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Waffenschwestern

Waffenschwestern

Titel: Waffenschwestern Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Elizabeth Moon
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Kauffahrer, die Mockingbird Hill, vor vier Jahren gebraucht vom Allsystems-Bergungsunternehmen
    erworben, hat an der Zenebra-Hauptstation angelegt und die Liegegebühren für dreißig Tage vorab bezahlt. Das war an sich schon ein bisschen erstaunlich, aber der Stationsmeister hat es einfach ins Logbuch eingetragen und die Flotte nicht alarmiert; wir hatten noch keine Liste mit Warnsignalen ausgegeben, weil wir keine weit verbreitete Panik erzeugen wollten. Ein
    Besatzungsmitglied dieses Schiffes hat sich jedoch in einer Raumfahrerkneipe betrunken, die Eingeweide ausgekotzt und den Einheimischen etwas erzählt, was den Sicherheitsdienst alarmierte. Dort rief man die Flotte an, und als wir den Mann verhörten, stellten wir fest, dass er diesem Kult angehört und der Kauffahrer mit Sprengstoff voll gestopft war, um jede
    Raumstation ihrer Wahl hochzujagen. Sie hatten Zenebra nicht speziell ausgesucht, sondern dort für den Fall Stellung bezogen, dass sie aufgefordert wurden, irgendwo im dortigen Sektor tätig zu werden.«
    »Und Sera Meager?«
    »Einem der anderen Besatzungsmitglieder zufolge gehört der Ranger Bowie auf dem Video von der Elias Madero zu dem Zweig, der sich Unser Texas nennt; die jetzige Gruppe stammt vom Ursprünglichen Texas und ist derzeit anscheinend mit Unser Texas verbündet.«
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    »Und die Guernesi haben Agenten tätig auf… sehen wir mal hier nach. Heimat Texas, Wahres Texas und … na, was sage ich? Unser Texas.«
    »Ja … und dieser Agent sollte bestätigen können, ob sie dort immer noch einen Ranger Bowie haben und ob wir jetzt den richtigen Mann – und den richtigen Planeten kennen.«
     
    Universität Caradin, Abteilung für Altertumsforschung Waltraude Meyerson spähte gerade durch das Okular eines schwachen Mikroskops auf ein ungeheuer seltenes Foto, das vielleicht – wenn sie Glück hatte – endlich die Frage
    beantworten half, ob ein bestimmter Politiker der Alten Erde Mann oder Frau war; deshalb ignorierte sie das Läuten des Komgeräts, bis es sich zu einem wütenden Summen steigerte.
    Sie streckte blind die Hand aus, tastete auf dem Schreibtisch herum, bis sie den Schalter fand, und drückte ihn.
    »Ja!«
    »Hier ist Dekan Marondin … uns liegt eine dringende
    Anfrage nach einer speziellen Konsultation auf Ihrem
    Fachgebiet vor.«
    »Nichts auf meinem Fachgebiet ist dringend«, sagte
    Waltraude. »Alle sind seit Jahrhunderten tot.« Trotzdem lehnte 336
    sie sich zurück und schaltete die Beleuchtung des Mikroskops aus.
    »Es ist eine Anfrage seitens höchster staatlicher
    Dienststellen…«
    »Nach antiker Geschichte? Liegt ein weiterer Anti—
    quitätenschwindel vor?«
    »Nein … Ich kenne nicht mal den Grund, aber sie möchten etwas über Politik auf der Alten Erde erfahren, in Nordamerika
    … deshalb habe ich natürlich an Sie gedacht.«
    Natürlich. Sie war die einzige Nordamerikanistin ihrer
    Fakultät, aber die Chancen standen gut, dass irgendein
    idiotischer Bürokrat den Wechselkurs zwischen dem Quebec-Francs und dem mexikanischen Peso in einem Jahrzehnt
    erfahren wollte, von dem sie keine Ahnung hatte.
    »Wie lautet also die Frage?«
    »Sie möchten persönlich mit Ihnen sprechen.«
    Störungen, immer diese Störungen! Sie hatte sich das
    Semester freigenommen und hielt keine Vorlesungen, damit sie endlich das Buch fertig stellen konnte, an dem sie seit acht Jahren arbeitete, und jetzt musste sie alberne Fragen
    beantworten. »Fein«, sagte sie. »Ich gebe ihnen fünfzehn Minuten Zeit.«
    »Ich denke, sie werden mehr brauchen«, sagte der Dekan.
    »Sie sind unterwegs.«
    Phantastisch! Waltraude stand auf und streckte sich und lockerte die Muskelspannungen, die sich nach Stunden am Mikroskop im Rücken entwickelt hatten; derweil sah sie sich vage in ihrem Büro um. »Sie« deutete auf mehr als eine Person 337
    hin –bestimmt wollten sie sich hinsetzen, und auf beiden Stühlen stapelten sich Papiere. Manche Leute hielten es für altmodisch, so viel Papier um sich zu haben, aber Waltraude war selbst altmodisch – darauf bestand sie! Deshalb hatte sie sich überhaupt der Altertumsforschung zugewandt. Sie hatte gerade den ersten Stapel aufgehoben und blickte sich nach einem Platz dafür um, als jemand an die Tür klopfte. »Treten Sie ein!«, sagte sie, drehte sich um und sah sich zwei Männern und zwei Frauen gegenüber, die sie so erschreckten, dass sie erstarrte. Die Leute sahen so aus, als sollten sie alle Uniform tragen, obwohl sie es nicht taten.
    »Es tut

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