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Bride Trilogie 01 - Bluete der Zaertlichkeit

Bride Trilogie 01 - Bluete der Zaertlichkeit

Titel: Bride Trilogie 01 - Bluete der Zaertlichkeit Kostenlos Bücher Online Lesen
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    »Ich hatte keine bösen Hintergedanken bei der ganzen Sache, das schwöre ich dir.« Dominic hielt inne. Es war ihm schmerzlich bewusst, dass es unsinnig sein würde, zu erklären, wie sehr er Meriel liebte und dass er hatte schnell handeln müssen, um sie zu beschützen. Kyle war so aufgebracht, dass er nur den Verrat sah. Jede Erklärung, die Dominic ihm lieferte, würde wie eine feige Ausrede wirken.
    Meriel nahm Dominics Arm und drückte ihn fest. »Sie täuschen sich, Lord Maxwell«, sagte sie zu Kyle. »Ich hätte Sie niemals geheiratet. Sie haben also kein Recht, Dominic zu beschuldigen, er hätte Ihnen die Braut weggenommen.«
    Zum ersten Mal sah Kyle Meriel an. Er blinzelte überrascht, als erkenne er kaum die Frau, die er hatte heiraten wollen. Dann richtete er seinen wütenden Blick wieder auf Dominic. Meriel war nicht länger von Bedeutung. Es war Dominic, der dieses unverzeihliche Verbrechen begangen hatte.
    »Es tut mir Leid, Kyle«, flüsterte Dominic noch einmal.
    »Es wird Zeit, dass Sie gehen«, sagte Rebecca bestimmt. »Ich schlage vor, das Sie diese Angelegenheit mit Dominic besprechen, wenn Sie sich beruhigt haben, aber nicht jetzt.«
    Kenneth ließ Kyles Arm los und begleitete ihn dann aus dem Zimmer. Steif und ohne sich noch einmal umzusehen, ging Kyle hinaus.
    Dominic wusste, dass er etwas tun sollte - irgendetwas, um das eisige Schweigen zu beenden. Dieses ganze schreckliche Durcheinander war seine Schuld. Aber er war von dem Schmerz seines Bruders und seinen eigenen Schuldgefühlen wie betäubt. Der Gedanke daran, dass Kyle vorgehabt hatte, sich wieder mit ihm zu versöhnen, machte das Ganze besonders schmerzlich.
    Meriel führte ihn zum nächsten Stuhl. Während sie ihn hineindrückte, sagte sie bestimmt. »Lasst uns allein.«
    Schweigend gehorchten die Gäste. Sogar die Katze verließ das Zimmer.
    Als sie allein waren, umarmte Meriel Dominic und drückte seinen Kopf sanft an ihre Brust. »Es tut mir Leid«, sagte sie ruhig und streichelte ihm sanft den Nacken. »Ich wusste nicht, dass dein Bruder die Nachricht von unserer Heirat so schlecht aufnehmen würde.«
    Dominic schlang die Arme um sie, er zitterte und fror. »Kyle und ich sind seit Jahren wie Fremde, aber trotzdem gab es zwischen uns immer ein Grundvertrauen. Das habe ich jetzt gebrochen und er wird mir das niemals verzeihen.« Kyle war es nie leicht gefallen, etwas zu vergeben - das hatte er immer Dominic überlassen.
    »Du hast die Treue zu ihm gebrochen, um mir die Treue zu halten. Dazu hast du sehr viel Mut aufbringen müssen.« Sie ließ ihre Wange auf seiner Stirn ruhen. »Ich danke dir, mein lieber Ehemann.«
    Er schloss die Augen und versuchte, nur an ihre wohl tuende Wärme und seinen eigenen Atem zu denken. Einatmen, ausatmen. Einatmen, ausatmen. Es war schlimmer, als wenn Kyle gestorben wäre. Der Tod war etwas Schreckliches und doch auch irgendwie sehr einfach. Wenn Kyle gestorben wäre, hätte er nur einen Teil seiner Seele verloren. Dieser brutale Bruch aber war ein Albtraum voller Qualen und Verrat und würde ihn und Kyle für immer zeichnen.
    Hätte er anders handeln können? Vielleicht hätte er Meriel an einem sicheren Ort verstecken und auf die Rückkehr seines Bruders warten sollen. Kyle wäre auch dann bestimmt sehr wütend geworden, aber es wäre nicht so schlimm gewesen, wie auf diese Art von der Heirat zu erfahren.
    Doch dann hatte er wieder dieses schreckliche Bild vor Augen - der Anblick von Meriel, wie sie in Bladenham an einen Stuhl gefesselt gewesen war. Er hatte nicht riskieren dürfen, dass dies noch einmal geschah. Grahame war Soldat gewesen und er war ein sehr gefährlicher Mann. Er wäre mit einem Friedensrichter im Schlepptau und einer Pistole in der Hand hinter ihnen her gewesen. Dominic wäre nun vielleicht tot und Meriel würde in einem Irrenhaus langsam vor sich hinsterben.
    Traurig musste er einsehen, dass er es nicht hatte riskieren können, anders zu handeln, nicht, wenn Meriels Leben auf dem Spiel stand. Er hatte seine Entscheidung getroffen und musste jetzt mit den Folgen leben. Gott sei Dank vertraute Meriel ihm wenigstens und glaubte nicht, dass er sie aus den niederträchtigen Gründen geheiratet hatte, derer Kyle ihn beschuldigt hatte.
    Das Leben würde weitergehen. Nach und nach würde der Schmerz nachlassen und auf ein erträgliches Maß zurückgehen. Für Kyle würde es schwerer werden. Er hatte keine Meriel und hatte vor kurzem einen großen Verlust ertragen müssen.

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