WoW 06 - KdA 1 - Die Quelle der Ewigkeit
verstand die Reaktion des Orcs nun besser. »Dann bringe ich uns von hier weg. Dieses Mal weiß ich, worauf ich zu achten habe …«
Malfurion widersprach mit einer Geste. »Wir hatten einmal Glück, aber hier riskierst du die Aufmerksamkeit der Mondgarde. Sie haben die Möglichkeit deinen Zauber zu verändern … vermutlich haben sie auch schon den ersten bemerkt.«
»Was schlägst du also vor?«
»Da wir in der Nähe meines Zuhauses sind, sollten wir das nutzen. Es gibt Leute, die uns helfen können. Mein Bruder und Tyrande.«
Brox stimmte sofort zu. »Die Schamanin … sie wird helfen.« Sein Tonfall wurde zurückhaltender. »Dein Zwilling auch …«
Rhonin sorgte sich immer noch um Krasus, aber da er nicht wusste, wo er seinen ehemaligen Mentor finden sollte, schien der Vorschlag des Nachtelfen sinnvoll. Mit Malfurion an der Spitze zog das Trio los. Der Weg durch den Wald erwies sich als überraschend einfach, vor allem, wenn man ihn mit dem Weg verglich, den sich der Orc und der Mensch zuvor hatten bahnen müssen. Die Landschaft schien sich zu bemühen, Malfurions Reise so angenehm wie möglich zu gestalten. Rhonin wusste ein wenig über Druiden und erkannte, dass Malfurion einer sein musste.
»Der Halbgott – Cenarius … hat er dich die Sprache der Bäume und das Wirken von Zaubern gelehrt?«
»Ja, ich scheine der Erste zu sein, der seine Art von Magie wirklich versteht. Selbst mein Bruder zieht die Macht der Quelle dem Weg des Waldes vor.«
Die Erwähnung der Quelle löste in Rhonin ein Gefühl von Erwartung und … Begierde aus. Er unterdrückte diese Anwandlungen. Bei der Quelle, von der sein Begleiter sprach, musste es sich um die Quelle der Ewigkeit handeln, die legendäre Quelle der Macht. Waren sie ihr nahe? Waren seine Zauber deshalb so stark geworden?
Solche Kräfte zu erhalten … und so leicht …
»Es ist nicht mehr weit«, sagte Malfurion kurze Zeit später. »Ich erkenne den knorrigen Alten.«
Der »Alte«, von dem er sprach, war ein knorriger mächtiger Baum, von dem Rhonin nur einen dunklen Umriss erkannte. Etwas anderes erregte jedoch die Aufmerksamkeit des Zauberers.
»Höre ich Wasser fließen?«
Der Nachtelf klang fröhlicher. »Es läuft in der Nähe meines Zuhauses vorbei. Nur noch ein paar Minuten, dann …«
Bevor er seinen Satz zu Ende sprechen konnte, füllte sich der Wald mit Gestalten in Rüstungen. Brox grunzte und zog seine Axt. Rhonin bereite einen Zauber vor und war überzeugt, dass es sich um die gleichen hinterhältigen Angreifer handelte, die ihn und Krasus gefasst hatten.
Malfurion wirkte vollkommen überrascht über das Auftauchen der Krieger. Er wollte ihnen seine Hand entgegen strecken, zögerte dann jedoch.
Malfurions Zögern ließ auch Rhonin innehalten. Das erwies sich als Fehler, denn im nächsten Moment fiel ein flirrendes rotes Netz über jeden in der kleinen Gruppe. Rhonin spürte, wie seine Muskeln steif wurden und alle Kraft daraus verschwand. Er konnte sich nicht länger bewegen, nicht länger handeln, nur mehr zusehen.
»Hervorragende Arbeit, Junge«, dröhnte eine befehlsgewohnte Stimme. »Das ist der Tiermensch, den wir gesucht haben – zusammen mit denen, die ihm bei seiner Flucht geholfen haben.«
Jemand antwortete so leise, dass Rhonin die Worte nicht verstand. Mehrere Reiter, von denen zwei leuchtende Smaragdstöcke trugen, lösten sich aus der Gruppe der Soldaten. An ihrer Spitze ritt ein bärtiger Nachtelf, der das Kommando zu führen schien. Neben ihm …
Rhonins Augen weiteten sich. Eine andere Reaktion ließ sein momentaner Zustand nicht zu. Seiner Überraschung über den Mann, der neben dem Kommandanten ritt, war das jedoch kaum angemessen.
Er trug andere Kleidung und hatte die Haare zu einem Zopf zusammen gebunden, dennoch gab es nicht den geringsten Zweifel, dass sein ernstes Gesicht das von Malfurion war.
Achtzehn
Mannoroth war zufrieden, und das stimmte auch Lord Xavius optimistisch.
»Es ist also gut?«, fragte der Nachtelf den Himmelskommandanten. So viel hing davon ab, dass ihre Pläne aufgingen.
Mannoroth nickte mit seinem schweren, Stoßzahn bewehrten Schädel. Seine Flügel streckten sich zum Zeichen der Zustimmung. »Ja, sehr gut sogar … Sargeras wird Gefallen daran finden.«
Sargeras.
Erneut hatte der Himmelskommandant den wahren Namen des Erhabenen genannt. Xavius' magische Augen leuchteten auf, als er ihn stumm wiederholte.
Sargeras.
»Wir werden das Portal öffnen, sobald der Zauber steht.
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