Verzaubert fuer die Ewigkeit
Und er grinste. Sie erwiderte sein Lächeln und nickte, als er sich ein wenig verbeugte. Colleen und Hisolda standen an der Westseite. Colleen schluchzte lautlos in den Saum ihrer Schürze hinein, während Hisolda nur den Kopf schräg legte und nickte. Schließlich ließ Fionna den Blick zu DeClare hinüberwandern.
Meine Güte. Er war in Dunkelgrau gekleidet und machte ihr jedes Denken unmöglich. Ihr Herzschlag beschleunigte sich, als er sich ihr langsam näherte und sein lockerer Gang ihr Verlangen erneut weckte. Er blieb nur Zentimeter von ihr entfernt stehen.
»Es ist vorbei, nicht wahr? Ihr könnt ungehindert hingehen, wohin Ihr wollt?«
Sie nickte, und er lächelte unerwartet.
Raymond konnte ihre Aufregung und Freude spüren. Sie durchdrangen seine Haut und gaben ihm ein seltsames Gefühl von Entzücken. Obwohl Fionna in der Vergangenheit für ihn immer ein spöttisches Lächeln oder einen Einwand gehabt hatte, war sie stets von dem Schatten eines Schmerzes umgeben gewesen. Bis jetzt. »Warum seid Ihr denn nun hergekommen?«
»Weil ich es kann.« Warum sind meine Sinne mehr geschärft, wenn er mir nahe ist?, fragte sie sich und sah sich dann um. »Hier sieht es nicht besser aus als bei Eurem Einzug.«
»Tadelt Ihr mich schon wegen meiner Haushaltsführung?«
»Das ist nur der Anfang - da es genügend Dinge zu bemängeln gibt.«
Er stöhnte. »Aber fangt nicht heute an, Fionna. Ich habe schon genügend Probleme innerhalb dieser Mauern. Außerdem habe ich mein bisheriges Leben außerhalb einer Burg geführt. Das ist alles neu für mich.«
Sie hob eine schwarze Augenbraue. »Schmutz ist Schmutz, DeClare. Würdet Ihr zulassen, dass eure Rüstung auch so aussieht?«
Raymond grinste. Sie war wieder auf einen Kampf aus, und er war mehr als bereit, mit ihr auf einer harmloseren Ebene zu streiten. »Es gibt verschiedene Grade von Schmutz.«
»Dann ist hier der höchste Grad mehr als erreicht.«
»Fein. Ich gebe es zu. Wir leben wie die Schweine. Zufrieden?«
Fionna spürte, dass sich ihre Lippen zu einem zögernden Lächeln verzogen, obwohl sie das gar nicht wollte. Bei den Zehen der Elfen, dieser Mann hatte schon etwas an sich!
»Mylady?«
Fionna drehte den Kopf und sah Eldon dicht neben sich stehen. Sofort wandte sie sich ihm zu, schalt ihn, weil er herumlief, und half ihm bis zu einem Steinquader, der für die neue Treppe gedacht war. Sie ging vor ihm in die Hocke. »Was macht Eure Atmung? Tut es noch weh?«
»Nein, Mylady. Ich bin nur gekommen, weil ich fragen wollte, ob ich dieses verdammte Ding abmachen kann.«
Fionna hob sein Hemd an und drückte mit den Fingerspitzen auf seine Rippen. Als er nicht zusammenzuckte, sagte sie: »Ja, das könnt Ihr, aber ich an Eurer Stelle würde mich noch eine Weile aus jeder Rauferei heraushalten und auch nicht reiten.« Er lächelte auf sie herab. »Und wie geht es Berge?«
Eldon lächelte, und sie sah zur Südwand hinüber. Berge stand neben einem Steinmetz und hielt eine Palette mit Mörtel und Gras. Er stützte sich auf eine Krücke. »Wie ich sehe, heilt es auch bei ihm gut.«
Eldon streckte die Hand aus und berührte ihre. »Vielen Dank, Mylady. Ich weiß, dass ich ohne Eure Hilfe nicht überlebt hätte.«
Sie schimpfte ein wenig, weil sie so viel Lob nicht verdiente. »Ihr wärt auch so durchgekommen, Sir.« Sie überprüfte seinen gebrochenen Arm und beugte sich über Eldon, um seine Schulter zu inspizieren. »Gut«, murmelte sie mehr zu sich selbst. »Die Knochen sind gut zusammengewachsen.« Sie ließ ihn die Finger biegen. »Ohne die Unterstützung der Bandagen werden sie wund werden. Und nichts Schwereres als einen Löffel heben, verstanden?«
Er nickte und tippte sie leicht an, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass Berge auf sie zukam.
Raymond hielt sich abseits und sah zu, wie Fionna die Wunden der beiden Männer überprüfte. Sie lachte und neckte sie, doch ihre geübten Hände bewegten sich zielbewusst über die verheilenden Wunden. Seine Augen flackerten, als sie ihren Degen zog, doch sie zog ihn nur, um die Fäden an Eldons Stirn zu entfernen. Die alte Hisolda trottete mit einer Schale Wasser und einem Stück Stoff zu ihr. Die beiden sprachen kurz miteinander, und Raymond hätte schwören können, dass die alte Frau weinte.
Fionna tätschelte ihr die Schulter und nahm dann die Utensilien entgegen. Während sie Eldons Kopf reinigte, verglich Raymond Fionna in Gedanken mit der Hexe, die seine Mutter getötet hatte. Er fand keinerlei
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