Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Befehl von oben

Befehl von oben

Titel: Befehl von oben Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Tom Clancy
Vom Netzwerk:
Zugang zum Internet und in den Nachrichten-Pages gestöbert, ohne etwas zu finden. Nichts wäre sicher, bis die Reisenden alle zurückgekehrt und Bericht erstattet hätten. Nicht einmal dann, eigentlich. In drei oder vier Tagen, vielleicht auch fünf, würden die E-Mail-Drähte zu CDC heißlaufen. Dann würde er es wissen.

39
    Zeit der Begegnung
    Der Flug über den Teich war angenehm. Die VC-20B war mehr ein Mini-Verkehrsflieger als ein Geschäftsjet, und die Air-Force-Crew, die für Clark so aussah, als wären sie gerade alt genug für die erste Fahrstunde, ließ alles glattlaufen. Das Flugzeug begann seinen Abstieg in die europäische Nacht und landete schließlich auf dem Militärflugplatz westlich von Paris.
    Es gab keine formelle Begrüßung, aber Adler war Beamter im Ministerrang und mußte empfangen werden, selbst bei einer Geheimmission. Daher trat ein hochrangiger Staatsbeamter heran, sobald die Motoren von Alt zu Tenor übergingen. Adler erkannte ihn, als die Treppe ausfuhr.
    »Claudel«
    »Scott. Glückwunsch zur Beförderung, mein alter Freund!« Mit Rücksicht auf den amerikanischen Geschmack wurden keine Küsse ausgetauscht.
    Clark und Chavez suchten die Gegend nach Gefahren ab, aber sie sahen bloß französische Soldaten oder vielleicht auch Polizisten – auf die Entfernung war das nicht zu sagen – mit Gewehren im Kreis herumstehen. Europäer hatten es gern, sich den Leuten mit Maschinenpistolen zu zeigen, selbst auf städtischen Straßen. Es kam ihm etwas übertrieben vor. Jedenfalls erwarteten sie keine besonderen Gefahren in Frankreich, und es geschah auch nichts. Adler und sein Freund bestiegen einen offizielle Wagen, Clark und Chavez den nachfolgenden. Die Flugbesatzung würde sich zur pflichtgemäßen Ruhepause begeben, was in der Sprache der Air Force hieß, sie würden mit ihren französischen Kollegen ein paar heben.
    »Wir gehen für ein paar Minuten in die Lounge, bis Ihr Flugzeug startklar ist«, erklärte ein französischer Luftwaffenoffizier. »Möchten Sie sich vielleicht erfrischen?«
    »Merci, man commandant«, erwiderte Ding. Yeah, dachte er, die Franzmänner wußten schon, einem ein Gefühl der Sicherheit zu geben.
    »Vielen Dank für deine Hilfe bei dieser Sache«, sagte Adler seinem Freund. Sie waren einmal in Moskau und dann noch mal in Pretoria gemeinsam im Außendienst gewesen. Beide hatten sich auf empfindliche Aufträge spezialisiert.
    »Ach, das war nichts, Scott.« Stimmte natürlich nicht, aber Diplomaten reden immer wie Diplomaten. Claude hatte ihm einmal auf unnachahmlich französische Weise geholfen, eine Scheidung durchzustehen, und dauernd so gesprochen, als würde er Vertragsverhandlungen führen. Es war schon fast zum Scherz zwischen ihnen geworden. »Unser Botschafter berichtet, daß Daryaei bei entsprechendem Auftreten gesprächsbereit sein wird.«
    »Und wie wäre das?« fragte SecState seinen Berufskollegen. Sie stiegen bei dem Gebäude aus, das wie ein Offiziersklub aussah, und standen wenig später im privaten Eßzimmer vor einem Tisch mit einer Karaffe voll erlesenem Beaujolais. »Wie siehst du die Sache, Claude? Was will Daryaei?«
    Das Achselzucken war so sehr französisch wie der Wein, den Claude eingoß. Sie prosteten sich zu, und der Wein war selbst nach den Maßstäben des französischen Diplomatischen Dienstes vorzüglich. Dann ging es zur Sache.
    »Da sind wir nicht sicher. Wir wundern uns über den Tod des Premiers.«
    »Ihr wundert euch nicht über den Tod von …«
    »Ich glaube nicht, daß da noch jemand Zweifel hat, Scott, es war doch eine alte Fehde, nicht wahr?«
    »Nicht nur.« Noch ein Schluck. »Claude, du bist immer noch der beste Weinexperte, den ich kenne. Was hat er im Sinn?«
    »Wahrscheinlich vieles. Seine innenpolitischen Probleme – ihr Amerikaner schätzt sie nicht so gut ein, wie ihr solltet. Sein Volk ist unruhig, jetzt nach der Eroberung des Iraks nicht mehr so, aber die Probleme sind nicht vom Tisch. Wir haben das Gefühl, er muß erst konsolidieren, bevor er etwas andres tut. Wir meinen auch, daß dieser Prozeß erfolglos sein wird. Wir sind erwartungsvoll, Scott. Wir haben die Hoffnung, daß die extremen Aspekte des Regimes sich mit der Zeit abschleifen, vielleicht sogar sehr bald. Es ist nicht mehr das achte Jahrhundert, selbst in jenem Weltteil.«
    Adler nickte nachdenklich. »Hoffentlich hast du recht. Der Kerl hat mir immer angst gemacht.«
    »Alle Menschen sind sterblich. Er ist zweiundsiebzig und hat einen harten

Weitere Kostenlose Bücher