Black Dagger 20 - Schattentraum
antwortete Qhuinn.
Sie wählte den Schatten an und beobachtete John, während es klingelte. »H allo, iAm, wie läuft’s? Mhm, stimmt genau – wie hast du das erraten? Ja, ich brauche einen fahrbaren Untersatz im Theaterviertel, und zwar sofort … danke, du bist der Größte.« Sie legte auf. »E rledigt. Er braucht keine fünf Minuten.«
Danke, gebärdete John.
»W as ist los?«, fragte Qhuinn, als Layla sich versteifte.
Xhex blickte überrascht ins Gesicht der Auserwählten, als sich etwas in ihrem Raster regte … Verlangen. Und Scham. Und Schmerz.
»E r ist hier«, hauchte sie. »E r ist ganz nah.«
Augenblicklich griffen John und Qhuinn nach ihren Waffen – eine echte Glanzleistung, was Letzteren betraf, da er Layla noch immer in den Armen hielt.
Aber von wem redete sie …
»X cor«, hauchte Xhex, als sie dem Blick der Auserwählten folgte. Und dann verband sie die einzelnen Punkte und dachte laut: »V erflucht noch mal … Xcor?«
Genau in diesem Moment tauchte iAm in einem X5 auf, und einen Sekundenbruchteil später war er auch schon rausgesprungen und hielt ihnen die Tür auf.
Qhuinn lief auf den BMW zu, und Layla wehrte sich nicht, als er sie wie einen Pflegefall hineinschob.
»N ehmt den Wagen«, sagte iAm. »E r gehört euch.«
Qhuinn bedankte sich hastig, dann folgte ein kurzer Moment der Unschlüssigkeit, als John vor Xhex stand.
Xhex machte sich gefasst auf männliches Brustgetrommel und wollte schon fluchen …
Wir bringen sie zurück, gebärdete John . Du bleibst hier und tust, was du tun musst.
Und damit sprangen sie in iAms SUV und brausten davon.
»B enötigst du Hilfe?«, erkundigte sich iAm.
»D anke, nein«, murmelte Xhex und sah zu, wie die roten Bremslichter aufleuchteten und dann um eine Kurve verschwanden. »I ch hab alles im Griff.«
25
Xcor hatte die Auserwählte schon Blocks entfernt gespürt. Von ihr angezogen, hatte er die Richtung gewechselt und war auf sie zugelaufen – bis Throe sich ihm in den Weg stellte und einen Streit vom Zaun brach.
Was letztendlich gar nicht schlecht war. Es bedeutete, dass sich der Kerl an seinen Schwur hielt und sie nicht wiedersehen wollte.
Aber Xcor hatte nie ein solches Versprechen abgegeben – also war er weitergelaufen und hatte seinen Soldaten stehen gelassen. Verdammt, er hatte so viele Tage damit verbracht, auf das von Spinnweben überzogene Gebälk über seinem Bett zu starren und sich zu fragen, wo sie war und was sie tat. Wie es ihr ging.
Sollte die Bruderschaft jemals herausfinden, wem sie da auf dieser Wiese geholfen hatte, würden sie toben – und Wrath, der Blinde König, war seit Langem dafür bekannt, dass er seinem Namen durchaus gerecht werden konnte. Oh weh, wie Xcor es noch immer bedauerte, dass Throe sie in diese Misere gebracht hatte. Sie war arglos, eine Unschuldige, die nur helfen wollte, und sie hatten sie zur Verräterin gemacht.
Das hatte sie nicht verdient.
Wirklich, es war verrückt, in ihrem Fall für den Großmut seines Widersachers zu beten. Aber das tat er. Xcor betete, dass Wrath die Auserwählte schonte, sollte die Sache jemals ans Licht kommen …
Er näherte sich ihr, traute sich aber nicht, zu nahe zu kommen … und dann entdeckte er sie hinter einem kleinen Café, umhüllt von Schatten, die seine Augen nicht durchdringen konnten, sosehr er sich auch mühte.
Sie war nicht allein, sie wurde beschützt von Soldaten – zwei männlichen und einer Frau.
Ob sie ihn wohl spürte?, fragte er sich, und sein Herz klopfte, als würde er gejagt. Würde sie ihnen verraten, dass er in der Nähe war …?
Ein schwarzes Fahrzeug hielt mit quietschenden Reifen vor der Gruppe, und über das, was da ausstieg, hatte Xcor bislang nur Geflüster gehört: Sollte das ein Schatten sein? Ein leibhaftiger Schatten?
Die Bruderschaft hatte mächtige Verbündete, so viel stand fest …
Eilig wurde seine Auserwählte zum Wagen getragen, in den Armen des Soldaten, gegen den er in der Nacht auf Assails Grundstück gekämpft hatte.
Xcor fletschte die Fänge, unterdrückte aber sein Knurren. Dass ein anderer Vampir sie anrührte, weckte eine unbändige Wut in ihm. Doch dass sie verletzt sein könnte? Sein Entsetzen kannte keine Grenzen.
Im letzten Moment, gerade bevor sie auf dem Rücksitz verschwand, blickte sie in seine Richtung.
In dem Moment, da ihre Blicke sich begegneten, verlangsamte sich die Zeit, bis alles, von den wirbelnden Schneeflocken über das Blinken der Leuchtreklame neben ihr bis hin zu der Hast,
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