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1112 - Elfenrache

1112 - Elfenrache

Titel: 1112 - Elfenrache Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Jason Dark
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können.
    Mein Gehirn arbeitete zwar unter Druck, trotzdem noch einigermaßen klar. Deshalb kam mir der Gedanke, daß der Gegenstand, über den sich die beiden unterhalten hatten, nur mein Kreuz sein konnte. War es der Beginn einer Hoffnung?
    Jill fragte wieder. »Wenn du etwas gespürt hast, was du nicht erklären kannst, müssen wir es finden.«
    »Das meine ich auch.«
    »Durchsuch ihn.«
    »Wir beide machen es.«
    Es herrschte wieder Schweigen.
    Aber die beiden bewegten sich neben mir und gingen in die Knie. Sie zögerten keine Sekunde mehr, und ihre kleinen, krallenartigen Hände huschten geschickt über meinen Körper hinweg. Zuerst tasteten sie nur den Rücken ab. »Hier ist nichts«, sagte All. »Wir müssen ihn drehen.«
    »Bist du denn sicher?«
    »Ich weiß es.«
    »Dann los.«
    Wieder griffen die Hände zu, und ich merkte, daß die beiden sehr große Kraft hatten. Sie stöhnten nicht einmal, als sie meinen doch schweren Körper auf den Rücken drehten. Als normale Kinder hätten sie das bestimmt nicht geschafft.
    Endlich lag ich so, wie sie mich hatten haben wollen. Meine Augen waren nicht ganz geschlossen.
    Durch die Spalte konnte ich erkennen, was vor mir ablief.
    Jill und Laura rahmten mich ein. Sie kümmerten sich nicht darum, ob ich ihnen zuschaute. Ihre Hände glitten über und unter meine Kleidung. Es blieb nicht aus, daß sie meine Beretta fanden und die Pistole auch hervorzogen.
    »Er hat eine Waffe«, sagte All und hielt die Waffe so, daß sie mit ihren kalten Augen auf das Mündungsloch schaute.
    Damit wollte er uns bestimmt töten!
    »Jetzt nicht mehr!« sagte Jill, bevor sie die Beretta in den Garten hineinschleuderte.
    Ich war froh, denn mit der Pistole hätten sie allerhand Unsinn anrichten können. So aber machten sie mit ihrer Suche weiter; das Auffinden der Beretta hatte sie nicht zufriedengestellt.
    Die Hände kitzelten, wenn sie wanderten. Die kleinen Finger drangen überallhin, und plötzlich jubelten beide auf, denn sie hatten mein Kreuz entdeckt.
    Noch war es vom Stoff bedeckt, aber die beiden Elfen tasteten es sehr genau ab.
    Wieder übernahm Jill das Wort.
    »Spürst du es?«
    »Ja. Das ist ein Kreuz.«
    »Es gibt Menschen, die es mögen.«
    »Weiß ich«, bestätigte Laura.
    »Wir auch?« Eine geschickt gestellte Frage, auf die Laura sofort keine Antwort wußte. »Los, sag was.«
    »Nein, Schwester, was sollen wir damit?«
    »Richtig, wir brauchen es nicht. Aber es ist anders als die meisten Kreuze, finde ich.«
    »Möchtest du es sehen, Jill?«
    »Klar.«
    »Dann hol es hervor.«
    »Hilf mir.«
    Das Gespräch verstummte. Ich spürte wieder ihre Finger über meinen Körper gleiten. Sie hatten mein Hemd aus der Hose gezerrt und beschäftigten sich mit den Knöpfen. Zweimal kurz gerissen, und die Knöpfe sprangen auf.
    »Ahhh…«, stöhnte eine der beiden, als mein Kreuz endlich frei zu sehen vor ihren Augen lag.
    Ich schielte durch meine Augenschlitze auf sie. Noch gab ich mit keiner Reaktion zu verstehen, daß ich sie beobachtete. Ich war auch für sie nebensächlich geworden. Das Kreuz interessierte sie weitaus mehr, und sie hatten auch ihren Spaß, denn ihr Verhalten ging wieder in ein kindliches über.
    »Es leuchtet etwas…«
    »Klasse!« freute sich auch All.
    »Siehst du die Kette?«
    »Klar.«
    »Willst du das Kreuz haben, Laura?«
    »Ähmmm - ich weiß nicht. Es ist irgendwie komisch. Wir brauchen es nicht in unserer Welt. Es gehört dem Mann.«
    »Wir stehlen es ihm!« schlug All vor.
    »Und dann?«
    »Werfen wir es weg. Danach wird er in den Teich gesteckt. Er soll unser Geheimnis nicht weitergeben können. In unserer Welt ist er am sichersten.«
    »Gut, dann nehmen wir es ihm ab.«
    Es war der Augenblick gekommen, an dem ich mir überlegen mußte, wie ich dies verhinderte. Die beiden waren keine Kinder mehr, und dieser Garten hier sah auch nur äußerlich so normal aus, auch wenn er sich dabei von den anderen unterschied. In Wahrheit hatte es Caroline Sheldon geschafft, einen Teil der Sirulinenwelt in die normale zu transportieren. Sie hatte den Elfen hier eine Heimat geschaffen, und auch ihr war der Sprung zwischen den Welten gelungen.
    Die kratzigen Finger bewegten sich bereits an meinem Hals entlang, um die Kette zu fassen. Ich wußte nicht, ob sie sie mir über den Kopf streifen wollten. Einfacher wäre es für sie gewesen, wenn sie die Kette einfach zerrissen.
    Ich schielte wieder an meinem Kinn vorbei nach unten. Jill beschäftigte sich mit dem Kreuz. Sie hatte

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