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Wanderungen durch die Mark Brandenburg

Wanderungen durch die Mark Brandenburg

Titel: Wanderungen durch die Mark Brandenburg Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Theodor Fontane
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»Je l'ai vu, Madame, votre fille (Frau von Wreech) et elle sait que Vous et sa fille (eben jene Sophie Friederike) se portent bien.«
    Nach dieser Zeit, d.h. in den Jahren, die der Anwesenheit des Kronprinzen (1731) folgten, wurden jedenfalls noch zwei Kinder geboren, und zwar die schon im Text genannten:
    6. Friedrich Wilhelm Feodor von Wreech, geboren 1733, gestorben 1785, und
    7. Ludwig Alexander von Wreech, geboren 1734, gestorben 1795.
    Diese beiden sind im Küstriner Kirchenbuche nicht verzeichnet.
     
    61 An dieser Stelle sei übrigens noch der Frau Karschin, der bekannten Dichterin, erwähnt, die jahrelang zu Frau von Wreech in freundschaftlichen Beziehungen stand. Die Karschin war längere Zeit in Tamsel zu Besuch. Im Tamseler Archiv befinden sich verschiedene Gedichte der Karschin, an Frau von Wreech gerichtet, und Briefe (gewöhnlich in Versen), die beide Damen wechselten. Leider bot sich mir nur Gelegenheit, diese Papiere zu lesen, nicht sie zu benutzen. Sie geben ein vortreffliches Zeitbild.
     
    62 Dies »unstreitig« bezieht sich auf Klöden, der in seinen Auslassungen über die »Stadtstelle« bestreitet, daß hier eine Stadt gestanden habe. Klöden nimmt an, daß es eine heidnische Begräbnisstätte gewesen sei und findet in den Steinreihen nichts als eine Art Feldstein-Umzäunung oder Einfriedung dieser Stätte. Er irrt darin ganz unbedingt. Hätte er die Stelle gesehen, wie sie jetzt daliegt, so hätte er sich auf den flüchtigsten Blick von seinem Irrtum überzeugen müssen.
     
    63 Eine ähnliche Sage, darin der Teufel nicht als Spielmann, sondern als Tänzer auftritt, findet sich im Eiderstedtschen (Schleswig). Es war eine große Hochzeit auf Hoyersworth und unter den Gästen auch eine hübsche Dirne, die flinkste Tänzerin weit herum. Auch an jenem Abend tanzte sie schon seit Stunden unaufhörlich und sagte zuletzt übermütig: »Und wenn der Teufel selbst käme, ich tanzte mit ihm.« Kaum waren ihr diese Worte entfahren, so trat der Angerufene in den Saal, schritt auf das Mädchen zu und forderte sie auf zum Tanz. Und wie ein Wirbelwind drehten sich die beiden. Sie tanzten zuletzt nur noch allein und die übrigen Gäste sahen dem rasenden Tanze voll Erstaunen zu. Endlich schwieg auch die Musik, aber das Paar tanzte noch immerfort, bis der Dirne plötzlich das Blut aus dem Munde stürzte und sie tot zusammenbrach. Sofort war der Tänzer verschwunden. Doch die Blutflecken waren nicht zu vertilgen und das Mädchen fand keine Ruh. Um Mitternacht schlüpft sie von ihrem Grabe her in den Tanzsaal und die höllische Musik bricht los und sie dreht sich wieder im sausenden Walzer.
     
    64 In der neueren preußischen Kriegsgeschichte bietet vielleicht nur Gneisenau ein ähnliches Beispiel verspäteten und dann sehr raschen Avancements, Gneisenau, der 1806 noch Kapitän und 1813 bereits Generalleutnant war.
     
    65 Außer um die »Kunst«, der er hier oblag, kümmerte sich König Friedrich Wilhelm I., wenn er in Kossenblatt war, vor allem auch um die Kirche. Zumal um die Predigt. Er war nicht leicht zufriedenzustellen. Ich finde darüber folgendes: »Am 13. Sonntage nach Trinitatis im Jahre 1736 hat der König in der Kirche zu Kossenblatt eine Predigt von dem damaligen Prediger in Wulfersdorf (stellvertretend für den hiesigen, welcher krank gewesen ist) gehört, die seine höchste Unzufriedenheit erregt hat. Und da er nicht lange vorher mit einer in Rheinsberg gehörten Predigt ebenfalls unzufrieden gewesen, so haben diese beiden Prediger nach Berlin kommen und über vorgeschriebene Texte predigen müssen. Auch hat der König einen Kabinettsbefehl erlassen, infolgedessen sämtliche Prediger aus der Altmark, Priegnitz, Mittel-, Ucker- und Neumark durch das Konsistorium nach Berlin berufen worden sind, »um ein Monitorium und Instructorium zu vernehmen«. Am 23. Sonntage nach Trinitatis (9. Nov.) 1738 ist der König wiederum mit einer Predigt des damaligen hiesigen Predigers unzufrieden gewesen und hat auf einen ihm gemachten Vorschlag den Prediger aus Teupitz kommen lassen. Aber auch dieser hat ihn nicht zufriedenstellen können.«
     
    66 Das eine Meile weiter nördlich gelegene Tempelberg, oder doch wenigstens die Tempelberger Kirche, weist mehr Erinnerungen an die Wulffensche Zeit auf als Steinhöfel. Außer einem Epitaphium zu Seiten des Altars befinden sich noch sechs Wulffensche Grabsteine in der Kirche, die fast den halben Raum des Mittelschiffes einnehmen. Einer derselben zeichnet sich durch

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