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Zigeunerstern: Roman (German Edition)

Zigeunerstern: Roman (German Edition)

Titel: Zigeunerstern: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert Silverberg
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vielleicht nichts wert, aber es ist doch verdammt attraktiv. Aber was du brauchst, das sind ein paar Edelsteine, Schmuck. Ein bisschen farblichen Kontrast. Hier ist zuviel goldenes Gelb.« Und er zog unter seinem Umhang einen roten Lederbeutel hervor. Natürlich Gespensterleder. »Ich bin noch immer für so richtig gute Juwelen gewesen. Smaragde, Rubine, Saphire. Keine Diamanten, nein, die nicht. Diamanten haben zwar ein prächtiges Feuer, aber mir fehlt die Farbe. Für mich müssen Edelsteine Farbe haben.« Und er ließ den Inhalt seines Beutels in eine seiner gewaltigen Pranken rieseln. Ein ganzer Berg von Edelsteinen. Und er schob ihn mir unter die Nase. »Du könntest sie an einer Schnur auffädeln und die quer durch den Raum von einer Wand zur anderen spannen, was? Das würde hier ein bisschen Fröhlichkeit reinbringen.«
    »Geistersteine, Valerian. Spukgeschmeide. Wozu sollte das gut sein? Ich könnte sie ja nicht einmal anfassen. Für mich sind sie weiter nichts als gefärbte Luft, das weißt du doch?«
    »Oh, Scheiße, natürlich«, sagte er betrübt. »Das stimmt ja.«
    »Ich glaube, ich bleibe dann doch lieber beim echten Gold und verzichte auf die Spukjuwelen. Aber trotzdem, danke.«
    »O verdammt!«, sagte er. Er sah ganz niedergeschmettert aus. »Das habe ich doch wirklich absolut vergessen. Für mich sehen die nämlich ganz verdammt echt aus.«
    »Aber du bist ein Gespenst, Valerian.«
    »Ja. Stimmt ja. Stimmt. Aber es ist verdammt schade, denn du brauchst hier drin wirklich was Farbiges. Aber, hör mal, Yakoub, wenn du dann wieder König bist, dann komme ich dich mal richtig, also in meiner richtigen Gestalt, besuchen, einverstanden? Und dann bring ich dir aber ein paar echte Rubine und echte Smaragde.«
    »Wenn ich wieder König bin? Wann wird das sein?«
    Aber er achtete nicht auf mich. »Ich hab nämlich massenhaft Edelsteine, weißt du. Beaucoup de bijoux, so würde Julien das sagen, richtig? Ich habe im letzten Jahr eine höllisch gute Prise gemacht. Draußen am Jerusalem Spill, irgendwo zwischen Caliban und Puerto Peligroso, großer Frachter der Reederei – ach, Scheiß, wen interessiert es schon, wem das Ding gehörte. Und die hatten genug Rubine an Bord, um damit einen Fluss aufzustauen. Einen mittelgroßen Fluss.« Valerian lachte. »Ich könnte damit sogar den ganzen Markt in Grund und Boden jagen, verstehst du? Wenn ich sie alle auf einmal rausschleudere, dann werden Rubine genauso wertlos sein wie Gold. Genau wie damals mit den Drogen, als sie mich deswegen vor dem Kris angeklagt haben, weißt du noch? Damals, als du den Urteilsspruch für mich zurechtgerückt hast. Allerdings sehe ich kaum einen Sinn darin, den Rubinmarkt zu sprengen. Jedenfalls nicht bei den Lagerbeständen, die ich habe. Aber irgendwer wird es wohl früher oder später versuchen, irgendein verdammter Narr, wart nur mal ab! Es ist unvermeidlich. Die haben nämlich inzwischen da draußen irgendwo einen Planeten entdeckt, der von Rubinen ebenso strotzt wie Galgala von Gold.«
    Das allerdings war neu für mich.
    »Du bist da ganz sicher?«
    »Du hättest mal sehen sollen, was da alles auf dem Kahn war, den ich mir geholt habe. Zehn riesenhafte, prallvolle Overpockets voll. Eine Tonne Rubine hier, noch eine Tonne auf der anderen Seite, und das stieß in alle möglichen Speicherdimensionen hinaus, Bereiche, von denen nie jemand vorher etwas gehört hatte. Und weißt du, was ich tun musste, damit sie mir diese Taschen aufschlossen? Nein, das willst du sicher nicht wissen. Also, ich bin ja wirklich eine Seele von einem sanften Mann. Das weißt du doch, Yakoub, nicht wahr? Aber manchmal … manchmal …«
    »Erzähl mir, wie es sein wird, wenn ich wieder König bin.«
    »Du willst, dass ich dir das erzähle?«
    »Du hast doch gerade gehört, was ich sagte.«
    »Aber das ist doch in der Zukunft!«
    »Na und?«
    »Aber es ist die Zukunft, oder? Für dich ist es Zukunft, oder? Ja, aber klar doch! Und du willst von mir was über die Zukunft erfahren?«
    »Ja. Warum auch nicht! Du kannst es mir ruhig sagen. Keiner außer uns beiden wird je etwas davon wissen.«
    »Klar, ich kann es dir sagen. Wieso sollte ich das auch nicht tun?«
    »Ganz recht.«
    »Ich kann dir die Zukunft sagen, wenn ich dazu Lust habe. Alles, was du willst, kann ich dir sagen.«
    »Vollkommen richtig.«
    »Und nichts kann mich daran hindern.«
    »Genau«, sagte ich. »Also sag es mir schon!«
    Doch er sagte mir überhaupt nichts, sondern quasselte die ganze Zeit

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