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Waffenschwestern

Waffenschwestern

Titel: Waffenschwestern Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Elizabeth Moon
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müssen, die ihnen von göttlicher Seite
    vorherbestimmte Rolle zu erfüllen – im Fall von Kindern durch Anleitung, im Fall von erwachsenen Frauen durch Zwang. Diese Leute glauben außerdem, dass sexuelle Aktivität nur zwischen Männern und Frauen erlaubt ist; alles andere bezeichnen sie als Gräuel. Das Gleiche gilt für Empfängnisverhütung und
    genetische Manipulation. Falls sie also Frauen mit Verhütungs-implantaten oder Hinweisen auf genetische Manipulationen gefangen nehmen – oder solche, die sich durch Rang oder Verhalten ›die Autorität von Männern anmaßen‹ –, dann bringen sie sie gewöhnlich um.«
    »Brun ist ein Registrierter Embryo«, sagte Lord Thornbuckle.
    »Sie hat das Zeichen – was werden sie davon halten?«
    »Sicherlich werden sie es für ein Gräuel halten. Eine
    Einmischung in Gottes Plan für die Menschheit… und ich
    vermute, Sera Meager hatte wie die meisten unverheirateten jungen Frauen auch ein Verhütungsimplantat?«
    »Natürlich«, sagte Lord Thornbuckle. »Und außerdem
    benötigen REs eine gesonderte Stimulation der Fruchtbarkeit.
    Brun hat sich das Implantat vor allem deshalb gewünscht, damit sie es ihren Freundinnen gleichtat, von denen einige keine Registrierten Embryos waren.«
    »Dann ist erstaunlich, dass sie sie nicht umgebracht haben«, fuhr der Guernesi fort. »Sie müssen Sera Meagers politische Bedeutung hoch genug einschätzen, um Gottes Zorn darüber zu riskieren, dass sie sie am Leben lassen. Deshalb haben sie zweifellos auch so gründliche Arbeit geleistet, um ihr die Stimme zu nehmen, und anschließend gleich die Fruchtbarkeit geweckt. Nach ihrer Ansicht haben sie sie damit für Gottes 323
    Absichten beansprucht und Ihnen und dem Rest der Familias eine Botschaft gesandt…«
    »Dann sind sie Freigeburtier?«
    »Fanatische sogar; jedem Mann stehen so viele Ehefrauen zu, wie er Unterhalt bieten kann, und ebenso freier Zugang zu den Frauen, die sie ›Satans Huren‹ nennen. Alle Kinder gelten jedoch als gleichermaßen legitimes Eigentum des anerkannten Vaters – und falls sich kein Vater ihrer rühmt, finden sich immer Menschen, die sie adoptieren. Falls irgendeine ihrer Frauen rebelliert – und das kommt wirklich vor –, wird sie stumm gemacht und einem dieser Mütterheime übergeben.«
    »Woher wissen Sie so viel?«, fragte Thornbuckle.
    »Nun, wir haben eine gemeinsame Grenze mit zweien der
    fünf Systeme, die sie beherrschen, und sie haben wiederholt unsere Leute angegriffen. Aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen bezeichnen sie uns als eines der Gräuel. Falls es irgendjemanden interessiert: Wir können Kopien dessen
    bereitstellen, was sie für göttlich inspirierte Offenbarung und Gesetz halten. Sie betreiben sogar einen sehr begrenzten Handel mit uns – obwohl wir ihrer Meinung nach Perverse und Gräuel sind, benötigen sie manchmal unsere Fähigkeiten. Um unsere Leute zu schützen, müssen wir möglichst viel über sie wissen.
    Ich fürchte, wir könnten sogar verantwortlich dafür sein, dass dieser Vorstoß in den Raum der Familias erfolgt ist.«
    »Was!?«
    »Sie hatten zum dritten Mal innerhalb weniger Monate eines unserer Passagierschiffe angegriffen. Es konnte entkommen, aber wir fanden, dass die Milizionäre zu kühn wurden. Also haben wir ihnen einen ordentlichen Schlag versetzt – sind dort 324
    eingedrungen, haben einige ihrer starren Verteidigungs—
    plattformen weggepustet und ihnen gesagt, Gott würde sie für ihre Fehler bestrafen. Sie wissen, dass die meisten unserer Bürger das sind, was sie als ›religiös‹ bezeichnen – obwohl natürlich nicht vom selben Glauben. Wie dem auch sei, ich vermute, dass sie darauf reagiert haben, indem sie eine neue Möglichkeit suchten, ihr Prestige zurückzugewinnen. Von uns haben sie sich fern gehalten und sich lieber Ihnen zugewandt; die Smaragdplaneten an ihrer anderen Grenze hatten sie schon vermöbelt, bevor sie sich nun auch bei uns eine blutige Nase holten. Ich sollte Sie warnen – die Milizionäre haben
    wahrscheinlich Agenten hier und dort in Ihrem Handelsnetz sitzen, denn jedesmal, wenn wir sie dabei erwischt haben, wie sie ein großes Frachtschiff zu entführen versuchten, hatte dieses eine illegale Waffenlieferung an Bord.«
    »Auf der Ladeliste der Elias Madero stand nichts dergleichen
    …«
    »Nein, natürlich nicht. Bei uns sind sie so vorgegangen: Sie erpressten einen Schiffsmakler, verschafften sich Zugang zu einem Laderaum – manchmal nur einem, manchmal mehreren

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