sich, dachte er und lächelte gegen seinen Willen.
»Mylord?«
Raymond blinzelte, als Isobels ungeduldiger Ton ihm verriet, dass sie nicht zum ersten Mal gerufen hatte. Hektisch versuchte er, sich daran zu erinnern, an welchem Punkt er die Unterhaltung verlassen hatte. »Ihr mögt Maguire nicht?«
»Er gehört zur Familie. Ich muss ihn mögen.«
Raymond lächelte unerwartet, und Isobel seufzte, während sie an einem Faden ihres Rockes zupfte. Sie wusste, dass sie unbequem und widerspenstig war, doch sie wollte einfach keinen Fremden heiraten. Und schon gar nicht diesen Eindringling. Warum konnten diese Leute nicht in England bleiben und Irland sich selbst überlassen?
»Habt Ihr der Liste Eures Vater über Eure Vorzüge noch etwas hinzuzufügen?« Er musste einfach sticheln.
»Ich bin ungeduldig. Ich reite lieber irgendwohin, statt zu gehen, und ... ich möchte Euch nicht heiraten.« Und mit Sicherheit auch nicht das Bett mit Euch teilen, dachte sie. »Aber ... ich habe nur die Wahl zwischen einer Ehe mit Euch und einem Nonnenkloster.«
Raymond konnte sich diese Frau nicht in einem Kloster vorstellen und fragte sich, warum ihr Vater solch eine Entscheidung getroffen hatte. »Wenn Euer Vater mir die Ehe mit Euch verspricht, dann habt Ihr überhaupt keine Wahl mehr.«
»Es gibt immer eine Wahl.« Allerdings nicht für sie.
»Würdet Ihr bei dieser Aussicht fortlaufen?«
Und sich ins Burgverlies statt ins Kloster stecken lassen? War er verrückt? »Nein«, antwortete sie mit einem matten Seufzer. »Ich würde gehorchen.«
Gehorchen. Zwangsläufig. Das kam überhaupt nicht infrage, dachte Raymond. Er würde keine Braut nehmen, die nicht seine Braut sein wollte. Ganz und gar und ohne Vorbehalte. »Das ist eine Schande.«
Sie sah ihn ruckartig an.
»Ihr solltet fortlaufen, kleines Mädchen.«
»Ich bin kein Mädchen«, sagte sie deutlich beleidigt.
Sie war ein verwöhntes Kind, dass es gewöhnt war, den Vater zu manipulieren, entschied er. »Ja, Ihr seid eine Jungfrau, vermute ich mal, und auch noch nie geküsst worden.«
»Ich wurde auch schon geküsst«, verteidigte sie sich. »Mehrfach.«
Er hob eine Braue. »Wirklich?«
Sie bemerkte ihren Fehler und schaute weg, doch Raymond sah, dass sie ihre Röcke mit ihren Fäusten bearbeitete. Sie hatte Angst vor ihm, auch wenn sie versuchte, das mit ihrem selbstbewussten Auftreten zu kaschieren. Er wollte keine Frau, die einfach zu jedem seiner Worte nickte und das machte, was er ihr auftrug, denn Raymond hatte im Laufe der Jahre erfahren, dass es innerhalb
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