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Codex Alera 06: Der erste Fürst

Codex Alera 06: Der erste Fürst

Titel: Codex Alera 06: Der erste Fürst Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Jim Butcher
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bedeutet, jemanden, den man liebt, zu verlieren …« Er räusperte sich. Die Söhne des alten Mannes waren während des Aufstands des Hohen Fürsten Kalarus und beim ersten Angriff des Vordkriegs gefallen. »Was es jemandem antun kann. Wie es alles ändert. Die Frau hat in ihrem Leben nie etwas anderes als Macht geliebt.«
    Amara nickte. »Sie strebt nach einer günstigeren Verhandlungsposition, um einzuspannen, wen sie nur kann, und im Stich zu lassen, bei wem es ihr nicht gelingt.«
    Phrygius strich sich mit einer Hand nachdenklich über den braunroten Bart. »Ich dachte, du hättest gesagt, sie säße im Dienst der Vord fest. Dass das große Käferding auf ihrer Brust sie am Leben hält.«
    »Ja«, sagte Amara. »Das bedeutet, dass sie eine Möglichkeit kennt oder zu kennen glaubt, es loszuwerden.«
    »Was hat sie angeboten, Gräfin?«, fragte Placidus.
    Amara erzählte ihnen von dem Gespräch mit Invidia. »Sie sagte, dass wir ihre grünen Signalpfeile in Dreiergruppen abschießen sollen, wenn wir mit ihr sprechen wollen. Sie wird Kontakt zu uns aufnehmen.«
    Drückendes Schweigen folgte.
    »Glaubst du, dass sie es ernst meint?«, fragte Raucus. »Sag mir, dass du nicht glaubst, dass die Schlampe es ernst meint.«
    »Ich glaube, sie könnte es ernst meinen«, sagte Fürstin Placida langsam.
    Phrygius schüttelte den Kopf. »Es ist eine Falle.«
    »Eine verdammt teure Falle«, sagte Fürst Placida nachdenklich. »Wenn die Auskünfte, die sie dir gegeben hat, zutreffen, Gräfin, dann können wir sie einsetzen, um ihnen arg zu schaden.«
    »Du denkst nicht wie ein verdammter Käfer«, sagte Raucus. »Sie kann es sich leisten, eine Million Krieger zu vergeuden, wenn sie damit zugleich unserem stärksten Elementarwirken das Rückgrat bricht.«
    Fürstin Placida nickte. »Und wenn wir unsere Truppen so aufstellen, dass wir uns beim feindlichen Angriff einen Vorteil verschaffen, und sie dich belogen hat, dann werden die Vord in der Lage sein, uns gegenüber einen Vorteil zu erringen. Sie werden wissen, wo wir unsere Truppen aufstellen müssen, um dem Angriff etwas entgegenzusetzen. Wenn Invidia lügt, können sie das zu ihren Gunsten ausnutzen.«
    »Ha«, sagte Fürst Placida plötzlich.
    »Oh«, sagte Fürst Cereus zugleich, »oh, Gräfin. Jetzt verstehe ich. Gut gespielt.«
    »Danke, gnädiger Fürst«, sagte Amara leise und nickte jedem von ihnen zu.
    Raucus blickte finster drein und sah zwischen ihnen hin und her. »Was?«
    »Versuch gar nicht erst, darauf zu kommen«, murmelte Phrygius. »Du wirst dir noch wehtun.«
    »Du weißt auch nicht mehr als ich«, gab Raucus zurück.
    Fürstin Placida kniff sich mit Daumen und Zeigefinger in den Nasenrücken und stieß einen langsamen, geduldigen Atemzug aus. »Gräfin, bitte. Erkläre es um meinetwillen .«
    Amara verneigte sich leicht vor Fürst Placida und sagte: »Gnädiger Fürst, wärst du so gut?«
    Fürst Placida erwiderte ihre Verneigung und sagte: »Die Gräfin hat eine Situation herbeigeführt, in der alle Entwicklungen bis auf die letzte uns einen Vorteil verschaffen. Wir können uns bezüglich des Aufenthaltsorts der Königin nicht sicher sein, ganz gleich, was geschieht. Aber wir können Invidias Ehrlichkeit auf die Probe stellen, indem wir den nächsten Vordangriff beobachten.«
    »Und wenn sie lügt?«, fragte Fürstin Placida.
    »Wenn sie lügt, dann tut sie das aus einem bestimmten Grund«, sagte Cereus. »Sie tut es, weil die Vord eine Schwachstelle schaffen müssen, die sie ausnutzen können. Wir spielen einen Trumpf aus, indem wir nicht versuchen, einen Vorteil aus der Aufstellung der Feinde zu ziehen. Wir erhalten die Stärke unserer Verteidigungsstellungen so aufrecht, wie sie sind, und ziehen uns nach Kaserna zurück, wenn die Evakuierung beendet ist, ganz wie geplant. Wir geben ihnen keine Gelegenheit, uns auszunutzen. Der Ausgang dieses Krieges wird ohnehin davon abhängen, ob wir die Königin töten können, nicht davon, einfach Krieger niederzumetzeln.«
    Fürstin Placida nickte langsam und spielte mit einer Hand träge mit dem einen langen Zopf ihres rötlich braunen Haars. »Wenn die Vord uns so angreifen, wie Invidia sagt, werden wir nicht in der Lage sein, das Wissen gegen sie zu verwenden. Wir lassen uns die Gelegenheit entgehen.«
    »Aber wir werden Gewissheit haben, dass sie uns in einer Hinsicht schon mal die Wahrheit gesagt hat«, sagte Amara. »Wir haben nichts verloren. Und ganz gleich, was geschieht, wir haben eine Information

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