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Blindes Vertrauen

Blindes Vertrauen

Titel: Blindes Vertrauen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brown Sandra
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mich kümmert, nur weil ich mit ihr gesprochen hatte.«
    Â»Was meinen Sie mit ›kümmern‹?«
    Â»Ermorden.«
    Â»Ich dachte, Spencer und Sie seien Freunde.«
    Â»Das waren wir auch. Trotzdem ist er nach Wyoming gekommen, um mich zu ermorden, weil sie Angst hatten, Barrie könnte mir ihre Theorie über den Tod des Babys erzählt haben. Das zeigt Ihnen, wie entschlossen diese Leute sind, ihre Story zu unterdrücken.«
    Daily runzelte die Stirn und strich einige Strahlen seiner Krone glatt. »Wissen Sie das bestimmt?« fragte er skeptisch.
    Â»Er weiß es bestimmt«, sagte Barrie. »Erzählen Sie’s ihm, Bondurant.«
    Während er Daily die seltsamen Umstände von Spencer Martins Trip nach Wyoming schilderte, fragte sie sich, wie sie Gray
auf dem Rückflug nach Washington übersehen haben konnte. Sie hatte nicht weiter auf ihre Mitreisenden geachtet, aber hätte er ihr nicht auffallen müssen? Offenbar hatte er dafür gesorgt, daß er es nicht tat. Seine Verwandlungskünste ließen ihn nicht gerade vertrauenswürdiger erscheinen. In vieler Beziehung machte es sie sogar mißtrauischer.
    Â»Offiziell war Spencer Martin also überhaupt nie in Wyoming«, stellte Daily fest.
    Â»In meinem Haus hat er nichts angefaßt außer seinem Eßbesteck, und das habe ich abgewaschen. Daß er nichts angefaßt hat, war eins der ersten Warnsignale, das mir aufgefallen ist.«
    Â»Wo ist Martin jetzt?« fragte Daily.
    Grays Miene war steinern. Das Schweigen wurde so peinlich, daß Barrie schließlich antworten mußte. »Mr. Bondurant will sich nicht dazu äußern, wie er ihm entkommen konnte.«
    Sie sah zu dem starren Profil des Mannes neben ihr. Bestimmt war er imstande, jemanden umzubringen – auch einen ehemaligen Freund. Sein kalter Blick und sein schmallippiger Mund wiesen darauf hin. Wenn er Spencer Martin in Notwehr umgebracht hatte, wäre das entschuldbar. Aber konnte sie sich darauf verlassen?
    Daily sprach eine Frage aus, die sie sich ebenfalls schon gestellt hatte. »Hätte Spencer Martin sich inzwischen nicht längt wieder beim Präsidenten gemeldet?«
    Â»Normalerweise schon. Er ist sogar unter dem Vorwand hinausgegangen, mit dem Weißen Haus telefonieren zu müssen. Aber er hätte erst angerufen, wenn er David hätte melden können, daß ich unschädlich gemacht bin. David läuft jetzt vermutlich in seinem Zimmer auf und ab und fragt sich, warum er nichts von Spence gehört hat, aber er kann niemanden nach Wyoming schicken, um nach ihm suchen zu lassen, weil Spence offiziell gar nicht dort war.«

    Â»Irgendwann wird ihn jemand vermissen und anfangen, nach ihm zu suchen«, warf Barrie ein.
    Â»Spence hat weder Angehörige noch gute Freunde«, antwortete Gray. »David und die Präsidentschaft sind sein Lebensinhalt. Um das zu verstehen, muß man Spences Vergangenheit kennen. Er war ein schwächlicher, unsportlicher und unattraktiver Junge, den sie in der Schule gehänselt haben, weil er so klein war. Aber er war viel cleverer als seine Altersgenossen.
    All die Jahre, in denen er von seinen Mitschülern tyrannisiert wurde, haben in ihm den Entschluß reifen lassen, eines Tages der fieseste Kerl von allen zu werden. Und das hat er geschafft – er ist der größte Tyrann Washingtons geworden. Statt Spence zu verärgern, könnte man genausogut den Präsidenten anspucken, das wissen alle Eingeweihten. Er hätte keinem Menschen gesagt, wohin er unterwegs ist. Spence untersteht nur David.«
    Â»Selbst der engste Mitarbeiter des Präsidenten kann nicht so unabhängig sein«, wandte Barrie ein. »Das Justizministerium, Justizminister Yancey, das FBI, die …« Sie sprach nicht weiter, als Gray den Kopf zu schütteln begann.
    Â»Bill Yancey ist ein guter Mann«, sagte er. »Fast zu gut für diese Regierung. Seit seiner Ernennung ist er schon mehrmals mit David aneinandergeraten. Aber eins können Sie mir glauben: Spencer Martins Netzwerk aus Agenten ist so elitär und brutal wie die SS im Dritten Reich. Sie operieren wie Maulwürfe in allen Regierungsbehörden – auch im Secret Service. Spencers Männer sind ständig in Alarmbereitschaft. Widersprächen seine Befehle denen, die sie auf dem Dienstweg erhalten, würden sie Spences Anweisungen ausführen.«
    Barrie drückte ihre verschränkten

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