Volle Deckung Mr. Bush
glaube nicht, daß diese
Menschen richtige Republikaner sind. Sie benutzen nur ein
Wort, das sie irgendwo aufgeschnappt haben, weil der Begriff mit Tradition, gesundem Menschenverstand und Geld sparen in
Verbindung gebracht wird. Also haben sie sich dieses Etikett angeklebt. Und wer war schließlich der erste Republikaner, von dem wir in Geschichte gehört haben? Der gute Abe Lincoln -
der Junge ist immerhin auf dem Penny UND der Fünfdollarnote
abgebildet! Außerdem verdanken wir ihm einen Tag schulfrei.
Diese Menschen sind in Wirklichkeit nur dem Namen nach
Republikaner. Ich nenne sie daher RINOS (Republicans In
Name Only). Man braucht ihnen nur ein paar Fragen zu stellen: Wollt ihr eine saubere Umwelt? Würdet ihr in einem Viertel mit Schwarzen wohnen? Haltet ihr Krieg für eine Lösung, um
Differenzen mit anderen beizulegen? Meistens geben sie nicht die Standardantworten der Republikaner. Ich habe eine
Freundin, die sich selbst als Republikanerin bezeichnet, aber wenn ich sie frage, ob Frauen soviel wie Männer verdienen
sollten, antwortet sie: »Wir sollten sogar mehr verdienen!«
Wenn ich sie frage, ob man erlauben sollte, daß Müll in dem
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See entsorgt wird, an dem sie lebt, erinnert sie mich daran, daß sie im Vorstand der örtlichen Naturschutzorganisation sitzt.
Wenn ich sie frage, wie es ihrem Aktienfonds geht, seit wir
»Clinton, diesen Lügner« los sind, murmelt sie: »Frag lieber nicht.«
Also sage ich ihr: »Wenn Bush die Wirtschaft ruiniert und
dich Tausende Dollar gekostet hat, wenn die Republikaner es
leichter machen, Müll im See zu deponieren, und wenn du
denkst, du solltest die gleichen Rechte wie Männer haben,
warum um alles in der Welt nennst du dich dann eine
Republikanerin?!«
»Weil die Demokraten meine Steuern erhöhen«, antwortet sie
wie aus der Pistole geschossen.
Das ist das RINO-Mantra. Obwohl diese »Republikaner«
eindeutig nicht an die republikanischen Grundsätze glauben und wissen, daß die republikanische Partei ihren Lebensinteressen in mannigfacher Weise schaden wird, klammern sie sich aus einem einzigen Grund weiter an das republikanische Etikett: Weil sie glauben, die Demokraten wollten ihnen ihr sauer verdientes
Geld klauen.
Wie gesagt, ich glaube, wir leben in einem Land, in dem die
liberal denkenden Menschen in der Mehrheit sind, aber wenn
wir wirklich dauerhaft etwas verändern wollen, müssen wir ein paar Millionen RINOS auf unsere Seite bringen - und das geht, solange sie ihr Geld dorthin mitnehmen können.
Ich habe einen Haufen Vorschläge, wie wir unsere Mehrheit
stärken und unsere RINO-Freunde und -Verwandten erreichen
können. Einige Vorschläge erfordern ein bißchen Takt und
Fingerspitzengefühl von euch. Viele, davon bin ich überzeugt, werden funktionieren. Es ist an der Zeit, den konservativen
Rechten die halbherzige Unterstützung zu nehmen, von der sie schon viel zu lange profitieren.
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Zumindest werden euch meine Vorschläge ein deutlich
friedlicheres Thanksgiving- Dinner bescheren:
1. Versichert euren konservativen Freunden und
Verwandten zunächst, daß ihr kein Geld von ihnen wollt. Ihr wollt nicht, daß sie weniger Geld verdienen oder das Geld
verlieren, das sie haben. Sagt ihnen direkt, daß ihr wißt, sie lieben ihr Geld, und das sei in Ordnung, denn ihr würdet euer Geld auch lieben (allerdings auf eine andere Art).
2. Jedes politische Argument, das ihr vorbringt, muß sich an euren Gesprächspartner richten und für ihn sein. RINOS
machen jede Entscheidung von der Frage abhängig: »Was nützt
MIR das?«
Anstatt gegen diese Ichbezogenheit anzugehen, übernehmt ihr
sie, akzeptiert sie und unterstützt sie. Ja, ihr sagt ihnen einfach: Das ist gut für EUCH. Konservative leben ihr Leben in der ersten Person singular - ICH, MICH, MEINS -, und die Wörter
müßt ihr verwenden, wenn ihr wollt, daß sie euch zuhören.
3. Macht eine kleine Reise in die Gedankenwelt der
Konservativen. Zu diesem dunklen Kontinent müssen wir uns vorwagen, wenn die Bekehrung gelingen soll. Dort werden wir
vor allem Angst finden. Angst vor Verbrechen. Angst vor
Feinden. Angst vor Veränderung. Angst vor Menschen, die
anders sind. Und natürlich Angst, bei irgendwas Geld zu
verlieren. Wenn Konservative etwas nicht mit eigenen Augen
sehen können (gemischtrassische Paare leben nicht in ihrer
Nachbarschaft), haben sie Angst vor dem Unbekannten. Wenn
sie etwas nicht begreifen können (300 Jahre Sklaverei vor
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