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Befehl von oben

Befehl von oben

Titel: Befehl von oben Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Tom Clancy
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Drogenhandel läßt sich vor allem durch den Angriff auf die Nachfrageseite eindämmen, und das wird vorrangiges Ziel dieser Regierung sein.
    Wir entwerfen gerade ein Gesetz, das die bestraft, die Drogen nehmen, nicht bloß die, die sie verkaufen. Zudem möchte ich eine informelle Arbeitsgruppe aus Mitgliedern meiner Regierung und der Ihren einrichten, die erörtert, wie wir Ihnen bei dem Problem helfen können – jedoch stets unter Wahrung Ihrer nationalen Selbständigkeit. Amerika ist nicht immer ein guter Nachbar für Sie gewesen. Ich kann die Vergangenheit nicht ändern, aber ich kann versuchen, die Zukunft anders zu gestalten. Sagen Sie, würde Ihr Präsident eine Einladung annehmen, um die Angelegenheit unter vier Augen zu besprechen?« Ich möchte diesen Irrsinn irgendwie wiedergutmachen.
    »Ich halte es für wahrscheinlich, daß er eine solche Einladung wohlwollend betrachten wird, unter entsprechender Berücksichtigung seiner zeitlichen und anderen Verpflichtungen, selbstverständlich.« Was hieß, Darauf können Sie verdammt noch mal Gift nehmen!
    »Ja, Sir, ich lerne auch gerade, was so ein Posten einem alles abverlangt. Vielleicht«, fügte Jack mit einem Lächeln hinzu, »könnte er mir dazu einen Rat geben.«
    »Weniger, als Sie meinen.« Botschafter Ochoa fragte sich, wie er dieses Treffen seiner Regierung erklären sollte. Ryan bot etwas an, was in Südamerika nur als ausführliche Entschuldigung für etwas angesehen werden konnte, das nie völlig eingestanden werden würde und dessen komplette Aufdeckung nur allen Beteiligten schaden würde. Und dennoch geschah dies nicht aus politischen Gründen, oder?
    »Mit Ihrer vorgeschlagenen Gesetzgebung, Mr. President, was wollen Sie damit erreichen?«
    »Wir untersuchen das noch. Wie ich glaube, nehmen Leute Drogen – Realitätsflucht, wie man es auch nennen will – hauptsächlich zum Spaß; es läuft in irgendeiner Weise auf ein privates Vergnügen hinaus.
    Unsere Daten besagen, daß zumindest die Hälfte der im Land verkauften Drogen an Freizeitkonsumenten und nicht an echt Süchtige geht.
    Ich glaube, wir sollten dem Drogenkonsum den Spaß nehmen, wie ich meine, durch irgendeine Form der Bestrafung auf jeder Ebene des Besitzes oder der Einnahme. Wir haben in den Gefängnissen eindeutig nicht den Platz für alle Drogenkonsumenten in Amerika, aber wir haben eine Menge Straßen, die sauberzukehren sind. Für Freizeitkonsumenten – beim erstenmal – dreißig Tage, um in wirtschaftlich benachteiligten Gegenden die Straßen zu fegen und Müll einzusammeln, freilich in kennzeichnender Kleidung, was der Sache den Spaß ganz schön vermiesen wird. Sie sind Katholik, nehme ich an.«
    »Ja, das bin ich, so wie Sie.«
    Ryan grinste. »Dann wissen Sie, was Scham ist. Das ist im Augenblick ein Anfang, mehr noch nicht. Die administrativen Schritte müssen noch geklärt werden. Die Justiz untersucht auch einige verfassungsmäßige Fragen, aber die scheinen nicht so hinderlich zu sein. Ich möchte, daß dies zum Jahresende Gesetz ist. Ich habe drei Kinder, und das Drogenproblem jagt mir persönlich eine Heidenangst ein. Es ist keine perfekte Antwort auf das Problem. Die wirklich Süchtigen brauchen professionelle Hilfe irgendwelcher Art, und wir begutachten gerade eine Anzahl staatlicher und lokaler Programme, die wirklich funktionieren – aber verdammt, wenn wir den Freizeitkonsum abstellen können, ist das zumindest schon die Hälfte des Geschäfts, und wo ich herkomme, ist die Hälfte schon ein guter Anfang.«
    »Wir werden diesen Prozeß mit großem Interesse verfolgen«, versprach Botschafter Ochoa. Eine Kürzung der Einnahmen der Drogenhändler würde deren Möglichkeiten verringern, sich Schutz zu erkaufen, und seiner Regierung dabei helfen, das umzusetzen, was sie schon so ernsthaft versuchte, denn die Finanzmacht der Drogenhändler war ein politischer Krebsherd im Körper seines Landes.
    »Ich bedauere die Umstände, die zu diesem Treffen geführt haben, aber ich freue mich, daß wir Gelegenheit hatten, diese Punkte zu besprechen. Ich danke Ihnen, Herr Botschafter. Vor allem sollen Sie und Ihre Regierung wissen, daß ich hohe Achtung vor der Kraft des Rechts habe, und das hört nicht an unseren Grenzen auf. Was auch in der Vergangenheit geschehen sein mag, ich schlage einen neuen Anfang vor und werde meine Worte durch Taten untermauern.«
    Beide Männer standen auf, und Ryan nahm wieder die Hand seines Gastes und führte ihn nach draußen. Es folgten

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