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BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

Titel: BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Manfred Weinland / Timothy Stahl / Adrian Doyle
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deines Doubles. Er wurde von zwei Inuit aufgezogen. Ich holte ihn zu mir, als er das Stadium erreichte, seine eigene Brut zeugen zu können.«
    »Er ist... ein Genvampir?!«, durchzuckte die Erkenntnis Sardon.
    »So ist es.«
    »Wir haben damals also einen Kokon übersehen.« Sardon schüttelte den Kopf, als handele es sich um ein unverzeihliches Versagen.
    »Und übersehen habt ihr auch das Potential, das in den genetischen Schöpfungen Boraks steckte«, ergänzte Gabriel.
    »Was meinst du?«
    »Du bist ein weitgereister Mann und kennst sicher die Bedeutung des Namens Proteus.«
    »In der griechischen Mythologie war Proteus ein Meergott, der sich in viele Gestalten verwandeln –« Sardon stockte.
    »Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen«, lächelte Gabriel, »was für ein Meisterstück Boraks Genie gelang, als er Magie und Gentechnik miteinander verwob, um diese Kreuzung aus menschlichen und vampirischen Genen entstehen zu lassen!«
    Sardon hatte das Bild des in der Arktis getöteten Genvampirs noch deutlich vor Augen. Er war abgrundhässlich gewesen – ein Monster wie aus schlimmsten Alpträumen entsprungen. Und trotzdem sprach auch Gabriel davon wie von einem Geniestreich?
    »Ich habe sein wahres Potential sofort erkannt«, unterstrich Luzifers Inkarnation noch einmal. »Du und Heaven, ihr habt dem Geschöpf keine Zeit gelassen, sich selbst zu finden und die ganze Bandbreite seiner Möglichkeiten zu entdecken.«
    »Was heißt das?«
    »Die Manipulation der Zellen, aus denen die Neue Vampirrasse hervorging, hat zu einem Defekt geführt, einer bleibenden Instabilität des Zellverbunds«, erklärte Gabriel.
    »Du meinst, die Züchtungen seien über kurz oder lang ohnehin nicht lebensfähig gewesen?«
    »Im Gegenteil! Sie hätten die Länder der Welt in einem unaufhaltsamen Siegeszug überrollt!«
    »Was hätte sie so unbesiegbar gemacht?«, fragte Sardon, obwohl er die Antwort schon ahnte.
    »Ein Talent, das Boraks Wissenschaftler gar nicht vorgesehen hatten: die Gabe der Verwandlung. Die Gabe, beliebige Gestalt anzunehmen – so wie Proteus jetzt deine Züge trägt und eine Kopie deiner Erinnerungen.«
    Sardon atmete in tiefen Zügen ein und aus.
Er ist wirklich der Teufel,
dachte er.
Niemand sonst könnte solche Pläne schmieden und sie auch noch in die Tat umsetzen...
    Schließlich sagte er: »Was hat dieses Double für einen Auftrag? Und warum muss es selbst glauben, es sei ich?«
    »Der Gegner würde einen Betrug durchschauen, der nicht in jeder Hinsicht perfekt wäre. Proteus ist jetzt schon in Jerusalem. Er wird Anum gegenübertreten – als Sardon. Und entweder gelingt es ihm, deinen Bruder zu vernichten, oder...«
    »Er hat keine Chance! Bist du wirklich so naiv zu glauben, er könnte es mit einem
Hüter
aufnehmen?«
    »... oder er wird selbst vernichtet werden. Ein Ergebnis wird so gut wie das andere sein«, fuhr Gabriel unbeirrt fort. »So oder so haben wir einen Sieg errungen, denn selbst wenn Anum überlebt, wird er die Jagd nach dir aufgeben. Und nur darauf kommt es an. Ich
schütze
dich, weißt du das überhaupt zu würdigen?«
    »Du tust nichts ohne Eigennutz«, zischte Sardon. Die Ausführungen des Teufels hatten ihn stärker aufgewühlt, als er es zugeben wollte.
    Ein Doppelgänger von ihm war unterwegs nach Jerusalem, nein,
war
bereits in der heiligen Stadt! Dort würde er Anum angreifen und –
    Es war unvorstellbar, dass ein solcher Betrug gelingen könnte...
    »Nun zu dir«, unterbrach Gabriel seinen Gedankenflug, »und deiner Aufgabe.«
    Er stellte sich vor Sardon und legte eine Hand auf dessen Brust, als wollte er die Ernsthaftigkeit seiner nächsten Worte unterstreichen. »Du wirst aufbrechen, um meine Jünger zu finden und um mich zu scharen. Es ist an der Zeit, dass sie erfahren: Ihr Vater ist zurückgekehrt – die Schmach von London ist überwunden! Der Moment der Rache und der finalen Schlacht ist nah! Merke dir die Botschaft gut, die du ihnen überbringen musst: Euer Vater ruft euch zu sich, Kinder! Euer Vater erwartet euch!«
    »Wer sind deine 'Kinder'?«
    »Sie selbst nennen sich Archonten. Ihre Namen sind Zoe, Natan, Loth...« Gabriel zählte zwölf Namen auf.
    »Wann hast du diese Kinder... gezeugt?«, fragte Sardon erschüttert. Ganz neue, erschreckende Perspektiven taten sich auf.
    »Gezeugt ist der falsche Begriff. Ich habe sie gerettet, vor dem bereits sicheren Tod. Arme Kinderlein, deren Lebenslicht viel zu früh erlosch... Damals, in dem Jahr, als

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